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23. Juli 2013

Karl Richter in München, 1958, Matthäus-Passion



Schallplattenaufnahme der Matthäus-Passion im Herkulessaal

Der Filmausschnitt (8) aus der ersten Trilogie-DVD (zweisprachig englisch/deutsch) erzählt - in der englischsprachigen Fassung - von der ersten Schallplattenaufnahme der Matthäus-Passion in den Monaten Juli und August 1958, eine Einspielung, die bis heute Maßstäbe gesetzt hat.



Detaillierte Informationen zu den lieferbaren Büchern und DVDs über Karl Richter erhalten Sie hier...

27. Mai 2009

Karl Richter - Zeitdokumente 1954 (19)

Konzerte im Mai und Juni 1954



In den Jahren 1951-1953 wurde der Herkulessal der im Krieg zerstörten Münchner Residenz neu errichtet. Karl Richter musizierte am 11. und 12. Mai 1954 im Neuen Herkulessal Orchesterwerke von J. S. Bach, fünf der sechs Brandenburgischen Konzerte, die D-Dur-Ouvertüre, das Cembalokonzert d-moll und das Violinkonzert E-Dur mit Florian Sonnleitner als Solisten. Programm hier...

Der „Brandenburger" Karl Richter überschrieb die SZ ihre Rezension.




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In der Abendmusik vom 30. Mai standen Bachs Toccata und Fuge F-Dur sowie die doppelchörige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied" auf dem Programm.




Nur wenige Tage später, am 1. Juni, gab Karl Richter in der Markuskirche ein Orgelkonzert.



Am 19. Juni 1954 gelangte in der Lukaskirche die Hohe Messe h-moll zur Aufführung. Die Vokalsolisten waren Anneliese Kupper, Ruth Michaelis, Heinz Marten und Frank Kelch.
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Und am 23. Juni gastierte Karl Richter in der Jakobikirche im niederländischen Utrecht. Er spielt das gleiche Bach-Programm wie zuvor in München.



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Am letzten Freitag im Juni 1954 stand in der Markuskirche wieder ein Abendmusik an. Karl Richter spielte zunächst Bachs Passacaglia c-moll, sodann kamen Eingangs- und Schlusschor der Kantate BWV 8 „Liebster Gott, wann werd ich sterben" zur Aufführung, dazu noch die Bass-Arie „Doch weichet, ihr tollen, vergeblichen Sorgen", mit Max Proebstl als Solisten. Im zweiten Teil der Abendmusik sang der Münchener Bach-Chor Teil zwei und drei der Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz.

Alle Karl Richter-Zeitdokumente der Jahre 1951-1954 gibt es inzwischen auch auf DVD, erhältlich bei Conventus Musicus. Nähere Informationen finden Sie hier....

11. März 2009

Karl Richter - Zeitdokumente 16 (1953)

In den Tagen vom 26. - 29. November 1953 versammelte sich der Heinrich-Schütz-Kreis unter der Leitung von Karl Richter im Herkulessaal der Münchner Residenz zur ersten Schallplattenaufnahme bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Auf dem Programm standen die MUSIKALISCHEN EXEQUIEN von Heinrich Schütz. Als Solisten wirkten mit:

Elisabeth Lindermeier und Anneliese Seitz, Sopran
Ruth Michaelis, Alt
Friedrich Brückner-Rüggeberg, Tenor
Rudolf Gantner, Brian Hanson und Max Proebstl, Bass
Oswald Uhl, Viola da Gamba
Franz Ortner, Kontrabass
Heinrich Wiesmeier, Orgel

Eingebettet in die Aufnahmesitzungen war die Abendmusik vom 27. November in der Markuskirche.




Die Kantaten 1-3 von Bachs Weihnachtsoratorium am 15. und 18. Dezember sahen wiederum eine überfüllte Markuskirche.



Die Kritik war voll des Lobes (Süddeutsche Zeitung - Münchner Merkur).





Das Weihnachtsliedersingen am 20. Dezember rundete ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 1953 ab.



29. Oktober 2008

G. F. Händel - Samson

Schallplatteneinspielung vor 40 Jahren




Cover der CD-Box von 1996

In diesen Tagen vor 40 Jahren fanden im Herkulessaal der Münchner Residenz die Tonaufnahmen für die Schallplatteneinspielung von G. F. Händels Oratorium Samson (in englischer Sprache) statt.



Karl Richter hatte neben seinem Münchener Bach-Chor und dem Bach-Orchester ein illustres und renommiertes Solisten-Ensemble versammelt.



Alexander Young - Martina Arroyo
Helen Donath - Jerry J. Jennings



Sheila Armstrong - Thomas Stewart
Ezio Flagello - Norma Procter

Im Jahre 1996 wurde die Produktion auf CD übernommen. Leider aber sind zur Zeit weder Schallplatte noch CD im Handel erhältlich.




Karl Richter bei den Proben zur Samson-Aufnahme

24. August 2008

Leonard Bernstein zum 90. Geburtstag



Leonard Bernstein, einer der bedeutendsten Musiker des vergangenen Jahrhunderts, wäre am morgigen 25. August 90 Jahre alt geworden. Wie mit so vielen großen Dirigenten verband Karl Richter auch mit Bernstein ein von gegenseitiger Hochachtung geprägtes freundschaftliches Verhältnis, das vor allem in Richters letzten Lebensjahren immer enger wurde.



