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30. August 2012

Karl Richter - Konzertprogramme 1956

Erstmals trat im Jahr 1956 der Münchener Bach-Chor bei der Bachwoche Ansbach auf und sang an fünf Abenden 14 geistliche und zwei weltliche Kantaten. Mit von der Partie waren u. a. Peter Pears, Fritz Wunderlich und Dietrich Fischer-Dieskau.



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19. Januar 2012

Karl Richter in Ansbach 1957 - Fotogalerie

Die Bachwoche Ansbach 1957 mit Fritz Wunderlich


 


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9. Juni 2011

Bachwoche Ansbach 1957

Fritz Wunderlich singt erstmals bei Karl Richter
(Folge 5)





Vorankündigung



Zusammen mit der Konzertvorschau wurde auch eine Preisliste für Unterkunftsmöglichkeiten in Ansbach verschickt.



Die Mitwirkenden der Bachwoche 1957




Karl Richter bestritt fünf der zwölf Konzerte der Bachwoche 1957 mit Chor und Orchester. Zur Aufführung kamen die beiden Passionen, die h-moll-Messe und an zwei Abenden die Brandenburgischen Konzerte sowie die beiden Violinkonzerte mit Yehudi Menuhin, der auch einen Soloabend spielte.

Am 24. Juli dirigierte Karl Richter Bachs Matthäus-Passion mit einem wahrlich hochkarätig besetzten Solisten-Ensemble. Peter Pears sang den Evangelisten, Horst Günter die Christus-Partie, Fritz Wunderlich, Kieth Engen, Friederike Sailer und Marga Höffgen waren für die Arien zuständig. Die Namen der Instrumentalsolisten bürgten für höchsten Standard der Bach-Interpretation. Den Cantus firmus übernahmen die Knaben des Leipziger Thomanerchors, der für diese Bachwoche mit seinem damaligen Leiter Kurt Thomas zu einem Motettenkonzert in der Johanniskirche eingeladen war.





Friedrike Sailer, Fritz Wunderlich und Kieth Engen

Im Kammerkonzert am 25. Juli waren zunächst das 5. Brandenburgische Konzert sowie das Violinkonzert a-moll zu hören mit Yehudi Menuhin, Aurèle Nicolet und Karl Richter als Solisten. Nach der Pause folgten das 6. Konzert in B-Dur und, wie immer, als Abschluss das 2. Konzert mit Adolf Scherbaum und Edgar Shann als weiteren Solisten.



Die restlichen drei Brandenburgischen Konzerte sowie das E-Dur Violinkonzert standen einige Tage später auf dem Programm, ebenfalls wieder in der Orangerie im Schloßpark.



An Bachs Todestag, dem 28. Juli, erklang in St. Johannis die Hohe Messe h-moll, mit denselben Vokal- Instrumentalsolisten wie auch an den anderen Tagen.



Den Abschluss der Bachwoche 1957 bildete Bachs Johannes-Passion. Wiederum sang Fritz Wunderlich die Tenorarien.





Karl Richter probt mit Fritz Wunderlich



Ralph Kirkpatrick spielte im Prunksaal des Markgrafenschlosses in zwei Konzerten die sechs Französische Suiten, alle  15 Inventionen und Sinfonien sowie 18 kleine Präludien.

Der Leipziger Thomaner-Chor unter der Leitung des Thomaskantors Kurt Thomas sang in der St. Johanniskirche die Motetten "Komm, Jesu, komm", "Jesu, meine Freude", und "Singet dem dem Herrn ein neues Lied". Thomasorganist Hannes Kästner spielte Präludium und Fuge e-moll und Toccata und Fuge F-Dur.

Yehudi Menuhin gab in der Orangerie im Schlosspark einen Soloabend mit den Sonaten in C-Dur und a-moll sowie der Partita d-moll.

In einem Sonderkonzert musizierten der Tenor Peter Pears und der Lautenist Julian Bream Elisabethanische Lauten-Lieder und Gesänge aus dem Schemelli-Gesangbuch sowie aus Anna Magdalena Bach's Notenbuch.

Eine Solo-Matinee gab auch der Cellist Pierre Fournier in der Orangerie mit den Suiten in C-Dur, c-moll und D-Dur.

Schließlich erklang in der Orangerie im Schlosspark das Musikalische Opfer, ausgeführt vom Kammerorchester Wilhelm Stross.




Probe für die Johannes-Passion in St. Gumbertus

Weitere Informationen zur Bachwoche Ansbach

7. Dezember 2010

Bach, Weihnachtsoratorium mit Karl Richter

Aufnahme von 1965 für wenig Geld



... Karl Richter zum Beispiel machte sich im Jahr 1965 im Münchner Herkulessaal an eine aufwändige Plattenaufnahme, die neben dem Bach-Chor und dem Bach-Orchester auch herausragende Solisten wie die Sopranistin Gundula Janowitz und den Tenor Fritz Wunderlich vor den Mikrofonen versammelte. Das Resultat war bestechend. Richter gelang es, bis ins Details der dynamischen Gestaltung die einzelne Komponenten ausgewogen zu gewichten. Gerade in den vertrackt kontrapunktischen Chorpassagen konnte er seine Fähigkeit ausspielen, große Klangkörper nuanciert zu lenken. Sein "Weihnachtsoratorium" wurde zu einer zentralen Einspielung des Werkes, beseelt vom kongenialen Zusammenwirken von Text und Interpretation.

