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31. Januar 2012

Karl Richter 1961 - Fotogalerie 2

Bachwoche Ansbach 1961 - Teil 2


 


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Einen Überblick über alle verfügbaren Fotogalerien Karl Richters gibt es auf der Seite "Fotoarchiv".

1. Juli 2011

Karl Richter in Ansbach vor 50 Jahren

Fünf Konzerte bei der Bachwoche 1961
(Folge 10)














John van Kesteren, Tenor



Karl Richter mit Heinz Geisel, dem langjährigen Geschäftsführer des Münchener Bach-Chors







Karl Richter probt Bachs Cembalokonzert d-moll



Karl Richter und Otto Büchner in der Probe zum Orchesterkonzert am 27. Juli 1961



Probe zum Doppelkonzert d-moll mit Otto Büchner (Violine)



...und Edgar Shann (Oboe)



Otto Büchner und Aurèle Nicolet proben das Konzert a-moll für Flöte, Violine und Cembalo



Karl Richter, Aurèle Nicolet und Paul Meisen im Brandenburgischen Konzert Nr. 4 G-Dur

27. Februar 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1957 ff. [DE]

Im Frühjahr 1957 führte die erste Auslandsreise des Münchener Bach-Chores und Münchener Bach-Orchesters nach Italien. In Palermo, Venedig, Triest, Florenz und Rom gelangte Bach's Matthäus-Passion zur Aufführung. Unter den Gesangssolisten war u.a. Fritz Wunderlich.

Antonia Fahberg

"Als Fritz Wunderlich zum ersten Mal zu Richter kam, da war er ein ganz junger Sänger, in Stuttgart engagiert und auf seine Stimme natürlich sehr stolz. Er wollte immer wieder damit brillieren. Zum Beispiel erzählte er: "Da bin ich heute um acht Uhr früh aufgestanden und wollte ein C singen und habe keins gehabt!" Wir darauf: "Bist du wahnsinnig, was willst du in der Früh um acht mit einem hohen C, da hat man ja normalerweise noch nicht mal eine Stimme, geschweige denn ein hohes C!" ..."



Fritz Wunderlich und Karl Richter 1957

Viermal innerhalb von 15 Monaten war wiederum Italien das Ziel von Konzertreisen, im Dezember mit Bachs Matthäus-Passion nach Bologna, im darauffolgenden Frühjahr mit einem Motettenprogramm a-capella nach Palermo, Florenz, L'Aquila, Rom, Mailand und Triest.

Irmhild Reges

"Wir fuhren in einem Touropa-Zug, wie es damals üblich war. Wir hatten in der Nacht unsere Betten, und am Tage wurde eine Art Bügelbrett in die Mitte geschoben, um darauf zu speisen. So kamen wir bis nach Palermo in Sizilien, in Messina setzten wir mit dem Zug auf einem Schiff über. Wir hatten schöne Konzerte und viel Erfolg, die Italiener fanden das großartig, was wir geleistet hatten."



Irmhild Reges

Im Dezember stand Bach's h-moll-Messe in Genua auf dem Programm und schließlich am 24. März 1959 Bach’s Matthäus-Passion beim Festival Arturo Toscanini in Parma. Die Solisten waren Ursula Buckel, Hertha Töpper, Ernst Haefliger, Manfred Cordes und Kieth Engen.

Höhepunkt des Jahres 1958 war die Schallplattenaufnahme von Bach's Matthäus-Passion für die Archiv-Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft, für die eigentlich Günther Ramin als Dirigent vorgesehen war.

Hertha Töpper

"Mit ihm habe ich die Matthäus-Passion für die Deutsche Grammophon begonnen; doch eine Woche später war er tot."