Leonard Bernstein und Edda Moser

Im Januar 1981, nur wenige Wochen vor Karl Richters Tod, nahm Bernstein mit dem Symphonieorchester des BR im Herkulessaal der Münchner Residenz Richard Wagners Tristan und Isolde für die Schallplatte auf. Im gleichen Saal fanden auch Generalprobe und Aufführung des zweiten Teils von Bachs Weihnachtsoratorium statt.

Bernstein kam nach Beendigung seiner Aufnahmesitzung zurück in den Saal und setzte sich neben den Solo-Oboisten. In einer der nächsten Unterbrechungen der Probe ging Bernstein zu Richter ans Cembalo, umarmte den überraschten Dirigenten-Freund und sagte zu ihm: "Das machts Du einfach wunderbar!

Karl Richter erzählte immer wieder begeistert von Bernsteins Vorträgen zur Bach'schen Musik, die er in den USA gehört hatte. Beide tauschten sich auch brieflich über Interpretationsfragen aus.



Leonard Bernstein während der Probe zum Karl Richter-Gedenkkonzert am 3. Mai 1981

So war es für Bernstein eine selbstverständliche Geste der Wertschätzung für Karl Richter, dass er am 3. Mai 1981 im Herkulessaal das Gedenkkonzert "In memoriam Karl Richter" mit dem Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester dirigierte. Das Konzert begann mit dem Choral "Wenn ich einmal soll scheiden" aus Bachs Matthäus-Passion, zu dem die Zuhörer sich auf einen Wink des Dirigenten von ihren Sitzen erhoben. Es folgten das 3. Brandenburgische Konzert, die Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" BWV 140 sowie das "Magnificat".

Info / Links

Official Leonard Bernstein Website

Deutschsprachiger Wikipedia-Beitrag [EN]

Leonard Bernstein Photo Collection

12. August 2008

Friedemann Winklhofer über Karl Richters Klangvorstellung an der Orgel

Karl Richters Vorstellung vom Orgelklang war immer sehr farbig, sowohl bei den solistischen Auftritten wie auch am Continuo. Das Continuo musste immer gut hörbar sein, er wollte die Orgel sehr deutlich haben, sie sollte in den Arien, aber vor allem in den großen Turba-Chören der Passionen und den Chorfugen der h-moll-Messe und der Kantaten präsent sein und dem Chor Farbe geben. Je größer die Orgel war, an der man Continuo spielte, umso mehr konnte man ihn mit einer farbigen Registrierung erfreuen. Bei kleineren Orgel-Positiven hat Richter den Klang oft selbst ausprobiert und einem seine Vorstellungen deutlich gemacht.



Friedemann Winklhofer im Jahre 1977

Da erinnere ich mich an meine erste h-moll-Messe in München, wo im Gegensatz zur romantischen Schaffhauser Orgel nur ein Positiv zur Verfügung stand. Immer wenn Richter mit meiner Klangvorstellung nicht ganz einverstanden war, kam er bei weiterlaufender Probe durch das Orchester zu mir ans Positiv und sagte mir, wie und in welcher Lage er diese Stelle gerne hätte. Das war für ihn schon etwas außergewöhnlich, denn der Orgelspieler war bei ihm, der ja selber ein großartiger Organist war, immer in der „Schusslinie". Meine Kolleginnen und Kollegen haben da schon manchmal einiges abbekommen. Bei mir war er erstaunlicherweise sehr hilfsbereit, was auch den Leuten vom Orchester aufgefallen ist.



Friedemann Winklhofer mit Leonard Bernstein bei der Probe in der Münchner Musikhochschule anlässlich des Gedenkkonzertes für Karl Richter am 3. Mai 1981


Ich habe Karl Richter oft an großen Orgeln wie im Herkulessaal oder in der Markuskirche gehört, und es war immer ein Erlebnis, ganz gleich wie das Konzert war. Sicherlich hatte er auch manchmal schlechte Abende und hat gelegentlich auch Stellen „in den Sand gesetzt". Es war aber immer - Rauskommen ist leicht, aber das Wieder-Reinkommen ist das Schwierige - faszinierend, wie er das überbrücken konnte. Wer die Stücke nicht genau kannte, hat meist gar nicht gemerkt, dass dann auch ein wenig Improvisation dabei war.

Richter hat ja alles auswendig gespielt, ob das die sechs Triosonaten waren, die großen Bach-Werke, oder Reger B-A-C-H, oder auch Liszt B-A-C-H. Es gab damals in Europa kaum Konzertorganisten, die alles auswendig gespielt haben. Für mich war das unglaublich mitreißend, mitzuerleben, wie Richter alles auswendig gespielt und selbst registriert hat, mit einer Selbstverständlichkeit, wie das sonst nur Konzertpianisten geboten haben.



Friedemann Winklhofer beim Interview am 1. August 2005 in der Johanniskirche Ansbach


Das vollständige Interview mit Friedemann Winklhofer (zusätzlich die Interviews mit Franz Kelch und Christian Kabitz) gibt es auf DVD zum Preis von Euro 19,00, zu bestellen nur bei Conventus Musicus per E-Mail.

Alle Interviews mit den Zeitzeugen (26 Vokal- und Instrumentalsolisten) sind auf 10 DVDs zum Preis von Euro 150,00 erhältlich, ebenfalls nur bei Conventus Musicus per E-Mail.