(Klassikakzente 06.12.2002)

Diese CD-Box gibt es zur Zeit bei Amazon zu einem äußerst günstigen Preis!

11. März 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1964 ff. [DE]

Einzig genial! überschrieb der Spiegel im November 1965 einen Artikel über Karl Richters künstlerische Entwicklung. Richter hatte aus Amerika den Ruf erhalten, das offizielle Kennedy-Gedenkkonzert in der New Yorker Philharmonic Hall zu spielen. Richter, sein Münchener Bach-Chor und das Bach-Orchester waren, wie der Kritiker Ulrich Dibelius befand, inzwischen zu einer Institution geworden. Und Karl Schumann sah in Richter den bedeutendsten Bach-Interpreten des Jahrzehnts.

Inzwischen hatten sich zu den bewährten Protagonisten der Konzertaufführungen und Schallplatteneinspielungen neue Namen gesellt, in der zeitlichen Reihenfolge waren dies: Hermann Prey, Johannes Fink, Maurice André, Christa Ludwig und Gundula Janowitz, Franz Crass, Ernst-Gerold Schramm, Peter Schreier, Julia Hamari, Peter van der Bilt, Hermann Baumann, Edda Moser, Horst Laubenthal, Edith Mathis und Helen Donath.



Johannes Fink inmitten von Bach-Choristen

Johannes Fink

"Ich ging im Mai 1964 in die Hochschule zum Unterricht und laufe mit meinem Cellokasten an der Pforte vorbei. Aus der Pforte stürmt ein dicker, großer, schwitzender Mann auf mich zu und fragt: „Haben Sie einen Frack? Haben Sie einen gültigen Reisepass? Sie sind engagiert.“ Dann habe ich ein bisschen gestutzt und hab gefragt, worum es denn eigentlich ginge, und dieser Mensch hat mir dann gesagt, dass in zwei Tagen eine Konzertreise des Münchener Bach-Chores und -Orchesters nach Italien stattfinden soll und ein Cellist der Oper absagen musste, weil er von seinem Chef nicht frei bekommen hat. Und jetzt braucht er dringend, unbedingt einen Cellisten.

Ich bin dann zu meinem Celloprofessor gegangen, habe ihn gefragt, und er hat gesagt: „Unbedingt zusagen, unbedingt, ganz, ganz wichtig.“ Und dann bin ich wieder zu dem Herrn Klosa, das war der Hausmeister der Hochschule und, wie sich dann später herausgestellt hat, die rechte Hand von Karl Richter, und hab' „ja“ gesagt, war dann in der Markuskirche am nächsten Tag zu zwei Proben, und am übernächsten Tag saß ich mit Frack und Reisepass, denn das waren ja meine Qualifikationen, im Zug mit Bach-Chor und Bach-Orchester."

Auf dieser Konzertreise war erstmals auch Maurice André mit dabei. Er war als Juror im Fach Trompete zum ARD-Wettbewerb 1963 nach München gekommen, hatte sich dann aber entschlossen. selber als Spieler am Wettbewerb teilzunehmen, und gewann unangefochten und überragend den 1. Preis. Karl Richter verpflichtete Maurice André sogleich für seine Aufführungen, das Debüt erfolgte auf dieser Tournee nach Italien und in die Schweiz, wo in Palermo, L’Aquila, Florenz, Turin, Mailand, Vicenza und beim Bachfest in Schaffhausen neben Haydns Schöpfung, Bachs Johannes-Passion und die h-moll-Messe auf dem Programm standen.



Maurice André auf der Italientournee 1964

Lotte Schädle

"Schon die Überfahrt von Reggio nach Messina war eine stimmungsvolle Angelegenheit. Bei sternklarem Himmel spielte Maurice André an Deck auf seiner Bachtrompete. Es war herrlich. "

Karl-Christian Kohn

"Dieses allerletzte Konzert der Italien-Reise in Vicenza, das war unheimlich. Ich hatte manchmal das Gefühl, als wenn er Todesnähe empfunden hätte. Nach dem Konzert war er ja ziemlich schweigsam, hat sich da hingesetzt, hat seinen Rotwein getrunken. Mir war unbegreiflich, dass er dann am andern Tag quicklebendig war. Aber die Art und Weise, wie er nach einem Konzert da saß, gerade da in Vicenza, der Eindruck war unglaublich. Ein Genie, hier war ein Musikgenie am Werk. Das war der Unterschied zu den anderen, auch guten Dirigenten. Aber hier war ein Genie am Werk. Ganz einwandfrei."



