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15. Oktober 2016

Karl Richter zum 90. Geburtstag

Heute am 15. Oktober 2016 wäre Karl Richter 90 Jahre alt geworden.


Eine Würdigung auf WDR 3 TonArt


Im Porträt: Karl Richter zum 90. Geburtstag
WDR 3 TonArt 14.10.2016 | 09:55 Min.

Sammlung zum Dirigenten Karl Richter
WDR 3 TonArt | 14.10.2016 | 08:56 Min.

"Johannes Martin ist leidenschaftlicher Sammler von allem, was er zu Karl Richter finden kann. 5 Jahre lang war er in den 60er Jahren Mitglied des Münchener Bach-Chores, den Richter gegründet hatte. Im Interview spricht er über seine Sammlung."



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Dietrich Fischer-Dieskau über Karl Richter:

Als Karl Richter mit 54 Jahren an Herzversagen starb, gab es große Bestürzung allerorten. Denn Ruhm und Wirkung der von ihm geschaffenen neuen Bach-Tradition und seine Schöpfung des einst weltberühmten Bach-Chores, eines Laien-Chores von professionellem Zuschnitt, hatten eine geradezu hymnische Verehrung in allen Weltteilen geerntet, wie sie kein anderer Kantor des 20. Jahrhunderts - außer vielleicht seinen beiden Lehrern Karl Straube und Günther Ramin - je für sich in Anspruch nehmen konnte. Diese beiden großen Lehrmeister, in deren Obhut Richter, neben der chorischen Erziehung durch Rudolf Mauersberger, aufwuchs, vermittelten ihm die Aufführungspraxis mindestens dreier Generationen... 

...Unglaublich immer wieder die Gedächtnisleistung: Ihm war das gesamte Tastenwerk wie alles, was Bach der menschlichen Stimme anvertraut hat, im Kopf und sofort verfügbar. Oft war er bis zum Konzertbeginn nicht völlig sicher, was auf dem Programmzettel stand. Und im Grunde konnte erst auf dem Weg über seine Interpretationen auf der Orgel oder dem Cembalo wirklich ermessen werden, wie seine Bach-Auffassung sich von Jahr zu Jahr rundete: von äußerster Strenge und Sachlichkeit ausgehend, wuchs er zum Ausdruck jener glutvollen Frömmigkeit, die ihn beseelte.

Wenig kümmerte sich Richter um musikwissenschaftliche Revolutionen, um die jüngere Bach-Forschung. Er ließ sein Bach-Orchester auf modernen Instrumenten spielen und richtete sein ganzes Bemühen daran aus, eine Intensität zu vermitteln, die eine seiner spezifischen Qualitäten ausmachte. Während der Aufführungen enthusiasmierte er Ausführende wie Hörende, und nie konnten die genau Einstudierten sicher sein, ob sie nicht geheimnisvoll in ganz andere Ausdruckssphären und damit andere Tempi und Lautstärken geführt wurden, nicht wissend, wie ihnen geschah. Kein bequemer Künstler war er, folglich auch kein bequemer Mensch. So hat er nicht bloß Anstöße gegeben, sondern auch Anstoß erregt. Wer wie er sein ganzes Leben einsetzt, ohne Rücksicht auf das Herz oder die immer gefährdeten Augen, der kann auch unduldsam bis zur Härte werden, wenn es um das Werk, die Leistung - und nicht zuletzt ums Ansehen ging... 

Er hat das Leben aller, die Musik lieben, reicher gemacht. Und er wäre noch zu damals nur geahnten symphonischen Ufern aufgebrochen. Meine letzte Begegnung mit ihm bei einem Deutschen Requiem von Brahms in Baden-Baden ließ den großen Atem und die Ausdruckstiefe spüren, die er als Dirigent verwirklichen konnte. Auf dem Gebiet der Oper - ich durfte Händels Cesare und Glucks Orfeo mit ihm musizieren - bewährte sich außer seiner improvisatorischen Spannkraft eben jener Umgang der menschlichen Stimme, den ihm das große, aber durch ihn selbst als beendet erklärte Kantaten-Projekt auf der Schallplatte beschert hatte.