22. Juni 2008

Bach-Fest 1968 - Die ersten Konzerte





Karl Heinz Ruppel schrieb in der SZ u. a.:

...Am meisten vermochte Christian Ferras mit der großartigen Fuge aus der g-moll-Sonate für Violine solo zu überzeugen, die er klang- und kraftvoll aus ihrer polyphonen Kühnheit entwickelte, die Geige zum Träger harmonischer Gedanken „umfunktionierend", ohne dabei ihren eigentlichen Charakter als singendes Melodieinstrument zu vergessen. Münchner Bach-Begeisterung entlud sich im Herkulessaal in rauschendem Beifall...




...Tags darauf versammelte Karl Richter in der h-moll-Messe, das Riesenwerk auswendig dirigierend, im Deutschen Museum allen Glanz einer hochbarocken geistlichen Festmusik..., die zu einem Triumph des von ihm geschaffenen und ihm mit spürbarer Begeisterung dienenden Klangkörpers wurde, des Münchener Bach-Chors und Bach-Orchesters, die sich der Verpflichtung ihres inzwischen weltweit gewordenen Ruhmes auch in der Heimat bewusst bleiben... Zum Schluss brach, obgleich Richter einige Zeit beschwichtigend die linke Hand erhoben hielt, ein Beifallssturm aus, in den bald auch Bravorufe hineinhallten.

21. Juni 2008

Münchener Bach-Fest 1968

Vor 40 Jahren, anno 1968, veranstaltete Karl Richter mit seinem Bach-Chor und Bach-Orchester zum vierten Mal das Münchener Bach-Fest. In der Zeit vom 22. bis 30. Juni stand die bayerische Landeshauptstadt ganz im Zeichen Johann Sebastian Bachs.



Der Konzertplan dieser musikalisch ereignisreichen Woche enthielt folgende Konzerte und Veranstaltungen:

Samstag, 22. Juni 1968, 17.00 Uhr in der Hochschule für Musik
Festvortrag von Professor Dr. Erich Valentin:
"Johann Sebastian Bach in Zeit und Geschichte"
Paul Meisen (Flöte) und Hedwig Bilgram (Cembalo) spielten die Sonaten BWV 1034 und BWV 1030.

Samstag, 22. Juni 1968, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz
Christian Ferras (Violine) und Karl Richter (Cembalo) spielten die Sonaten für Violine und Cembalo BWV 1014, 1015, 1016 sowie die Fuge aus BWV 1001 für Violine solo

Sonntag, 23. Juni 1968, 11.00 Uhr im Cuvilliestheater
Goldberg-Variationen BWV 988 (Karl Richter, Cembalo)

Sonntag, 23. Juni 1968, 20.00 Uhr im Deutschen Museum
Hohe Messe h-moll

Montag, 24. Juni 1968, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz
Klavierrecital mit Friedrich Gulda

Dienstag, 25. Juni 2006, 20.00 Uhr in der Markuskirche
Kirchenkantaten (BWW 50, 103, 75, 30)

Mittwoch, 26. Juni 1968, 20.00 Uhr in der Markuskirche
Orgelkonzert (Karl Richter)
BWV 767, 530, 538, 654, 544

Donnerstag, 27. Juni 1968, 20.00 Uhr in der Hochschule für Musik
Cembalokonzert mit Ralph Kirkpatrick
BWV 814, 802-805, 829, 811

Freitag, 28. Juni 1968, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz
Sonaten für Violoncello und Cembalo (BWV 1027, 1028, 1029) sowie Suite d-moll BWV 1008 für Violoncello solo mit Enrico Mainardi (Violoncello) und Karl Richter (Cembalo)

Samstag, 29. Juni 1968, 17.00 Uhr in der Hochschule für Musik
Festvortrag von Prof. D.Dr. Manfred Mezger-Mainz: "Bachstil heute - Gesetz und Freiheit der Interpretation"
Wolfgang Wünsch (Orgel) spielte BWV 544 und 543

Samstag, 29. Juni 1968, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz
Orchesterkonzert (BWV 1068, 1051, 1049, 1047)

Sonntag, 30. Juni 1968, 20.00 Uhr in der Hochschule für Musik
Sonaten für Violine und Cembalo (BWV 1019, 1018, 1017)
Otto Büchner (Violine) und Karl Richter (Cembalo)

Sonntag, 30. Juni 1968, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz
Weltliche Kantaten (BWV 205, 206, 207 a)

27. Februar 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1957 ff. [DE]

Im Frühjahr 1957 führte die erste Auslandsreise des Münchener Bach-Chores und Münchener Bach-Orchesters nach Italien. In Palermo, Venedig, Triest, Florenz und Rom gelangte Bach's Matthäus-Passion zur Aufführung. Unter den Gesangssolisten war u.a. Fritz Wunderlich.

Antonia Fahberg

"Als Fritz Wunderlich zum ersten Mal zu Richter kam, da war er ein ganz junger Sänger, in Stuttgart engagiert und auf seine Stimme natürlich sehr stolz. Er wollte immer wieder damit brillieren. Zum Beispiel erzählte er: "Da bin ich heute um acht Uhr früh aufgestanden und wollte ein C singen und habe keins gehabt!" Wir darauf: "Bist du wahnsinnig, was willst du in der Früh um acht mit einem hohen C, da hat man ja normalerweise noch nicht mal eine Stimme, geschweige denn ein hohes C!" ..."