Karl Richter in Italien 1964

Wieder zurück in München, war die Schallplattenaufnahme von Georg Friedrich Händels Messias für die Deutsche Grammophon Gesellschaft angesagt, die erste Einspielung mit Maurice André an der Trompete. Im Februar 1965 folgte dann Bachs Weihnachtsoratorium - mit Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich und Franz Crass - und natürlich mit Maurice André, und im April brach Richter mit Chor und Orchester zur ersten Konzertreise in die USA auf.

1966 flog Karl Richter mit seinem Ensemble nach Finnland zu Konzerten in Helsinki und Turku und nur wenig später zum English Bach-Festival nach Oxford. Überall stand jeweils auch Bachs h-moll-Messe auf dem Programm, und stets war Maurice André mit von der Partie.

Hertha Töpper

"Ich weiß, dass wir in Helsinki damals eine unglaublich geglückte h-moll-Messe hatten. Da war auch wieder diese Übereinstimmung - Keilberth würde sagen, da war Gott im Raum - es war ein ungeheures Fluidum zu spüren. Da gab es ein Empfinden von „es kann überhaupt nichts passieren“. Wir waren wie unter einer Glocke. Jeder von uns gibt das Beste, aber wir wurden irgendwie geführt, wir konnten gar nicht anders, als dass jeder das Beste gab. Es war eine so geschlossene, fast schwebende Aufführung."



Karl Richter und Maurice André in Helsinki 1966

Im November 1966 gelangte im Deutschen Museum München Händels Oratorium Judas Maccabäus zur Aufführung. „Es war ein Abend des dirigentischen Glanz und Gloria“ schrieb Karl Schumann in der SZ. „und er wird durch den herben, verzückten Klang des Bach-Chores, durch Maurice Andrés Wundertrompete und durch den energischen Bogenstrich des Bach-Orchesters eine kostbare Konzerterinnerung bleiben. Der Beifall schien die Mauern von Jericho einstürzen zu können.“ ..."

Johannes Fink

"Eines Tages ruft mich der damalige Besetzungschef von Karl Richter an, der Herr Kirchner, und fragt: „Trauen Sie sich zu, in einer Bach-Passion Gambe zu spielen?“ Na ja, ich war damals 22, 23 Jahre alt, da traut man sich sehr viel zu, und ich habe natürlich „ja“ gesagt. Dann bin ich zu den ersten Proben gekommen. Karl Richter, hat mich sehr tastend angesehen, er hat kein Wort gesagt, dann war die Generalprobe der Johannes-Passion. Hertha Töpper hat die Es-ist-vollbracht-Arie gesungen. Er hat auch nach der Generalprobe kein Wort gesagt, nur, als wir dann vom Podium runter gegangen sind, kommt er zu mir her und sagt: „Aber morgen Abend spielen Sie nicht auswendig.“ Dann hab ich gesagt: „Doch, Herr Professor, ich werde auch morgen auswendig spielen, wenn ich was auswendig spiele, dann kenne ich das Stück so gut.“ Er drauf: „Was machen Sie, wenn sich jemand verspielt?“ „Das wird nicht der Fall sein.“ „Nein, ich möchte nicht, dass Sie auswendig spielen, es macht mich nervös.“

Und da musste ich ein bisschen schmunzeln, denn er hat ja alles auswendig dirigiert, gespielt, geprobt, er kannte die Taktzahlen auswendig. Ich hab dann trotzdem auswendig gespielt und er hat kein Wort darüber verloren. Man wartet schon das erste Mal, wenn man spielt, dass er sagt: „Es war gut“, oder man wartet erst recht darauf, dass er sagt: „Es war nicht gut“. Nichts gehört!"



Johannes Fink

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1964 ff. [EN]

UNIQUELY INGENIOUS!!! was the title given to an article in the Spiegel in November 1965, about Karl Richter’s artistic development. Richter had been summoned from America to play the official Kennedy Memorial Concert at the New York Philharmonic Hall. Karl Richter, his Munich Bach Choir and the Bach Orchestra had become in the meantime, as the music critic Ulrich Dibelius stated, a fixed institution on the musical scene. Karl Schumann saw in Richter one of the most significant Bach interpreters of the century.

In the meantime new names had joined the established protagonists of concert performances and gramophone recordings these in chronological sequence were: Hermann Prey, Johannes Fink, Maurice André, Christa Ludwig and Gundula Janowitz, Franz Crass, Ernst- Gerold Schramm, Peter Schreier, Julia Hamari, Peter van der Bilt, Hermann Baumann, Edda Moser, Horst Laubenthal, Edith Mathis and Helen Donath.



Johannes Fink with Bach-Choristers

Johannes Fink

"In May 1964 I was on my way to lessons at the Music Academy. I was walking past the main door with my Cello case, when suddenly a big stout perspiring man rushed out of the door in my direction and asked, “Do you have a dress coat? And do you have a valid passport? You are engaged”! I was a bit confused and asked, what it was all about, and this person told me, that in two days time a concert tour of the Munich Bach Choir and Orchestra was due to leave on it’s way to Italy and the opera cellist had had to say no, because his boss would not give him time off. And he now desperately needed a cellist.