(entnommen dem Textbeitrag, den Dietrich Fischer-Dieskau unserer Buch-Dokumentation "Karl Richter - Zeitzeugen erinnern sich) dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat)

12. November 2012

Karl Richter, Konzerte im Jahr 1977

Brahms-Requiem und Matthäus-Passion

Die Arbeit am Band 6 der Karl Richter-Zeitdokumente geht in die Endphase, die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen. In den kommenden Wochen möchte ich vorab einige "Highlights" der Jahre 1977-1981 präsentieren.

Detaillierte Informationen zu den "Karl Richter Zeitdokumenten" erhalten Sie hier... 

6. Oktober 2012

Dietrich Fischer-Dieskau über Karl Richter

Zeitzeugen der Ära Karl Richter im Interview

Dietrich Fischer-Dieskau auf Wikipedia (deutsch)
Dietrich Fischer-Dieskau auf Wikipedia (englisch)
Dietrich Fischer-Dieskau - Homepage (deutsch und englisch)



Dietrich Fischer-Dieskau bei der Bachwoche Ansbach 1956



Dietrich Fischer-Dieskau schreibt den Bach-Choristen Autogramme (Bachwoche Ansbach 1956)



Dietrich Fischer-Dieskau im Gespräch mit Karl Richter (Bachwoche Ansbach 1956)



Otto Büchner, Dietrich Fischer-Dieskau und Karl Richter bei der Bachwoche Ansbach 1957



Dietrich Fischer-Dieskau bei der Schallplattenaufnahme von Orfeo ed Euridice von C.W.Gluck im August 1967 im Herkulessaal der Münchner Residenz



Dietrich Fischer-Dieskau singt die Titelpartie.



Dietrich Fischer-Dieskau beim Münchener Bach-Fest 1969



Dietrich Fischer-Dieskau beim Münchener Bach-Fest 1969



Dietrich Fischer-Dieskau beim Münchener Bach-Fest 1969 (Probe zur Kreuzstabkantate)



Dietrich Fischer-Dieskau in Baden-Baden (Brahms-Requiem am 14. November 1970)



Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Richter und Kurt Guntner bei Schallplattenaufnahmen von Bach-Kantaten im Juni 1971



Dietrich Fischer-Dieskau bei der Probe zum Brahms-Requiem am 17. Januar 1977 im Deutschen Museum München



Dieses Foto aus den 1980er Jahren hat uns Dietrich Fischer-Dieskau für die Buch-Dokumentation zur Verfügung gestellt.



Auch dieses Foto aus dem Jahr 2005 hat uns Dietrich Fischer-Dieskau für die Buch-Dokumentation zur Verfügung gestellt.

Dietrich Fischer-Dieskau über seine Zusammenarbeit mit Karl Richter

...Unglaublich aber immer wieder die Gedächtnisleistung: Ihm war das gesamte Tastenwerk wie alles, was Bach der menschlichen Stimme anvertraut hat, im Kopf und sofort verfügbar. Oft war er bis zum Konzertbeginn nicht völlig sicher, was auf dem Programmzettel stand. Und im Grunde konnte erst auf dem Weg über seine Interpretationen auf der Orgel oder dem Cembalo wirklich ermessen werden, wie seine Bach-Auffassung sich von Jahr zu Jahr rundete: von äußerster Strenge und Sachlichkeit ausgehend, wuchs er zum Ausdruck jener glutvollen Frömmigkeit, die ihn beseelte.

...Wenig kümmerte sich Richter um musikwissenschaftliche Revolutionen, um die jüngere Bach-Forschung. Er ließ sein Bach-Orchester auf modernen Instrumenten spielen und richtete sein ganzes Bemühen daran aus, eine Intensität zu vermitteln, die eine seiner spezifischen Qualitäten ausmachte. Während der Aufführungen enthusiasmierte er Ausführende wie Hörende, und nie konnten die genau Einstudierten sicher sein, ob sie nicht geheimnisvoll in ganz andere Ausdruckssphären und damit andere Tempi und Lautstärken geführt wurden, nicht wissend, wie ihnen geschah. Kein bequemer Künstler war er, folglich auch kein bequemer Mensch. So hat er nicht bloß Anstöße gegeben, sondern auch Anstoß erregt. Wer wie er sein ganzes Leben einsetzt, ohne Rücksicht auf das Herz oder die immer gefährdeten Augen, der kann auch unduldsam bis zur Härte werden, wenn es um das Werk, die Leistung - und nicht zuletzt ums Ansehen ging. ...Bei der Erwähnung nur des geringsten musikalischen Details leuchteten seine Augen auf, und sein Interesse war geweckt. Und keiner wird den Ausdruck erfüllter Hingabe vergessen, den die von ihm interpretierte Musik auf sein Gesicht zauberte, auch noch lange nach der Aufführung...