Fritz Wunderlich und Karl Richter 1957

Viermal innerhalb von 15 Monaten war wiederum Italien das Ziel von Konzertreisen, im Dezember mit Bachs Matthäus-Passion nach Bologna, im darauffolgenden Frühjahr mit einem Motettenprogramm a-capella nach Palermo, Florenz, L'Aquila, Rom, Mailand und Triest.

Irmhild Reges

"Wir fuhren in einem Touropa-Zug, wie es damals üblich war. Wir hatten in der Nacht unsere Betten, und am Tage wurde eine Art Bügelbrett in die Mitte geschoben, um darauf zu speisen. So kamen wir bis nach Palermo in Sizilien, in Messina setzten wir mit dem Zug auf einem Schiff über. Wir hatten schöne Konzerte und viel Erfolg, die Italiener fanden das großartig, was wir geleistet hatten."



Irmhild Reges

Im Dezember stand Bach's h-moll-Messe in Genua auf dem Programm und schließlich am 24. März 1959 Bach’s Matthäus-Passion beim Festival Arturo Toscanini in Parma. Die Solisten waren Ursula Buckel, Hertha Töpper, Ernst Haefliger, Manfred Cordes und Kieth Engen.

Höhepunkt des Jahres 1958 war die Schallplattenaufnahme von Bach's Matthäus-Passion für die Archiv-Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft, für die eigentlich Günther Ramin als Dirigent vorgesehen war.

Hertha Töpper

"Mit ihm habe ich die Matthäus-Passion für die Deutsche Grammophon begonnen; doch eine Woche später war er tot."

Ernst Haefliger

"Man hat auch mich gefragt, mit wem man es machen sollte. Und ich hab gesagt: "Mit Richter." Das war für mich das Nächste. Richter hat auch die Kraft dazu gehabt. Wenn er dabei war, hat er nie nachgelassen oder etwas gekünstelt gemacht. Und wenn man die erste Aufnahme nimmt, von der Grammophon, da hört man das noch drauf. Wie das ganz streng war im Grunde, und auch der Chor, das hört man. "



Schallplattenaufnahme der Matthäus-Passion

Hertha Töpper

"Karl Richter hat dann die Matthäus-Passion übernommen und natürlich wieder von vorne angefangen. Da habe ich ihn als Grammophon-Einspieler erlebt, sehr rigoros, aber sehr sicher. Wir hatten ja alles schon oft miteinander gemacht, ich kannte seine Tempi, und es ging alles wunderbar. "

Ernst Haefliger sang den Evangelisten, Kieth Engen die Jesus-Partie, die weiteren Gesangssolisten waren Irmgard Seefried, Antonia Fahberg, Hertha Töpper, Dietrich Fischer-Dieskau und Max Pröbstl.

Irmhild Reges

"Die Aufnahmen fanden im Herkulessaal statt, aber immer erst nach den abendlichen Konzerten. Die Proben und Aufnahmen begannen also nicht vor 23.00 Uhr in der Nacht. Die Zusammenarbeit mit den Solisten und dem Orchester war wunderschön, zum Abhören sind wir immer in die Räume dahinter mitgelaufen, um etwas davon mitzubekommen, wie es nun geklungen hat."


Otto Büchner und das Münchener Bach-Orchester

Kurt Hausmann

"Bei dieser erste Aufnahme in München hat es nicht funktioniert mit den Englisch Hörnern. Und da kam ein Anruf ans Festspielhaus, und Richter sagte: "Mit den Englisch Hörnern, das klappt nicht so, können Sie es nicht mit Edgar Shann zusammen machen?" Ich sagte: "Ich weiß nicht, schicken Sie mir den Edgar nach Bayreuth, dann probieren wir, ob es geht." Edgar Shann kam, wir haben es probiert, haben uns schön zusammen gefunden und haben dann sämtliche Englisch Horn-Partien zusammen musiziert, und es ging gut."

Hertha Töpper

"Die Altarie wurde um 2.30 Uhr früh aufgenommen. Das weiß natürlich kein Mensch und es ist ja auch nicht interessant, was man für Schwierigkeiten so hat."



Hertha Töpper, Antonia Fahberg und Max Pröbstl

28. Mai 2007

Vor 40 Jahren: Münchener Bach-Fest - 27. Mai bis 4. Juni 1967


Titelseite des Bach-Fest-Programms 1967

Das Programm

Samstag, 27. Mai 1967, 20:00 Uhr - Hochschule für Musik
Festvortrag von Prof. Dr. Erich Valentin
"Von Bach zu Mozart - Zur Geschichte des Bach-Bildes im 18. Jahrhundert"

Sonntag, 28. Mai 1967, 11:00 Uhr - Hochschule für Musik
Sonaten für Flöte und Cembalo (BWV 997, 1032, 1033, 1031)
Aurèle Nicolet - Karl Richter

Sonntag, 28. Mai 1967, 20:00 - Deutsches Museum
Hohe Messe in h-moll BWV 232
Ursula Buckel - Hertha Töpper - John van Kesteren - Theo Adam
Büchner - Meisen - Hausmann - Baumann - André
Bach-Chor und Bach-Orchester

Montag, 29. Mai 1967 20:00 Uhr - Markuskirche
Sonaten für Violoncello und Cembalo (BWV 1027, 1028, 1029)
Pierre Fournier - Karl Richter