I went to my Professor to ask his advice and he said, I should accept at all costs. I then went to the caretaker of the Academy, who was as it later transpired figuratively speaking, Karl Richter’s ”right hand”, and said, “Yes”. The next day I was in the Markuskirche for two rehearsals, and two days later with my dress coat and my valid Passport, which were so to say my Qualifications, I was sitting in the train as part of the Bach Choir and Orchestra."

Maurice André was on this Concert Tour for the first time too. He had come to Munich in 1963 to act as juror at an ARD Television Trumpet Competition, but had then decided to take part himself and won an unchallenged and outstanding first prize. Karl Richter engaged Maurice Andre on the spot for his stage performances. André’s debut took place on the concert tour in Italy and Switzerland, where in Palermo, L’Aquila, Florence, Turin, Milano, Vicenza and at the Bach Festival in Schaffhausen, where not only Haydn’s 'Schoepfung', but Bach’s Johannes Passion and the b-minor Mass a part of the program.



Maurice André during the Italian tour in 1964

Lotte Schaedle

"The crossing from Reggio to Messina was in itself an uplifting experience. Under a starlit heaven Maurice André stood on deck and played his Bach trumpet, it was glorious."

Karl Christian Kohn

"This very last Concert on the Italian tour in Vicenza was uncanny. I sometimes had the feeling, that he could feel death’s proximity. After the concert he was rather quiet, he sat down and drank his red wine. Seeing him like that, it was almost impossible to imagine, that on the next day he would be full of life again. But the way he would sit there after a Concert as he did in Vicenza, the impression it left was incredible. A genius. Here was a music genius at work. That was the difference between Richter and other good conductors; here was a Genius at work. Absolutely faultless."



Karl Richter in Italy 1964

Back in Munich it was time for the Gramophone recording of Georg Friedrich Handel’s 'Messiahs' for the Deutsche Grammophon Gesellschaft: the first recording to be made with Maurice André on the Trumpet. Bach’s Christmas Oratorio followed in February 1965, featuring Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich and Franz Crass, and of course Maurice André. In April of the same year, Richter, together with Choir and Orchestra, set off for the very first U.S.A - Concert tour.

In 1966 Karl Richter flew with his ensemble to Finland for concerts in Helsinki and Turku and a short time later to the English Bach Festival in Oxford. Bach’s High Mass in b-minor was to be found on each and every concert program and Maurice André was always part of the team.

Hertha Toepper

I know, that once in Helsinki we had an incredibly successful b-minor Mass. There was this feeling of complete and utter harmony: Keilberth would have said, that God was present - it was a tremendous atmosphere, you had the feeling “nothing can go wrong”. It was as though we were under a protective Cloche. Every one of us gave his or her best, we felt as though we were somehow being lead and that we couldn’t do anything else but give our best. It was an enclosed and almost floating performance."




Karl Richter and Maurice André in Helsinki 1966

"In November 1966 Handel’s 'Judas Maccabaeus' was put on stage in German Museum in Munich. Karl Schumann wrote in the Sueddeutschen Zeitung: ”It was an evening full of conducting brilliance and glory and thanks to the austere, rapturous resonance of the Bach Choir, Maurice André’s wonder trumpet and the Bach Orchestra’s forceful strokes of the bow, will always remain a precious Concert memory. The applause was such it could have brought the walls of Jericho tumbling down.” ..."

Johannes Fink

"One day Karl Richter’s Casting Director, Herr Kirchner, called me and asked: “do you trust yourself to play the Bass Gambe in a Bach Passion?” Now at that time I was 22, 23 years old, an age where one trusted oneself to do a great number of things, and I of course answered with yes. I then went to the first rehearsal. Karl Richter looked at me very tentatively, but did not say a word. Then came the general rehearsal for the Johannes Passion. Hertha Toepper sang the 'Es ist vollbracht' - aria . He did not say anything after the General Rehearsal either, but when we were leaving the podium he came to me and said: “but tomorrow evening you are not to play off by heart!” But of course I’ll play by heart, Herr Professor, when I play something from memory; it means I know the piece very well. He thereupon: “And what will you do if somebody else makes a mistake??“ “That won’t happen”. “No I don’t, want you to play off by heart, it makes me nervous.”

At that I had to smile a bit because he had conducted and practiced and played everything from memory. He knew all the measures by heart. So despite everything I played by memory and he never said another word about it. When something was played for the first time, you always waited for him to say: “It was good” or maybe even more so to hear “it was not good”. Not a word was said."



Johannes Fink

4. März 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1960 ff. [DE]

In den folgenden Jahren spielte Karl Richter mit seinem Münchener Bach-Chor und dem Bach-Orchester alle großen Chor- und Orchesterwerke von Johann Sebastian Bach bei der Deutschen Grammophon auf Schallplatte ein: so 1961 die Hohe Messe in h-moll, ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, 1964 die Johannes-Passion und 1965 das Weihnachtsoratorium.

Im Februar 1962, im März 1963 und im Mai 1965 gastierte Karl Richter mit Chor und Orchester in Paris. Zur Aufführung gelangten im Salle Pleyel Bach's h-moll-Messe und Johannes-Passion, die Kantate 'Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen' sowie das Mozart-Requiem.