Der ganze Nachruf in deutsch auf PDF
Der ganze Nachruf in englisch auf PDF


Ausführliche Ausführliche Informationen zu allen lieferbaren Büchern und DVDs finden Sie hier... 

Einen Überblick über alle Zeitzeugen-Interviews gibt es hier...

30. August 2012

Karl Richter - Konzertprogramme 1956

Erstmals trat im Jahr 1956 der Münchener Bach-Chor bei der Bachwoche Ansbach auf und sang an fünf Abenden 14 geistliche und zwei weltliche Kantaten. Mit von der Partie waren u. a. Peter Pears, Fritz Wunderlich und Dietrich Fischer-Dieskau.



Ein Klick auf das obige Programm führt zum Album mit den jeweiligen Konzertprogrammen des Jahres.
Ein weiterer Klick auf das erste (oder ein anderes) Bild startet die Programm-Galerie, die Sie vorwärts und rückwärts durchblättern können.
Detaillierte Informationen zu den "Karl Richter Zeitdokumenten", aus denen alle Konzertprogramme stammen  erhalten Sie hier...
Bestellen Sie Band I der Karl Richter Zeitdokumente per E-Mail!
Einen Überblick über alle Programm-Galerien gibt es auf der Seite "Konzertprogramme".

18. Mai 2012

In Memoriam Dietrich Fischer-Dieskau

Der bedeutende Sänger starb kurz vor seinem 87. Geburtstag

Anstelle eines Nachrufs, der in diesen Tagen allüberall zu lesen sein wird, möchte ich hier die Fotos aus dem Karl Richter-Archiv zusammenstellen, die den Künstler in der Zusammenarbeit mit Karl Richter zeigen. Im Anschluss daran soll Dietrich Fischer-Dieskau selbst zu Wort kommen.




Dietrich Fischer-Dieskau bei der Bachwoche Ansbach 1956



Dietrich Fischer-Dieskau schreibt den Bach-Choristen Autogramme (Bachwoche Ansbach 1956)



Dietrich Fischer-Dieskau im Gespräch mit Karl Richter (Bachwoche Ansbach 1956)



Dietrich Fischer-Dieskau, Friederike Sailer, Sieglinde Wagner, Karl Richter und Werner Egk beim Konzert mit Weltlichen Kantaten Bachs am 1. August 1956 in der Orangerie im Schlosspark Ansbach



Otto Büchner, Dietrich Fischer-Dieskau und Karl Richter bei der Bachwoche Ansbach 1957



Dietrich Fischer-Dieskau bei der Schallplattenaufnahme von Orfeo ed Euridice von C.W.Gluck im August 1967 im Herkulessaal der Münchner Residenz



Dietrich Fischer-Dieskau singt die Titelpartie.



Dietrich Fischer-Dieskau beim Münchener Bach-Fest 1969



Dietrich Fischer-Dieskau beim Münchener Bach-Fest 1969



Dietrich Fischer-Dieskau beim Münchener Bach-Fest 1969 (Probe zur Kreuzstabkantate)



Dietrich Fischer-Dieskau in Baden-Baden (Brahms-Requiem am 14. November 1970)



Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Richter und Kurt Guntner bei Schallplattenaufnahmen von Bach-Kantaten im Juni 1971



Dietrich Fischer-Dieskau bei der Probe zum Brahms-Requiem am 17. Januar 1977 im Deutschen Museum München



Dieses Foto aus den 1980er Jahren hat uns Dietrich Fischer-Dieskau für die Buch-Dokumentation zur Verfügung gestellt.



Auch dieses Foto aus dem Jahr 2005 hat uns Dietrich Fischer-Dieskau für die Buch-Dokumentation geschickt.