Dienstag, 30. Mai 1967 20:00 Uhr - Cuvilliés-Theater
Goldberg-Variationen BWV 988
Karl Richter

Mittwoch, 31. Mai 1967, 20:00 - Markuskirche
Kirchenkantaten
"Schmücke dich, o liebe Seele" BWV 180
"Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" BWV 117
"Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" BWV 106

Ursula Buckel - Hertha Töpper - John van Kesteren - Kieth Engen
Hans-Martin Linde - Konrad Hampe - Otto Büchner - Kurt Hausmann
Manfred Clement - Gustav Meyer - Oswald Uhl - Johannes Fink
Bach-Chor und Bach-Orchester

Donnerstag, 1. Juni 1967, 20:00 - Markuskirche
Sonaten für Violine und Cembalo (BWV 1016, 1005, 1017)
Christian Ferras - Karl Richter

Freitag, 2. Juni 1967, 20:00 - Markuskirche
Motetten und Orgelwerke
Komm, Jesu, komm - Singet dem Herrn ein neues Lied - Jesu, meine Freude
Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 - Präludium und Fuge e-moll BWV 548
Münchener Bach-Chor - Karl Richter

Samstag, 3. Juni 1967, 20:00 - Markuskirche
Orgelkonzert (BWV 768, 525, 565, 639, 582)
Karl Richter

Sonntag, 4. Juni 1967, 11:00 - Hochschule für Musik
Das Musikalische Opfer BWV 1079 in der Realisation von Otto Büchner
Paul Meisen - Otto Büchner - Kurt-Christian Stier - Fritz Kiskalt
Franz Ortner - Günther Jena

Sonntag, 4. Juni 1967, 20:00 - Herkulessaal der Residenz
Orchesterkonzert
Suite Nr. 3 D-Dur BWV 1068
Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-Dur BWV 1046

Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047
Maurice André - Paul Meisen - Kurt Hausmann - Otto Büchner
Hermann Baumann - Werner Meyendorf - Fritz Kiskalt - Herbert Duft - Helena Haas
Münchener Bach-Orchester - Karl Richter


Maurice André


Hermann Baumann


Otto Büchner


Auszug der Kritik des kürzlich verstorbenen Karl Schumann in der Süddeutschen Zeitung:

Altgedienten Münchner und Ansbacher Bach-Experten verschlug es den Atem: So erleuchtet und triumphal wie diesmal im Deutschen Museum habe Karl Richter die Hohe Messe noch nie dirigiert, ähnlich begeistert und begeisternd seien Bach-Chor und Bach-Orchester selten bei der Sache gewesen, und Solisten wie das Waldhorn-Phänomen Hermann Baumann, den Trompeten-Athleten Maurice André und den Konzertmeister Otto Büchner treffe man alle Jubeljahre einmal. Damit ist gesagt, was dieses Bach-Fest verspricht: ein Musizieren in Superlativen...

25. April 2007

Vor 40 Jahren: Das erste TeDeum im Herkulessaal

Vor 40 Jahren, am 26. und 27. April 1967 dirigierte Karl Richter zum ersten Mal das TeDeum von Anton Bruckner im Herkulessaal der Münchner Residenz.

Die Solisten waren Lotte Schädle, Hertha Töpper, John van Kesteren und Victor van Halem. Es sangen der Münchener Bach-Chor und der Philharmonische Chor, es spielten die Münchner Philharmoniker.



Joachim Kaiser schrieb damals in der SZ

Karl Richter betritt Neuland


"Bruckner hat, wie mir scheint, nie etwas Extrovertierteres geschrieben als sein TeDeum. Man spürt, wie bewusst der Komponist da beeindrucken will ...

Wenn nun der liebe Gott zwischen ff und fff gelobt werden soll, darf es keine falsche Scheu geben, fand Richter, und ließ zwei Münchner Chöre (den Bach-Chor und den Philharmonischen Chor) in eine manchmal beinahe transmusikalische Ekstase geraten. Wäre Richter nicht ein Meister im Disponieren großer Messen und Oratorien, dann hätten die Solisten angesichts solcher Macht- und Prachtentfaltung auf verlorenem Posten gestanden ...

Im Übrigen ließ Richter die flimmernden Hochflächen leuchten, er wurde Bruckner auf einem radikalen Wege durchaus gerecht, und die Stretta am Schluss war überwältigend wie das ganze, weniger auf Tiefsinn als auf Jubel bedachte Werk ...

Auf Zehenspitzen verließ man den Ort unendlichen Jubels ..."

6. Oktober 2006

Vor 40 Jahren: Schallplatteneinspielung Bach-Kantaten BWV 106 & 26

In unserer Serie Vor 40 Jahren erinnern wir uns heute an die Einspielung der Bach-Kantaten Gottes Zeit ist die allerbeste BWV 106 und Ach wie flüchtig, ach wie nichtig BWV 26 für die Deutsche Grammophon Gesellschaft. Die Aufnahmen begannen am Abend des 8. Oktober im Herkulessaal der Münchener Residenz mit den Chorsätzen zur Kantate BWV 106.

Die Solisten waren: Hertha Töpper, Alt; Ernst Haefliger, Tenor, Theo Adam, Bass, Hans-Martin Linde und Konrad Hampe, Blockflöte, Oswald Uhl und Johannes Fink, Viola da gamba. Es spielte das Münchener Bach-Orchester unter der Leitung von Karl Richter.