Ernst Haefliger

"Man hat auch mich gefragt, mit wem man es machen sollte. Und ich hab gesagt: "Mit Richter." Das war für mich das Nächste. Richter hat auch die Kraft dazu gehabt. Wenn er dabei war, hat er nie nachgelassen oder etwas gekünstelt gemacht. Und wenn man die erste Aufnahme nimmt, von der Grammophon, da hört man das noch drauf. Wie das ganz streng war im Grunde, und auch der Chor, das hört man. "



Schallplattenaufnahme der Matthäus-Passion

Hertha Töpper

"Karl Richter hat dann die Matthäus-Passion übernommen und natürlich wieder von vorne angefangen. Da habe ich ihn als Grammophon-Einspieler erlebt, sehr rigoros, aber sehr sicher. Wir hatten ja alles schon oft miteinander gemacht, ich kannte seine Tempi, und es ging alles wunderbar. "

Ernst Haefliger sang den Evangelisten, Kieth Engen die Jesus-Partie, die weiteren Gesangssolisten waren Irmgard Seefried, Antonia Fahberg, Hertha Töpper, Dietrich Fischer-Dieskau und Max Pröbstl.

Irmhild Reges

"Die Aufnahmen fanden im Herkulessaal statt, aber immer erst nach den abendlichen Konzerten. Die Proben und Aufnahmen begannen also nicht vor 23.00 Uhr in der Nacht. Die Zusammenarbeit mit den Solisten und dem Orchester war wunderschön, zum Abhören sind wir immer in die Räume dahinter mitgelaufen, um etwas davon mitzubekommen, wie es nun geklungen hat."


Otto Büchner und das Münchener Bach-Orchester

Kurt Hausmann

"Bei dieser erste Aufnahme in München hat es nicht funktioniert mit den Englisch Hörnern. Und da kam ein Anruf ans Festspielhaus, und Richter sagte: "Mit den Englisch Hörnern, das klappt nicht so, können Sie es nicht mit Edgar Shann zusammen machen?" Ich sagte: "Ich weiß nicht, schicken Sie mir den Edgar nach Bayreuth, dann probieren wir, ob es geht." Edgar Shann kam, wir haben es probiert, haben uns schön zusammen gefunden und haben dann sämtliche Englisch Horn-Partien zusammen musiziert, und es ging gut."

Hertha Töpper

"Die Altarie wurde um 2.30 Uhr früh aufgenommen. Das weiß natürlich kein Mensch und es ist ja auch nicht interessant, was man für Schwierigkeiten so hat."



Hertha Töpper, Antonia Fahberg und Max Pröbstl

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1957 ff. [EN]

In the Spring of 1957 the Munich Bach-Choir and the Munich Bach-Orchestra went on their first trip abroad to Italy. Bach’s Matthew Passion was performed in Palermo, Venice, Trieste, Florence and Rome. Fritz Wunderlich was amongst the vocal soloists on this tour.


Antonia Fahberg

"The first time Fritz Wunderlich came to Karl Richter. He was a very young singer, engaged in Stuttgart and naturally very proud of his voice, He always wanted to show it off. For example he once told us: “ I got up this morning at 8 o’clock and wanted to sing a high C, but I didn’t have one to sing.” We answered: “ Are you crazy? What do you want to sing a high C for at 8, in the morning nobody normally has a voice at that hour never mind a high C”."



Fritz Wunderlich and Karl Richter in 1957

Four times within 15 months the destination of Concert tours was again Italy. In December with Bach’s Matthew Passion; in Bologna, in the following Spring with an 'a capella' Motetten Program in Palermo, Florence, L’Aquila, Rome, Milan and Trieste.

Irmhild Reges

"We traveled in a Touropa train as was usual in those days. At night we had our beds and during the day a sort of Ironing board would be pushed into the middle so that we had somewhere to eat from. In this way we traveled as far as Palermo in Sicily: in Messina the train was taken onto the ship for the crossing. We had lovely Concerts and a lot of success; the Italians found our work and our achievements really great."



Irmhild Reges

In December in Genoa, Bach’s Mass in h-minor was on the Program and finally on March 24, 1959 Bach’s Matthew Passion at the Festival Arturo Toscanini in Parma .The soloists were Ursula Buckel, Hertha Toepper, Ernst Haefliger, Manfred Cordes and Kieth Engen.

The climax of the year 1958 was the recording of Bach’s Matthew Passion for the Archive Production of the German Grammophon Company, for which Guenther Ramin was supposed to have been the Conductor.

Hertha Toepper

"I had begun the Matthew Passion with him for the German Grammophon Company; only one week later he was dead."

Ernst Haefliger

"I had been asked with whom it should be made; and I said “with Richter”, for me the immediate choice. Richter possessed the strength needed. When he was involved, he never faltered or produced something forced or artificial. When one listens to the first Grammophon recording you can hear this. How austere it was basically, the Choir as well, you can hear it."