Plakat vor dem Salle Pleyel, Paris 1961

Ansbacher Bachwoche

Hertha Töpper

"Wir waren in Neuendettelsau im Schwesternhaus untergebracht. Da wohnte daneben Aurèle Nicolet, der geübt hat, oder sonst wer. Dr. Weymar hat das Ganze betreut, und zwar sehr präzise betreut. Wir hatten die Proben nämlich an verschiedenen Orten, und da stand an jeder Ecke einer von seinen Helfern und hat gezeigt, wo es weitergeht, wo man hin zu gehen hatte. Im Palmenhaus hatten wir unseren Mittagstisch, und auch da wurde im Voraus geplant. Wenn jemand kein Schweinefleisch essen wollte, wurde das berücksichtigt und eben auch solche Dinge. Oder es gab am nächsten Tag alle Kritiken. Es wurde an alles gedacht. Und jeder kleinste Wunsch wurde selbstverständlich erfüllt.

Bach in Ansbach - das waren Sternstunden. Es war ein wunderschönes Musizieren. Und an jedem Pult saßen nur Konzertmeister, die von Aufführung zu Aufführung gewechselt haben. Alle waren wirklich Diener. Ja es war schön, wirklich schön. Richter hat natürlich fantastisch musiziert."



Ursula Buckel, Kieth Engen und Hertha Töpper (Ansbach 1963)

Kieth Engen

"Es war eine wunderbare Zeit, das Leben damals in Neuendettelsau. Wir haben uns in diesem kleinen Dorf nur für Johann Sebastian Bach Zeit genommen. Nur geprobt, nur geübt. Dann sind wir mit dem Bus nach Ansbach zur Gumbertuskirche gefahren und haben dort unsere Konzerte gegeben. Da waren sehr liebevolle Kollegen dabei, Peter Pears, Fritz Wunderlich, es waren Ursula Buckel dabei, Marga Höffgen und natürlich Hertha Töpper. Ich habe mein ganzes Leben lang mit Hertha Töpper an der Oper und bei Karl Richter die Konzerte gesungen. Sie war eine begnadete Opernsängerin und eine begnadete Bachsängerin. Diese Zeit in Ansbach hat vielleicht das Fundament für Bach bei mir gelegt. Ich bin dankbar, dass ich es erlebt habe."

Irmhild Reges

"Die größte Gaudi war für uns, wenn die Männer des Bach-Chores gegen das Orchester und die Solisten Fußball gespielt haben. An einem strahlenden Sonntag hatten sich die hübschesten Mädchen des Chores besonders nett angezogen, sie standen hinter dem Tor und haben mit allen möglichen Klapperinstrumenten eine herrliche Stimmung erzeugt. Ernst Haefliger stand an der Seitenlinie und kommentierte das Spiel wie ein Radioreporter. Wir haben bewundert, wie unglaublich sportlich Aurèle Nicolet und Otto Büchner waren. Zwei oder drei Mädchen vom Chor haben einen Lorbeerkranz geflochten und den Siegern um Otto Büchner und Paul Meisen umgehängt. Es war eine unglaubliche Gaudi für alle."



Paul Meisen und Otto Büchner im Siegerkranz (Ansbach 1961)

Paul Meisen

"Das besondere Flair von Ansbach bestand vor allem in der Gemeinschaft, die dort zusammen kam und mit jedem Tag mehr zusammenwuchs. Man lebte ja sozusagen zusammen. Der Fußball spielte auch manchmal eine Rolle, und sicherlich eine, die uns noch mehr zusammenschweißte. Aber es waren natürlich auch die musikalischen Dinge, die uns dort vereinten. Es war genau so wie später in der Münchner Zeit, die ich miterleben durfte, eben geprägt durch die zentrale Figur Karl Richter."



Probe in der Gumbertuskirche (Ansbach 1961)

1964 gestalteten Karl Richter und sein Ensemble zum letzten Mal die Bachwoche Ansbach, man hatte sich entschlossen, zukünftig ein eigenes Bachfest in München auszurichten.

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1960 ff. [EN]

In the following years Karl Richter, with his Munich Bach-Choir and Bach-Orchestra put all of Johann Sebastian Bach’s greatest choral and orchestral works onto Grammophone Records for the Deutsche Grammophon Company: in 1961 the High Mass in b-minor, which was awarded the Deutsche Grammophon Review Prize, 1964 the St. John Passion and in 1965 the Christmas Oratorio.

In February 1962, in March 1963 and in May 1965 Karl Richter, as guest conductor with the Munich Bach-Choir and Bach-Orchestra in Paris in the Salle Pleyel, successfully presented Bach’s Mass in b-minor, the St. John Passion, the Cantata 'Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen' and the Mozart’s Requiem.



Plakat at the Salle Pleyel, Paris 1961

Ansbacher Bachwoche (Bach week)

Hertha Toepper

"We were in Neuendettelsau we stayed in the convent. Next door to Auréle Nicolet or whoever was there for rehearsals. We were looked after by Dr. Weymer and very precisely looked after. We had rehearsals in different places, and on every corner there was one of his helpers to tell us where to carry on to. The midday meal was in the Palmhouse and that was also planned in advance. If someone did not want to eat pork for example, that was taken into account of as well as other such problems. Or the next day was for all the reviews. Every thing was taken into consideration and it went without saying that every wish no matter how small was fulfilled.