Karl Richter aus dem Jahr 1966

Am 15. Oktober 1966, Richters 40. Geburtstag, folgten dann die Aufnahmen zum Eingangschor und Schlusschoral der Kantate BWV 26 mit Bach-Chor und Bach-Orchester, Norbert Hauptmann, Horn, verstärkte die Cantus firmus-Stimme. Tags darauf schlossen sich die Rezitative und Arien an mit den Solisten Ursula Buckel, Sopran, Hertha Töpper, Alt, Ernst Haefliger, Tenor, und Theo Adam, Bass. Die instrumentalen Soli spielten Paul Meisen, Flöte, Manfred Clement, Andreas Schwinn und Gustav Meyer, Oboe I-III sowie Kurt-Christian Stier, Violine.

P.S.
Das im Beiheft zur CD-Box des Gesamtzyklus genannte Datum 1977/78 ist nicht korrekt, wie allein schon an den Namen der Solisten zu erkennen ist.

24. Juni 2006

Vor 40 Jahren: 2. Münchener Bachfest 26. Juni - 6. Juli 1966

In unserer Serie Vor 40 Jahren erinnern wir uns heute an das 2. Münchener Bach-Fest (26. Juni - 6. Juli 1966) unter der künstlerischen Leitung von Karl Richter. In elf Konzerten erklangen viele der bedeutendsten Werke des Thomaskantors, wie seit Jahren vom Publikum und von der Kritik begeistert aufgenommen.



Das Programm:

Sonntag, 26. Juni 1966, 11.00 Uhr, Hochschule für Musik

Festvortrag von Professor Dr. Erich Valentin mit dem Thema "J. S. Bach in Zeit und Umwelt"



Ekkehard Tietze spielte an der Orgel des Großen Konzertsaals Bachs Fantasia super "Komm, heiliger Geist, Herre Gott" und das Präludium c-moll.

Sonntag, 26. Juni 1966, 20.00 Uhr, Kongreßsaal des Deutschen Museums

Johannespassion mit den Solisten Teresa Stich-Randall, Brigitte Fassbaender, Ernst Haefliger, Ernst-Gerold Schramm und Franz Crass


Überschrift einer Joachim Kaiser-Rezension


Montag, 27. Juni 1966, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz

Sonaten I (h-moll), II (A-Dur), III (E-Dur) und V (f-moll) für Violine und Cembalo mit Wolfgang Schneiderhan und Karl Richter

Dienstag, 28. Juni 1966, 20.00 Uhr in der Markuskirche

Orgelkonzert mit Toccata und Fuge D dorisch, Triosonate Nr. 6 G-Dur, den Orgelchorälen "O Mensch, bewein dein Sünde groß", "Kommst du nun, Jesus, vom Himmel herunter", "Wachet auf, ruft uns die Stimme" und der Passacaglia c-moll


Karl Richter (1966)


Mittwoch, 29. Juni 1966, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz

Sonaten E-Dur, a-moll, g-moll, Es-Dur und h-moll für Flöte und Cembalo mit Aurèle Nicolet und Karl Richter


Donnerstag, 30. Juni 1966, 20.00 Uhr in der Markuskirche

Motettenkonzert: "Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf", "Jesu, meine Freude", Singet dem Herrn ein neues Lied, Präludium und Fuge e-moll und Toccata und Fuge F-Dur


Freitag, 1. Juli 1966, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz

Werke für Cembalo: Toccata D-Dur, Capriccio B-Dur, Chromatische Fantasie und Fuge, Partita c-moll und Italienisches Konzert F-Dur mit Ralph Kirkpatrick am Cembalo



Samstag, 2. Juli 1966, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz

Orchesterkonzert: Suite D-Dur, Brandenburgische Konzerte Nr. 2 (F-Dur), Nr. 3 (G-Dur) und Nr. 4 (G-Dur) mit dem Münchener Bach-Orchester und den Solisten Maurice André, Waler Theurer, Wolfgang Haag, Kurt Hausmann und Otto Büchner


Sonntag, 3. Juli 1966, 11.00 Uhr, Hochschule für Musik

Orgelkonzert: Präludium und Fuge a-moll, Partita "O Gott, du frommer Gott", Triosonate e-moll, Toccata, Adagio und Fuge C-Dur, Orgelchoral "An Wasserflüssen Babylon" und Präludium und Fuge h-moll mit Hans Heintze an der Orgel im Großen Konzertsaal

Sonntag, 3. Juli 1966, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz

Kirchenkantaten "Nun ist das Heil und die Kraft", "Ich armer Mensch, ich Sündenknecht", "Gott, der Herr, ist Sonn und Schild" und das Magnificat mit den Solisten Maria Stader, Hertha Töpper, Ernst Haefliger, Franz Crass und Maurice André an der Trompete


Montag, 4. Juli 1966, 20.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz

Sonaten I (G-Dur), II (D-Dur), III (g-moll) für Violoncello und Cembalo und Solo-Suite III (C-Dur) mit Pierre Fournier und Karl Richter


Mittwoch, 6. Juli 1966, 20.00 Uhr im Kongreßsaal des Deutschen Museums

Hohe Messe in h-moll mit den Solisten Lotte Schädle, Hertha Töpper, Ernst Haefliger und Kieth Engen sowie Maurice André an der Trompete