Disk recording Matthew Passion

Hertha Toepper

"Karl Richter had taken over the Matthew Passion and naturally had begun again from the very beginning. I have experienced him at Grammophon recordings, very rigorous, but very assured. We had all had a lot to do with one another; I knew his “Tempi ”and everything went along wonderfully."

Ernst Haefliger sang the part of the Evangelist, Kieth Engen that of Jesus, other vocal soloists were Irmgard Seefried, Antonia Fahberg, Hertha Toepper, Dietrich Fischer Dieskau and Max Proebstl.


Irmhild Reges

"The recordings took place in the Hercules Hall, but not until after the evening Concerts were over. That meant the rehearsals and recordings never started until eleven o’clock at night. The collaboration with the soloists and the Orchestra was wonderful; afterwards we went into the rooms behind the hall to listen to what had been recorded so as to get an idea of how it had sounded."



Otto Buechner an the Munich Bach-Orchestra

Kurt Hausmann

"The first recordings in Munich with the English Horns had not functioned very well. A call came to the, Festival hall where Richter said: “It’s not working out properly with the English horns, can’t you do something together with Edgar Schann?” I said: “ I don’t know, send Edgar to me in Bayreuth, then we can try and see what we can do”. Edgar Schann came, we tried it out. We got together and played all the English-Horn pieces together and it turned out very well."

Hertha Toepper

"The contralto aria was recorded at half-past two in the morning. Nobody knew about this of course and the difficulties we had were not considered interesting."



Hertha Toepper, Antonia Fahberg and Max Proebstl

13. Februar 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1956 ff. [DE]


Kieth Engen


"Im Jahr 1956 hat Karl Richter zum ersten Mal eine Konzertreise in die USA als Organist gemacht. Er gab ein Konzert in San Francisco in der Grace Cathedral, und am nächsten Tag war ein Seminar mit allen Organisten aus der Umgebung. Sie sprachen über diese Werke, die er gespielt hatte. Er hatte unter anderem den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ gespielt. Am nächsten Tag kam er also mit den jungen Amerikanern zusammen, und sie fragten, warum er das so langsam spielt. Und er fragte: „Spiele ich es langsam?“ „Ja, ganz langsam, wir sind es schneller gewöhnt, ein bisschen jazzig.“

Und da zeigt sich eine wichtige Sache bei Richter: Er hatte intuitiv, in seinem Innersten, schon Gesetze in sich. Aber er hat sie nie als Gesetze gesehen, sondern als Teil seines Lebens.

Dann hat er den jungen Musikern gesagt. „Geben Sie mir eine Bibel! Schauen Sie, die törichten und die klugen Jungfrauen schlafen ein und der Bräutigam kommt, und die wachen dann erst auf. Wachet auf! Und wenn man vom tiefen Schlaf kommt, kommt man nicht sofort in ein Tempo, das so schnell ist. Man muss es langsam angehen.“ Und das war für die Amerikaner eine gute Begründung für sein Tempo."




St. Gumbertus - Bachwoche Ansbach 1956

Bereits 1954 und 1955 hatte Karl Richter bei der Bachwoche Ansbach konzertiert. 1956 trat erstmals auch der Münchener Bach-Chor dort auf und sang an vier Abenden 14 Bach-Kantaten. Richter spielte außerdem zusammen mit Yehudi Menuhin und Aurèle Nicolet Kammermusik von Johann Sebastian Bach.



Jehudi Menuhin und Karl Richter - Bachwoche Ansbach 1956

Anlässlich der Festkonzerte zur Einweihung der Marienorgel wurden der Münchener Bach-Chor und Karl Richter zum ersten Mal in die Stiftbasilika Ottobeuren eingeladen. Zusammen mit den Bamberger Symphonikern erklang u.a. der 150. Psalm von Anton Bruckner.



Basilika Ottobeuren

1958 kamen Ursula Buckel, Ernst Haefliger und John van Kesteren hinzu.