Bach in Ansbach, those were magical moments. The music making was wonderful. At every music stand there were concertmasters, who where changed from one performance to the next, they really waited on us. Yes it was beautiful, really beautiful. Richter’s musical performance was of course fantastic."



Ursula Buckel, Kieth Engen und Hertha Toepper (Ansbach 1963)

Kieth Engen

"It was a wonderful time, the life we lead in Neuendettelsau. There in that little village our time was spent just for Johann Sebastian Bach. All we did was to practice and rehearse: then we were driven by bus to Ansbach in the Gumbertus Church to perform our Concerts. There were many well-loved colleagues present, Peter Pears, Fritz Wunderlich, Ursula Buckel and Marga Hoeffgen were there as well and of course, Hertha Toepper. I sang all my life with Hertha Toepper at the Opera and in Karl Richter’s Concerts. She was an exceptionally gifted Bach singer. The time spent in Ansbach maybe laid the Bach foundations for me. I am very grateful to have had the experience."

Irmhild Reges

"The greatest fun for us was, when the male members of the Bach-Choir played football against the members of the Orchestra and the soloists. On a radiant Sunday the prettiest girls belonging to the choir had got dressed up to the nines and, with all manner of clattering instruments, placed themselves behind the goal creating a glorious distraction. Ernst Haefliger stood on the sidelines giving a commentary of the game just like a radio reporter. We admired how unbelievably sportive Auréle Nicolet and Otto Buechner were. Two or three of the girls from the choir had made a laurel wreath for the winners Otto Buechner and Paul Meisen. It was tremendous fun for all of us."



Paul Meisen and Otto Buechner wearing the winners wreath (Ansbach 1961)

Paul Meisen

"Ansbach’s Special flair laid most of all in the community spirit that developed and became stronger every day. One lived so to say together. The football played a role sometimes too, one that surely welded us even more together. But it was of course the musical things that joined us together most of all. It was exactly the same as later in the Munich period, which I was lucky to be a part of; the peculiar character of this time indelibly marked by the central figure of Karl Richter."



Rehearsal in the Gumbertuskirche (Ansbach 1961)

In 1964 for the last time, Karl Richter and his ensemble arranged and took part in the Bachwoche in Ansbach. They decided to arrange from now on a Bach festival on their own in Munich.

27. Februar 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1957 ff. [DE]

Im Frühjahr 1957 führte die erste Auslandsreise des Münchener Bach-Chores und Münchener Bach-Orchesters nach Italien. In Palermo, Venedig, Triest, Florenz und Rom gelangte Bach's Matthäus-Passion zur Aufführung. Unter den Gesangssolisten war u.a. Fritz Wunderlich.

Antonia Fahberg

"Als Fritz Wunderlich zum ersten Mal zu Richter kam, da war er ein ganz junger Sänger, in Stuttgart engagiert und auf seine Stimme natürlich sehr stolz. Er wollte immer wieder damit brillieren. Zum Beispiel erzählte er: "Da bin ich heute um acht Uhr früh aufgestanden und wollte ein C singen und habe keins gehabt!" Wir darauf: "Bist du wahnsinnig, was willst du in der Früh um acht mit einem hohen C, da hat man ja normalerweise noch nicht mal eine Stimme, geschweige denn ein hohes C!" ..."



Fritz Wunderlich und Karl Richter 1957

Viermal innerhalb von 15 Monaten war wiederum Italien das Ziel von Konzertreisen, im Dezember mit Bachs Matthäus-Passion nach Bologna, im darauffolgenden Frühjahr mit einem Motettenprogramm a-capella nach Palermo, Florenz, L'Aquila, Rom, Mailand und Triest.

Irmhild Reges

"Wir fuhren in einem Touropa-Zug, wie es damals üblich war. Wir hatten in der Nacht unsere Betten, und am Tage wurde eine Art Bügelbrett in die Mitte geschoben, um darauf zu speisen. So kamen wir bis nach Palermo in Sizilien, in Messina setzten wir mit dem Zug auf einem Schiff über. Wir hatten schöne Konzerte und viel Erfolg, die Italiener fanden das großartig, was wir geleistet hatten."



Irmhild Reges

Im Dezember stand Bach's h-moll-Messe in Genua auf dem Programm und schließlich am 24. März 1959 Bach’s Matthäus-Passion beim Festival Arturo Toscanini in Parma. Die Solisten waren Ursula Buckel, Hertha Töpper, Ernst Haefliger, Manfred Cordes und Kieth Engen.

Höhepunkt des Jahres 1958 war die Schallplattenaufnahme von Bach's Matthäus-Passion für die Archiv-Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft, für die eigentlich Günther Ramin als Dirigent vorgesehen war.

Hertha Töpper

"Mit ihm habe ich die Matthäus-Passion für die Deutsche Grammophon begonnen; doch eine Woche später war er tot."