15. September 2005

Elmar Schloter erinnert sich an Karl Richter

Elmar Schloter
Orgel



geboren 6. März 1936
in Schneeberg, Unterfranken

Aus dem Interview:

... Die großen Konzerte fanden regelmäßig an bestimmten Orten statt, im Herkulessaal und im Kongresssaal des Deutschen Museums. Am wohlsten fühlte ich mich eigentlich immer im Herkulessaal. Am unwohlsten war mir im Deutschen Museum und zwar deshalb, weil die Orgel geteilt war. Ein Teil war auf der rechten Seite und ein Teil war auf der linken Seite. Jetzt, wenn man da im Rang oben vor dem dritten Manual saß, das man am meisten benutzt hat, weil es ein Schwellwerk hatte, dann konnte es schon vorkommen, wie es mir mal passiert ist:

Da saß da oben ein Kritiker der Süddeutschen Zeitung und hörte zu. In der Zeitung schrieb er dann Folgendes: "An der Orgel saß ein vorwitziger Kuckuck, der immer zu früh und vorne weg gespielt hat." Man kann eigentlich gar nichts dazu, und trotzdem kommt man dann in so eine Situation.


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25. Juli 2005

Julia Hamari erinnert sich an Karl Richter

Julia Hamari
Alt



geboren 21.11.1942
in Budapest, Ungarn

aus dem Interview:

... Eine dieser Kantaten liebe ich sehr. Es ist meine Lieblingskantate geworden, die BWV 33. Allein zu dir, Herr Jesu Christ mit der Arie Wie furchtsam wankten meine Schritte. Und wie ich das gesungen habe, habe ich plötzlich gedacht, um Gottes Willen, ich werde das nicht singen können. Richter hat ein auch für seine Verhältnisse langsames Tempo genommen. Es war unglaublich langsam, und ich wusste, ich mussdafür einen Atem nehmen, dass eigentlich meine Lunge platzt. Aber, ich hab es getan und ihn angestarrt dabei, ich musste es auswendig singen, sonst wäre es absolut unmöglich gewesen. Und dann guckten alle mich an, das Orchester applaudierte, Richter guckte mich an mit seinen scharfen Blicken, und ich habe mir gesagt, na, Julia, jetzt wirst du nach Hause geschickt. Ich bin hinauf, im Herkulessaal in die Studioräumegegangen, die Arme weit von mir gestreckt. Ich hatte die reinste Lungenerweiterung, von diesem Tempo.

Wir gehen also alle hinauf und plötzlich kommt Richter hinter mir und sagt: “War schön langsam, was?“ Da drehte ich mich um und fragte: „Wollten Sie das?“ „Natürlich nicht! Jetzt kriegen Sie das richtige Tempo und das wird gut.“ Und er hatte recht. Ich hab die Arie auf einen Atem gesungen, und das ohne Schnitte. Ich habe so gesungen, wie man es auf der Platte hört.

23. Juli 2005

Chronik Muenchener Bach-Chor 1966 - 1969 (Teil 3)

Die Chronik des Münchener Bach-Chores in der Ära von Karl Richter 1966 – 1969

1966
Konzertreise nach Finnland: Helsinki, Turku mit Messe h-moll und Motetten (Mai)

Ottobeuren: Johannes-Passion (Juni)

Konzertreise nach Oxford/England zum English Bach-Festival: Johannes-Passion, Magnificat, Kantaten BWV 50 und 79 (Juli)

Münchener Bachfest: Johannes-Passion, Motetten, Kantaten BWV 50, 55, 79, Magnificat und Mees h-moll (Juni/Juli)

Weingarten, Basilika: Messe h-moll (Juli)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Weihnachts-Oratorium (Dezember)

1967
Wien, Musikverein: dreitägiges “Bach-Richter-Fest“ mit Johannes-Passion, Matthäus-Passion und Messe h-moll (Karwoche, April)

München, Herkulessaal: Karl Richter dirigiert zum ersten Mal das Te Deum von Anton Bruckner (26. und 27. April).

Konzertreise Schweiz/Italien: Parma, Schaffhausen, Genf, Lausanne, Turin, Lucca, Vicenza mit Messe h-moll. Johannes-Passion und Motette „Jesu, meine Freude“ (Mai)

Münchener Bachfest: Messe h-moll, Kantaten BWV 180, 117, 106, und Motetten (Mai/Juni)

Ottobeuren: “Händel-Richter-Fest“ zum zehnjährigen Konzertjubiläum der Münchner in

Ottobeuren mit Händels Oratorium Judas Makkabäus (Juni)

Ottobeuren: Motetten (Juli)

Schallplattenaufnahme: Gluck, Orfeo ed Euridice für DGG (August)

Konzertreise nach Kanada und in die USA als deutscher Kulturbeitrag zur Weltausstellung in Montreal: Bachs Messe h-moll und Haydns Schöpfung jeweils in Washington, Constitution Hall, und New York, Carnegie Hall (September/Oktober)

Berlin, Philharmonie: Messe h-moll (Oktober)

Konzertreise nach England: Messe h-moll in Coventry und Newcastle (Ende Oktober)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Messe h-moll (Dezember)

1968
Wien, Musikverein: zwei Aufführungen der Messe h-moll (Karwoche, April)

Erste Konzertreise in die UdSSR: Messe h-moll und Johannes-Passion jeweils in Moskau, Konservatorium, und Leningrad, Philharmonie (April)