Ursula Buckel



"Edgar Shann, ein berühmter Oboist, hat mich für ein Bachkonzert in Lutry, in einer alten wunderschönen Kirche direkt am Genfer See, engagiert. Als er mich hörte, sagte er: „Ich muss sofort Richter anrufen, denn Sie sind eine Stimme für Richter.“ Ich wurde dann aufgefordert, nach München zu kommen und vorzusingen. Als ich nun gesungen hatte, sagten sie „ja, schöne Stimme.“ Ich solle aber noch ein Jahr gut arbeiten, ich könnte noch einiges besser machen. „Wir werden auf Sie in einem Jahr wieder zurückkommen“ ..."


Ernst Haefliger



"Ein gemeinsamer Freund, der Oboist Edgar Shann, hat mich Karl Richter vorgestellt. Ab und zu kam er dann auch nach Davos. Ich kann mich noch gut erinnern, wir saßen in einer wunderschönen August-Nacht mit sehr gutem Rotwein auf der Terrasse, und er hat immer wieder gefragt: „Soll ich oder soll ich nicht?“ Ich wusste nicht, was er wollte, und endlich hat er gesagt, dass er eine Anfrage von der Deutschen Grammophon Gesellschaft hätte. Aber er hatte schon bei der Teldec aufgenommen, und da konnte er sich nicht entschließen. Wahrscheinlich war er aber schon entschlossen.



John van Kesteren


Für viele Jahre war somit die Idealbesetzung des Solistenensembles gefunden: Antonia Fahberg oder Ursula Buckel, Sopran - Hertha Töpper, Alt - Ernst Haefliger oder John van Kesteren, Tenor - Kieth Engen, Bass. Für ganz bestimmte Partien, vor allem in den Oratorien von Händel und Haydn, aber auch in der Matthäus-Passion, wurde ab 1959 Karl-Christian Kohn engagiert.


Karl Christian Kohn



"Ja, es kann nur so gewesen sein, dass Karl Richter mich in Mozarts Figaro und in Rollen wie Leporello und Entführung gehört haben muss. Er kam nämlich auf mich zu, ich glaube, das war damals Samson, das war sehr früh. Und dann kamen wir zusammen. Es wurde nicht viel geprobt, sondern nur ein oder zwei Proben gemacht, Haupt- und Generalprobe, und dann ins kalte Wasser gesprungen."

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1956 ff. [EN]


Kieth Engen


"In 1956 Karl Richter went on his first Concert tour as Organist in USA. He gave a concert in San Francisco in the Grace Cathedral, and the next day there was a seminary with all the organists from the surrounding district. They spoke about the works he had played. He had performed, among others the choral 'Wachet auf, ruft uns die Stimme'. The next day when he was together with the young Americans, they asked him why he had played so slowly. And he asked: “Do I play slowly?” and they answered: “Yes, really slowly, we’re used to hearing it played faster, sort of jazzed up.”

And then something very important about Karl Richter could be noticed. He had in his innermost being an intuitive set of rules; but he had never regarded them as rules but as a part of his life.

He said to the young musicians: “Give me a Bible! Take a look! The foolish and the wise maidens fall asleep and then the Bridegroom comes, and only then do they wake up. Awake! When we are awakened from a deep sleep, we are at first slow to get going, we have to take our time”. For the young Americans this proved to be a good explanation, why he used a slower tempo."



St. Gumbertus - Bachwoche Ansbach 1956

In 1954 and 1955 Karl Richter had already given Concerts at the Ansbach Bach Festival (Bachwoche in Ansbach). In 1956 the Munich Bach-Choir appeared on the scene for the first time and sang on four evenings 14 Bach Cantatas. Apart from that Richter together with Yehudi Menuhin and Aurèle Nicolet performed Chamber music from J. S. Bach.



Jehudi Menuhin and Karl Richter at the Bachwoche Ansbach 1956

On the occasion of the gala concert for the inauguration of the Marien organ, the Munich Bach-Choir and Karl Richter were invited for the first time to the Collegiate Basilica in Ottobeuren, where they together with the Bamberg Symphony Orchestra performed Bruckner’s Psalm 150.



Basilika Ottobeuren

1958 brought the addition of Ursula Buckel, Ernst Haefliger and John van Kesteren.