Dietrich Fischer-Dieskau über seine Zusammenarbeit mit Karl Richter
(aus der Buch-Dokumentation Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich")
 

...Unglaublich aber immer wieder die Gedächtnisleistung: Ihm war das gesamte Tastenwerk wie alles, was Bach der menschlichen Stimme anvertraut hat, im Kopf und sofort verfügbar. Oft war er bis zum Konzertbeginn nicht völlig sicher, was auf dem Programmzettel stand. Und im Grunde konnte erst auf dem Weg über seine Interpretationen auf der Orgel oder dem Cembalo wirklich ermessen werden, wie seine Bach-Auffassung sich von Jahr zu Jahr rundete: von äußerster Strenge und Sachlichkeit ausgehend, wuchs er zum Ausdruck jener glutvollen Frömmigkeit, die ihn beseelte.

...Wenig kümmerte sich Richter um musikwissenschaftliche Revolutionen, um die jüngere Bach-Forschung. Er ließ sein Bach-Orchester auf modernen Instrumenten spielen und richtete sein ganzes Bemühen daran aus, eine Intensität zu vermitteln, die eine seiner spezifischen Qualitäten ausmachte. Während der Aufführungen enthusiasmierte er Ausführende wie Hörende, und nie konnten die genau Einstudierten sicher sein, ob sie nicht geheimnisvoll in ganz andere Ausdruckssphären und damit andere Tempi und Lautstärken geführt wurden, nicht wissend, wie ihnen geschah. Kein bequemer Künstler war er, folglich auch kein bequemer Mensch. So hat er nicht bloß Anstöße gegeben, sondern auch Anstoß erregt. Wer wie er sein ganzes Leben einsetzt, ohne Rücksicht auf das Herz oder die immer gefährdeten Augen, der kann auch unduldsam bis zur Härte werden, wenn es um das Werk, die Leistung - und nicht zuletzt ums Ansehen ging. 


...Bei der Erwähnung nur des geringsten musikalischen Details leuchteten seine Augen auf, und sein Interesse war geweckt. Und keiner wird den Ausdruck erfüllter Hingabe vergessen, den die von ihm interpretierte Musik auf sein Gesicht zauberte, auch noch lange nach der Aufführung.

...Er hat das Leben aller, die Musik lieben, reicher gemacht. Und er wäre noch zu damals nur geahnten symphonischen Ufern aufgebrochen. Meine letzte Begegnung mit ihm bei einem Deutschen Requiem von Brahms in München 1977 ließ den großen Atem und die Ausdruckstiefe spüren, die er als Dirigent verwirklichen konnte. Auf dem Gebiet der Oper - ich durfte Händels Cesare und Glucks Orfeo mit ihm musizieren - bewährte sich außer seiner improvisatorischen Spannkraft eben jener Umgang der menschlichen Stimme, den ihm das große, aber durch ihn selbst als beendet erklärte Kantaten-Projekt auf der Schallplatte beschert hatte.

14. Oktober 2011

Karl Richter zum 85. Geburtstag



Am 15. Oktober 2011 wäre Karl Richter 85 Jahre alt geworden.

Als Karl Richter mit 54 Jahren an Herzversagen starb, gab es große Bestürzung allerorten. Denn Ruhm und Wirkung der von ihm geschaffenen neuen Bach-Tradition und seine Schöpfung des einst weltberühmten Bach-Chores, eines Laien-Chores von professionellem Zuschnitt, hatten eine geradezu hymnische Verehrung in allen Weltteilen geerntet, wie sie kein anderer Kantor des 20. Jahrhunderts - außer vielleicht seinen beiden Lehrern Karl Straube und Günther Ramin - je für sich in Anspruch nehmen konnte. Diese beiden großen Lehrmeister, in deren Obhut Richter, neben der chorischen Erziehung durch Rudolf Mauersberger, aufwuchs, vermittelten ihm die Aufführungspraxis mindestens dreier Generationen... 

...Unglaublich immer wieder die Gedächtnisleistung: Ihm war das gesamte Tastenwerk wie alles, was Bach der menschlichen Stimme anvertraut hat, im Kopf und sofort verfügbar. Oft war er bis zum Konzertbeginn nicht völlig sicher, was auf dem Programmzettel stand. Und im Grunde konnte erst auf dem Weg über seine Interpretationen auf der Orgel oder dem Cembalo wirklich ermessen werden, wie seine Bach-Auffassung sich von Jahr zu Jahr rundete: von äußerster Strenge und Sachlichkeit ausgehend, wuchs er zum Ausdruck jener glutvollen Frömmigkeit, die ihn beseelte.