Ottobeuren: Händel, Samson (August)

Das ZDF zeigt das Filmporträt “Karl Richter und sein Münchener Bach-Chor“ von Friedrich Müller (Oktober)

München, Deutsches Museum: Mozert, Große Messe in c-moll (November)

Schallplattenaufnahme: Händel, Samson für DGA (November)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Weihnachts-Oratorium (Dezember)

1969
München, Deutsches Museum: Karl Richter dirigiert zum ersten Mal die Messa da Requiem von Giuseppe Verdi (28. Februar)

Schallplattenaufnahme: Händel, Giulio Cesare für DGG (April)

Konzertreise nach Japan: Tokio, Nissei-Theater und Bunka Kaikan, sowie Osaka, Festival- Halle: Messe h-moll (drei Aufführungen), Matthäus-Passion (drei Aufführungen), Johannes-Passion, Magnificat, Kantaten BWV 50, 12, 30, 103, 147, 31 (April/Mai)

Schwetzingen, Festspiele: Motetten-Konzert mit Werken von Schütz und Bach (Juni)

Ottobeuren: Händel, Belsazar (Juli)

Schallplattenaufnahme: Beethoven, Messe C-Dur op.86 für DGG (August)

ZDF-Unitel-Filmaufnahme: Messe h-moll in der Klosterkirche Dießen am Ammersee (September)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Bach Weihnachts-Oratorium (Dezember)


Diese Chronik enthält nur die wichtigsten Daten aus der Schaffensperiode 1966 - 1969 von Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor.

Ergänzungen und Korrekturen sind uns immer sehr willkommen!


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28. Juni 2005

Chronik Muenchener Bach-Chor 1951 - 1959 (Teil 1)

Die Chronik des Münchener Bach-Chores in der Ära von Karl Richter von 1951 – 1959

1951
Karl Richter leitet sein erstes Konzert mit dem Heinrich-Schütz-Kreis in der Markuskirche, auf dem Programm stehen mehrchörige Motetten alter Meister (November)

1952
In Zusammenarbeit mit Dekan Dr. Theodor Heckel wird die Reihe der 'Münchner Abendmusiken' an St. Markus eingeführt. An deren Ausgestaltung sind der Heinrich-Schütz-Kreis und später der Münchener Bach-Chor maßgeblich beteiligt

Karl Richter dirigiert seine erste Messe h-moll in der Markuskirche, München (Februar)

Karl Richter dirigiert seine erste Johannes-Passion in der Auferstehungskirche, München (April)

1953
Im ersten Konzert außerhalb Münchens singt der Heinrich-Schütz-Kreis in der Klosterkirche Andechs Motetten von Anton Bruckner (Oktober)

Erste Schallplattenaufnahme mit dem Heinrich-Schütz-Kreis bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft: Heinrich Schütz, Musikalische Exequien (November)

1954
Dank des großen Erfolgs der Reihe 'Münchner Abendmusik' kann an der Markuskirche eine weitere Konzertreihe 'Bach-Kantate' eingeführt werden

Karl Richter dirigiert seine erste Matthäus-Passion in der Lukaskirche. Erstmals erscheint der neue Name Münchener Bach-Chor auf dem Konzertprogramm (März)

1955
Erste Schallplattenaufnahme des Münchener Bach-Chors für die Firma Teldec:
Bach, Weihnachts-Oratorium (Mai)

1956
Erster Auftritt des Münchener Bach-Chors bei der Bachwoche Ansbach; auf den Programmen stehen sechzehn geistliche und weltliche Kantaten von J. S. Bach (Juli)

1957
Erste Konzertreise des Münchener Bach-Chors und -Orchesters nach Italien. Bachs Matthäus-Passion kommt in Rom, Palermo, Venedig, Triest und Florenz zur Aufführung (April)

Erster Auftritt in Ottobeuren mit Bach-Kantate BWV 10 und Bruckners 150. Psalm (Juni)

Bachwoche Ansbach: Matthäus-Passion, Johannes-Passion, Messe h-moll (Juli)

Bologna, Teatro Comunale: Bach, Matthäus-Passion (Dezember)

1958
Konzertreise nach Italien; Motetten-Programm in Palermo, Florenz, L'Aquila, Rom, Mailand, Triest und Parma (Schütz, A. Scarlatti, Bach, Kodaly, Reger); Matthäus-Passion in Parma beim 'Festival Arturo Toscanini' (März/April)

Erste Schallplatten-Gesamtaufnahme der Matthäus-Passion im Herkulessaal München für die Archiv Produktion (Juli/August)

Ottobeuren: Bach-Kantaten BWV 31, 53, 79, 21 (August)

Schallplattenaufnahme Bach-Kantaten BWV 4, 67, 79, 108 und 127 in München, Haus des Sports, für Teldec (?)

Genua: Messe h-moll mit den Bamberger Symphonikern (Dezember)

1959
Ottobeuren: Matthäus-Passion (Juni)

Bachwoche Ansbach mit fünfzehn Bach-Kantaten; anschließend Schallplattenaufnahmen der Kantaten BWV 8 und 45 im Münster zu Heilsbronn im Probensaal von in der Augustana in Neuendettelsau für die Archiv Produktion (Juli/August)


Die Chronik enthält nur die wichtigsten Daten aus dieser Schaffensperiode von Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor.

Ergänzungen und Korrekturen sind uns immer sehr willkommen!