Ursula Buckel



"Edgar Shann, a famous Oboist had engaged me for a Bach concert in a wonderful old Church in Lutry on the banks of Lake Geneva. After he had heard me sing, he said: “I must call Karl Richter right away, you are a voice for Richter.” I was then called upon to go to Munich for an audition. When I had finished singing, they said: “Yes, a lovely voice”! I should however work on my voice for another year, I could become a lot better. We will come back to you in one year’s time."


Ernst Haefliger



"A joint friend, the oboist Edgar Shann, had introduced me to Karl Richter. Now and again he used to come to Davos. I can still well remember us sitting on the terrace on a wonderful August night with a bottle of very good red wine and that he kept asking: “Should I or should I not?” I didn’t know, what he wanted until he, at last said, that he had received an offer from the Deutsche Grammophon Gesellschaft, but that he had already done recordings with Teldec, and he didn’t know how to make up his mind. In all likelihood he probably had already decided."



John van Kesteren

For many years the ideal casting of the soloist ensemble had been established: Antonia Fahberg or Ursula Buckel, Soprano, Hertha Toepper, Contralto, Ernst Haefliger or John van Kesteren, Tenor and Kieth Engen, Bass. In 1959 Christian Kohn was engaged for very specific passages, in the oratorios from Handel and Haydn, as well as in the Mathews Passion.


Karl Christian Kohn



"Yes it could only have been possible, that Karl Richter had heard me in Mozart’s Figaro and in roles like Leporillo and Entfuehrung. He came so to say to me. I believe it was at that time Samson, that was very early. And then we got together. There wasn’t much rehearsing, just once or twice, main and general rehearsals and then in at the deep end."

30. Januar 2008

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1954 ff. [EN]

In 1954 and the following years Karl Richter was able to win famous Interpreters for his Bach Orchestra: Edgar Shann, a Swiss from Lutry on Lake Geneva, Aurèle Nicolet from Neuchatel and Peter-Lukas Graf from Zurich, Paul Meisen from Hamburg, Kurt Hausmann from Wuerzburg and Manfred Clement from Munich as well as Kurt-Christian Stier from the Bavarian State Theatre as Concertmaster.


Edgar Shann (Oboe) and Karl Richter (Harpsichord)

Aurèle Nicolet

"The first thing I heard from Karl Richter were the Goldberg-Variations 1956 in Ansbach. I did not know this piece of work but was in the general rehearsal with him. He played it for me and I was very impressed. It was like a vision of the complete Works. I had never heard Bach like that before. I was also present at the concert, which was more than criticized by Carl Seemann and Elisabeth Picht-Axenfeld, the Bach experts of that time. They stood up during the concert and said, “This is not Bach!!” However, I found it wonderful, I was very deeply moved."


Aurèle Nicolet (Flute)

Paul Meisen

I first met Karl Richter in Hamburg, where he performed the Brandenburg Concerto from J.S. Bach in two Concerts. I too had been requested to join the Chamber Orchestra for this concert. Richter had hoped, that the Hamburg Concerts would develop further, but nothing materialized after this one concert. He was rather disappointed, that most of the members of the Chamber Orchestra also performed in other Chamber Music Societies and he felt, that the central focusing was not what it should have been. I was the only one he took from this formation to play in his Orchestra and Choir performances in Munich.


Paul Meisen (Flute)

Kurt Hausmann

In the Wuerzburg Music Academy in those days we had a teacher named Heinz Endres. He came from Munich and was one of the first to act as Karl Richter’s Concertmaster. It was not an easy feat to assemble an orchestra for six performances of the Matthew Passion abroad and Richter had asked Endres: “Haven’t you got a few good people in Wuerzburg?” Endres had then said: “Yes, an Oboe, a Violin and a Viola.”

I traveled to Munich for rehearsals, and from there with the train to Italy. The first performance was in Trieste, then in Florence, Turin and the last performance was in Rome. There we had planned a seating rehearsal, Richter however wanted to try something out, because a new tenor had arrived. And my dear colleague from Munich did not have his oboe with him, because it was only a seating rehearsal.