Wenig kümmerte sich Richter um musikwissenschaftliche Revolutionen, um die jüngere Bach-Forschung. Er ließ sein Bach-Orchester auf modernen Instrumenten spielen und richtete sein ganzes Bemühen daran aus, eine Intensität zu vermitteln, die eine seiner spezifischen Qualitäten ausmachte. Während der Aufführungen enthusiasmierte er Ausführende wie Hörende, und nie konnten die genau Einstudierten sicher sein, ob sie nicht geheimnisvoll in ganz andere Ausdruckssphären und damit andere Tempi und Lautstärken geführt wurden, nicht wissend, wie ihnen geschah. Kein bequemer Künstler war er, folglich auch kein bequemer Mensch. So hat er nicht bloß Anstöße gegeben, sondern auch Anstoß erregt. Wer wie er sein ganzes Leben einsetzt, ohne Rücksicht auf das Herz oder die immer gefährdeten Augen, der kann auch unduldsam bis zur Härte werden, wenn es um das Werk, die Leistung - und nicht zuletzt ums Ansehen ging... 

Er hat das Leben aller, die Musik lieben, reicher gemacht. Und er wäre noch zu damals nur geahnten symphonischen Ufern aufgebrochen. Meine letzte Begegnung mit ihm bei einem Deutschen Requiem von Brahms in Baden-Baden ließ den großen Atem und die Ausdruckstiefe spüren, die er als Dirigent verwirklichen konnte. Auf dem Gebiet der Oper - ich durfte Händels Cesare und Glucks Orfeo mit ihm musizieren - bewährte sich außer seiner improvisatorischen Spannkraft eben jener Umgang der menschlichen Stimme, den ihm das große, aber durch ihn selbst als beendet erklärte Kantaten-Projekt auf der Schallplatte beschert hatte.

(entnommen dem Textbeitrag, den Dietrich Fischer-Dieskau unserer Buch-Dokumentation "Karl Richter - Zeitzeugen erinnern sich) dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat)

6. Juni 2011

Bachwoche Ansbach 1956

Karl Richter dirigiert 16 Kantaten
(Folge 3)






Autogramme von einigen der mitwirkenden Künstler



Adolf Scherbaum - Peter Pears - Horst Günter - Helmut Winschermann - Karl Richter - Friederike Sailer - Sieglinde Wagner - Franz Ortner - Oswald Uhl - Antonia Fahberg - Fritz Wunderlich

Erstmals trat in diesem Jahr der Münchener Bach-Chor bei der Bachwoche Ansbach auf und sang an fünf Abenden 14 geistliche und 2 weltliche Kantaten. Für alle Mitwirkenden in Chor und Orchester, für die Instrumental- und Vokalsolisten waren die Tage in Ansbach - von 1956-1964 - in höchstem Maße prägend, und das bis heute.

Folgende 16 Kantaten kamen in Ansbach 1956 zur Aufführung: Am 25. Juli in St. Gumbertus „Unser Mund sei voll Lachens“, "Jauchzet Gott in allen Landen“ mit Friederike Sailer als Sopran-Solistin und „Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm“. 




Zwei Tage später dann „Du wahrer Gott und Davids Sohn“, „Ich habe genug“ mit Horst Günter als Bass-Solisten, und „Ich hatte viel Bekümmernis“.



Am 29. Juli folgten die Kantaten „Der Himmel lacht, die Erde jubilieret“, „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“, "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ und „Erschallet, ihr Lieder“.





Helmut Winschermann und Fritz Henker spielten, wie so oft, Oboe und Fagott im Orchester der Solistengemeinschaft der Bachwoche Ansbach.

In piam memoriam Thomaskantor Günther Ramin erklangen am 31. Juli, wiederum in St. Gumbertus, „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, „Gott soll allein mein Herze haben“, „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ sowie die Kreuzstabkantate, erstmals mit dem jungen Dietrich Fischer-Dieskau.





In seinem Beitrag für unsere Buch-Dokumentation schreibt Fischer-Dieskau:

...Die Arbeit war ihm alles, und welchen Schwung und welch erobernde Nachschöpferkraft er dafür aufbrachte, das wurde mir erst allmählich deutlich. Bei der Erwähnung nur des geringsten musikalischen Details leuchteten seine Augen auf, und sein Interesse war geweckt. Und keiner wird den Ausdruck erfüllter Hingabe vergessen, den die von ihm interpretierte Musik auf sein Gesicht zauberte, auch noch lange nach der Aufführung...