Ernst Haefliger

"Man hat auch mich gefragt, mit wem man es machen sollte. Und ich hab gesagt: "Mit Richter." Das war für mich das Nächste. Richter hat auch die Kraft dazu gehabt. Wenn er dabei war, hat er nie nachgelassen oder etwas gekünstelt gemacht. Und wenn man die erste Aufnahme nimmt, von der Grammophon, da hört man das noch drauf. Wie das ganz streng war im Grunde, und auch der Chor, das hört man. "



Schallplattenaufnahme der Matthäus-Passion

Hertha Töpper

"Karl Richter hat dann die Matthäus-Passion übernommen und natürlich wieder von vorne angefangen. Da habe ich ihn als Grammophon-Einspieler erlebt, sehr rigoros, aber sehr sicher. Wir hatten ja alles schon oft miteinander gemacht, ich kannte seine Tempi, und es ging alles wunderbar. "

Ernst Haefliger sang den Evangelisten, Kieth Engen die Jesus-Partie, die weiteren Gesangssolisten waren Irmgard Seefried, Antonia Fahberg, Hertha Töpper, Dietrich Fischer-Dieskau und Max Pröbstl.

Irmhild Reges

"Die Aufnahmen fanden im Herkulessaal statt, aber immer erst nach den abendlichen Konzerten. Die Proben und Aufnahmen begannen also nicht vor 23.00 Uhr in der Nacht. Die Zusammenarbeit mit den Solisten und dem Orchester war wunderschön, zum Abhören sind wir immer in die Räume dahinter mitgelaufen, um etwas davon mitzubekommen, wie es nun geklungen hat."


Otto Büchner und das Münchener Bach-Orchester

Kurt Hausmann

"Bei dieser erste Aufnahme in München hat es nicht funktioniert mit den Englisch Hörnern. Und da kam ein Anruf ans Festspielhaus, und Richter sagte: "Mit den Englisch Hörnern, das klappt nicht so, können Sie es nicht mit Edgar Shann zusammen machen?" Ich sagte: "Ich weiß nicht, schicken Sie mir den Edgar nach Bayreuth, dann probieren wir, ob es geht." Edgar Shann kam, wir haben es probiert, haben uns schön zusammen gefunden und haben dann sämtliche Englisch Horn-Partien zusammen musiziert, und es ging gut."

Hertha Töpper

"Die Altarie wurde um 2.30 Uhr früh aufgenommen. Das weiß natürlich kein Mensch und es ist ja auch nicht interessant, was man für Schwierigkeiten so hat."



Hertha Töpper, Antonia Fahberg und Max Pröbstl

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1957 ff. [EN]

In the Spring of 1957 the Munich Bach-Choir and the Munich Bach-Orchestra went on their first trip abroad to Italy. Bach’s Matthew Passion was performed in Palermo, Venice, Trieste, Florence and Rome. Fritz Wunderlich was amongst the vocal soloists on this tour.


Antonia Fahberg

"The first time Fritz Wunderlich came to Karl Richter. He was a very young singer, engaged in Stuttgart and naturally very proud of his voice, He always wanted to show it off. For example he once told us: “ I got up this morning at 8 o’clock and wanted to sing a high C, but I didn’t have one to sing.” We answered: “ Are you crazy? What do you want to sing a high C for at 8, in the morning nobody normally has a voice at that hour never mind a high C”."



Fritz Wunderlich and Karl Richter in 1957

Four times within 15 months the destination of Concert tours was again Italy. In December with Bach’s Matthew Passion; in Bologna, in the following Spring with an 'a capella' Motetten Program in Palermo, Florence, L’Aquila, Rome, Milan and Trieste.

Irmhild Reges

"We traveled in a Touropa train as was usual in those days. At night we had our beds and during the day a sort of Ironing board would be pushed into the middle so that we had somewhere to eat from. In this way we traveled as far as Palermo in Sicily: in Messina the train was taken onto the ship for the crossing. We had lovely Concerts and a lot of success; the Italians found our work and our achievements really great."



Irmhild Reges

In December in Genoa, Bach’s Mass in h-minor was on the Program and finally on March 24, 1959 Bach’s Matthew Passion at the Festival Arturo Toscanini in Parma .The soloists were Ursula Buckel, Hertha Toepper, Ernst Haefliger, Manfred Cordes and Kieth Engen.

The climax of the year 1958 was the recording of Bach’s Matthew Passion for the Archive Production of the German Grammophon Company, for which Guenther Ramin was supposed to have been the Conductor.

Hertha Toepper

"I had begun the Matthew Passion with him for the German Grammophon Company; only one week later he was dead."

Ernst Haefliger

"I had been asked with whom it should be made; and I said “with Richter”, for me the immediate choice. Richter possessed the strength needed. When he was involved, he never faltered or produced something forced or artificial. When one listens to the first Grammophon recording you can hear this. How austere it was basically, the Choir as well, you can hear it."