Then came the great aria “Ich will bei meinem Jesus wachen” and Richter looked in my direction and asked: “Could you take over from here? I want to practice a few beats”. “Yes of course”, I replied. He began and had the whole piece; it is pretty long and accompanied by the choir, played right through to the end. The last note had hardly faded before applause and stamping came from the choir at the back, I was almost lost. At the end Richter came to me and said: “Where are you from? I don’t know you, but tonight you have to play the solo.” I replied: “Herr Richter, that is impossible. I can’t do that out of respect for my colleagues, but if you want me to I’ll gladly come to you in Munich.” ..."


Manfred Clement and Kurt Hausmann (Oboe)

Peter-Lukas Graf

"At the end of the fifties I came to Munich to prepare for an occupational change from orchestra flautist to opera conductor

I still played the flute and did not want to stop completely. And since in those days in Switzerland I had given concerts with the only good Cembalist, Eduard Mueller, Munster organist from Basel. I asked him: “What shall I do in Munich? Do you know anybody there?” He answered: Of course! Karli is there, go to Karli, give him my best regards and tell him he should play with you”. Richter was naturally a known name for me but nothing more.

So I came to Munich and saw an advertisement for Handel-Organ concerts in the Markuskirche. I went to the Concert. Unfortunately I had a seat from which I was not able to see the gallery, so I was not able to see Richter, who I did not know. But it was one of the very few Concerts in my life, where I was fascinated from the first to the last note and the way the music was performed filled me with a sort of exaltation. Afterwards I went up to the gallery to look for Richter. There was practically no-one left. Just one person was walking around wearing a Mackintosh, looking rather inconspicuous. I asked him: “Could you tell me, who is Mr. Richter?” He gave me a curious look and said “Yours truly”. That was my first meeting with Karl Richter."



Peter-Lukas Graf (Flute)

Kurt-Christian Stier

"I was engaged for the first Christmas oratorio in Richter’s Orchestra and that’s how I got to know him and the Bach Choir. That must have been around the end of the fifties. I first came to Munich in 1954, joined the state Opera in 1958 and within only a short time became Concertmaster. I did not have to do an audition for Richter as, I was already known from the Opera. After some time I also became Concertmaster of the famous Bach-Orchestra."


Kurt-Christian Stier (Concertmaster)

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1954 ff. [DE]

In 1954 und den darauffolgenden Jahren konnte Karl Richter weitere renommierte Interpreten für sein Bachorchester gewinnen, die Schweizer Edgar Shann aus Lutry am Genfer See, Aurèle Nicolet aus Neuchatel und Peter-Lukas Graf aus Zürich, Paul Meisen aus Hamburg, Kurt Hausmann aus Würzburg und Manfred Clement aus München sowie Kurt-Christian Stier vom Bayerischen Staatstheater als Konzertmeister.


Edgar Shann (Oboe) und Karl Richter (Cembalo)

Aurèle Nicolet

"Das erste, was ich von Karl Richter hörte, waren die Goldberg-Variationen 1956 in Ansbach. Ich kannte dieses Werk nicht, ich war aber in der Generalprobe bei ihm. Er hat das auch für mich gespielt, und ich war sehr beeindruckt. Das war wie eine Art Vision von dem ganzen Werk. So hatte ich Bach noch nie gehört. Ich war auch im Konzert, und das wurde von den Bach-Spezialisten der damaligen Zeit, Carl Seemann und Edith Picht-Axenfeld, sehr kritisiert. Die standen im Konzert auf und sagten: „Das ist aber kein Bach!“ Doch ich fand das wunderbar, mich hat das zu tiefst berührt."


Aurèle Nicolet (Flöte)

Paul Meisen

"Ich bin Karl Richter zum ersten Mal in Hamburg begegnet, als er die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach in zwei Konzerten aufführte. Auch ich wurde aufgefordert, dem Kammerorchester für diese Aufführung beizutreten. Die Sache Hamburg sollte sich wohl nach Richters Vorstellungen weiter entwickeln, aber es blieb bei diesem einen Mal. Er war wohl etwas enttäuscht, dass die meisten der Kammerorchestermitglieder auch bei anderen Kammermusikvereinigungen spielten, und da fühlte er die zentrale Ausrichtung auf sich nicht ganz gewährleistet. Ich bin dann der einzige gewesen, den er aus dieser Formation zu seinen Orchester- und Choraufführungen immer nach München holte."


Paul Meisen (Flöte)

Kurt Hausmann

"Wir hatten hier, am damaligen Konservatorium in Würzburg, Heinz Endres als Lehrer. Der war Münchner und einer der ersten, der bei Richter Konzertmeister gespielt hat. Und ein Orchester für sechsmal Matthäus-Passion für Auslandsreisen zusammen zustellen, ist nicht so einfach. Richter hat also Heinz Endres gefragt: „Haben Sie in Würzburg nicht noch ein paar gute Leute?“ Da hat Endres gesagt: „Ja, Oboe, Geige und Bratsche.“

Ich fuhr nach München zur Probe, dann ging es im Zug nach Italien. Die erste Aufführung war in Triest, dann Florenz, Turin, und die letzte Aufführung war in Rom. Dort war eine Sitzprobe angesetzt, Richter wollte aber noch etwas probieren, da ein neuer Tenor gekommen war. Und mein lieber Kollege aus München hatte die Oboe nicht dabei, es war ja nur eine Sitzprobe.

Da kam die große Arie „Ich will bei meinem Jesus wachen“ und Richter schaute zu mir her: „Können Sie das mal übernehmen? Ich muss da ein paar Takte probieren.“ „Ja, natürlich, gerne.“ Er fing an und hat das ganze Stück, es ist ja ziemlich lang und mit Chor, durchspielen lassen bis zum Schluss. Der letzte Ton war noch nicht verklungen, Applaus und Getrampel vom Chor hinten, ich bin bald versunken. Es ging weiter, und am Schluss kam Richter zu mir und sagte: „Wo kommen Sie denn her, ich kenne Sie nicht, da müssen Sie aber heute Abend das Solo spielen.“ Da hab ich gesagt: „Herr Richter, das geht nicht, das kann ich meinem Kollegen gegenüber nicht machen. Aber wenn Sie wollen, ich komme gern mal zu Ihnen nach München.“ ..."


Manfred Clement und Kurt Hausmann (Oboe)

Peter-Lukas Graf

"Ende der 1950er Jahre kam ich nach München, um mich dort für einen Berufswechsel vom Orchesterflötisten zum Opernkapellmeister vorzubereiten. Ich spielte aber noch Flöte und wollte das auch nicht völlig weglassen. Und nachdem ich damals in der Schweiz mit dem einzigen guten Cembalisten, Eduard Müller, dem Münsterorganisten von Basel, Konzerte gegeben hatte, fragte ich ihn: „In München, was mach ich da, kennst du irgendjemanden?“ Da sagte er: „Da ist doch der Karli, geh zu Karli, sag einen schönen Gruß, er soll mit dir spielen.“ Richter war für mich natürlich ein Name, aber mehr nicht.

Ich kam also nach München und sah ein Konzert angezeigt mit Händel-Orgelkonzerten in der Markuskirche. Ich ging in das Konzert. Leider hatte ich einen Platz, von dem aus ich nicht auf die Empore sehen konnte, ich habe also Richter, der mir nicht bekannt war, gar nicht gesehen. Aber das war eines der ganz wenigen Konzerte in meinem Leben, in denen ich vom ersten bis zum letzten Ton fasziniert und von dieser Art des Musizierens völlig erfüllt und begeistert war. Ich ging dann auf die Empore hinauf, um Richter zu suchen. Da war fast kein Mensch mehr, da lief nur noch einer im Regenmantel herum, so ein bisschen unscheinbar, und ich fragte den: „Können Sie mir sagen, wo Herr Richter ist?“ Der schaute mich sehr komisch an und sagte: „Selber.“ Das war meine erste Begegnung. "


Peter-Lukas Graf (Flöte)

Kurt-Christian Stier

"Ich bin ich das erste Mal für das Weihnachtsoratorium in Richters Orchester engagiert worden, habe ihn dadurch kennengelernt und auch den Bach-Chor. Das muss Ende der 50er Jahre gewesen sein. Ich bin erst 1954 nach München gekommen, 1958 in die Staatsoper eingetreten und wurde dort bald Konzertmeister. Bei Richter musste ich nicht Probe spielen, ich war ja von der Oper her bekannt. Nach einiger Zeit wurde ich dann auch in dem berühmten Bach-Orchester Konzertmeister."


Kurt-Christian Stier (Konzertmeister)