Disk recording Matthew Passion

Hertha Toepper

"Karl Richter had taken over the Matthew Passion and naturally had begun again from the very beginning. I have experienced him at Grammophon recordings, very rigorous, but very assured. We had all had a lot to do with one another; I knew his “Tempi ”and everything went along wonderfully."

Ernst Haefliger sang the part of the Evangelist, Kieth Engen that of Jesus, other vocal soloists were Irmgard Seefried, Antonia Fahberg, Hertha Toepper, Dietrich Fischer Dieskau and Max Proebstl.


Irmhild Reges

"The recordings took place in the Hercules Hall, but not until after the evening Concerts were over. That meant the rehearsals and recordings never started until eleven o’clock at night. The collaboration with the soloists and the Orchestra was wonderful; afterwards we went into the rooms behind the hall to listen to what had been recorded so as to get an idea of how it had sounded."



Otto Buechner an the Munich Bach-Orchestra

Kurt Hausmann

"The first recordings in Munich with the English Horns had not functioned very well. A call came to the, Festival hall where Richter said: “It’s not working out properly with the English horns, can’t you do something together with Edgar Schann?” I said: “ I don’t know, send Edgar to me in Bayreuth, then we can try and see what we can do”. Edgar Schann came, we tried it out. We got together and played all the English-Horn pieces together and it turned out very well."

Hertha Toepper

"The contralto aria was recorded at half-past two in the morning. Nobody knew about this of course and the difficulties we had were not considered interesting."



Hertha Toepper, Antonia Fahberg and Max Proebstl

6. Februar 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1955 ff. [DE]

Aber nicht nur die Instrumentalisten des Bach-Orchesters prägten die Interpretationen der großen Werke von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Beethoven, später auch von Mendelssohn, Bruckner, Brahms, Dvorak und Verdi. Maßgeblich beteiligt war auch das Vokalensemble, das sich zunächst hauptsächlich aus dem reichhaltigen Sänger-Reservoire des Nationaltheaters rekrutierte.

Hertha Töpper

1952 war Hertha Töpper von Graz an die Staatsoper nach München verpflichtet worden. Schon kurze Zeit später nahm Günther Ramin Kontakt zu ihr auf.

„Günther Ramin hatte für 1955 die Hohe Messe vorgeplant und gesagt: Solisten wie immer. Da hat der Orchestervorstand des Bayerischen Staatstheaters ihm geschrieben: „Wir haben da eine neue Altistin, die sollten Sie sich anhören.“ Ramin kam im Dezember 1954 auf der Durchfahrt nach Bad Gastein nach München und saß in der Oper in meinem Rosenkavalier. Und im Rosenkavalier hat er entdeckt, dass ich eine Bachsängerin sei. "

Und bald darauf wurde auch Karl Richter auf sie aufmerksam.

"Karl Richter hat damals gesagt: „Die Töpper kam nicht nach München, die war plötzlich da." Und Gott sei Dank, hat er dann auch ziemlich schnell Kontakt zu mir aufgenommen."


Hertha Töpper

Am 6. November 1955 debütierten zwei weitere Mitglieder der Nationaltheater-Sängergilde im Rahmen des Bach-Kantaten-Zyklus in der Markuskirche, Antonia Fahberg und Kieth Engen.

Antonia Fahberg

„Ich sollte für eine Kollegin einspringen, war damals aber schon kurz vor der Entbindung von meinem Sohn, und da sagte ich: „Um Gottes Willen, was soll ich denn anziehen?“ Ich hatte also ein schwarzes Kleid, und man hat mir einen schwarzen Schal von hinten drüber mit Sicherheitsnadeln festgesteckt. Karl Richter ist jeden Tag gekommen und hat mit mir gearbeitet, das war ganz toll. Ich hatte ja noch nie Bach gesungen. Es war ein Riesenerfolg, und von da an war das eine große Liebe. "


Antonia Fahberg

Kieth Engen

„Mein erstes Zusammentreffen mit Karl Richter war im Jahr 1955 in der Markuskirche in München. Er fragte mich: „Was wollen Sie singen? “Und ich sagte: „Ich würde sehr gern das Arioso 'Am Abend, da es kühle war' aus der Matthäus-Passion singen.“ Wir gingen zu der Orgel, die Kirche war leer, dachte ich, und wir haben dieses Arioso gemacht, er an der Orgel, und ich habe gesungen. Und darauf sagte er: „Sehr gut, sehr gut, könnten Sie im November zwei Kantaten mit mir machen in dieser Kirche?“ „Ja, sehr gern, natürlich.“ ...“


Kieth Engen

1956 standen erstmals Lotte Schädle und Fritz Wunderlich, Dietrich Fischer-Dieskau und Peter Pears auf dem Programm von Bach-Konzerten in der Markuskirche und bei der Ansbacher Bachwoche, ein Jahr später sang Marga Höffgen in Ansbach die Alt-Arien in der h-moll-Messe und in beiden Passionen, auch Fritz Wunderlich, Peter Pears und Kieth Engen waren mit von der Partie.


Lotte Schädle


Fritz Wunderlich mit Karl Richter


Dietrich Fischer-Dieskau mit Karl Richter


Peter Pears


Marga Höffgen