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21. Januar 2015

Zeitzeugen der Ära Karl Richter - DVD 2



Ursula Buckel (Sopran) - Karl-Christian Kohn (Bass) - Horst Laubenthal (Tenor)
(DVD 2)

Ursula Buckel † 24,0 min
Karl-Christian Kohn † 20,0 min
Horst Laubenthal 14,0 min  

Gesamt: 58 Minuten

Einzel-DVD: Euro 8,90 - Alle 10 DVDs zusammen: Euro 62,90

7. März 2014

Der Tenor Horst Laubenthal wird 75

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!




Horst Laubenthal im September 1969 bei den Filmaufnahmen zu Bachs Messe h-moll in der Klosterkirche zu Dießen am Ammersee

Am 8. März 1939 wurde Horst Laubenthal in Eisfeld/Thüringen geboren. Am morgigen Samstag feiert er in Pöcking am Starnberger See seinen 75. Geburtstag.

In unserer Buch-Dokumentation „Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich" erzählt Horst Laubenthal von seinen ersten Kontakten zu Karl Richter.
Schon während meiner Studienzeit, ich habe in München an der Musikhochschule studiert, war ich in fast allen Konzerten von Karl Richter, weil es mich interessiert hat, denn Bach hat mich immer interessiert. Abgesehen davon kam ich aus einer Familie, in der sehr viel Bach musiziert wurde. Und schon als Student hatte ich vor, möglichst schnell mit Richter musizieren zu können, was mir dann auch gelang.

Ich erinnere mich noch an das erste Vorsingen. Da wurde ich in die Hochschule bestellt. Ich weiß nicht, wer mich da hin vermittelt hat, ob das Hanno Blaschke war oder irgend einer, der mich kannte. Ich hatte die meisten Sachen noch gar nicht gesungen, nur die Matthäus-Passion, noch keine Johannes-Passion. Wir haben zwei oder drei Rezitative aus der Matthäus-Passion gemacht und die große Stelle: Und ging hinaus und weinete bitterlich. Dann fragte er: „Haben Sie da Zeit oder da Zeit", und so habe ich durch das kleine Vorsingen gleich mehrere Konzerte bekommen, als erstes einen Kantatenabend in der Markuskirche am Totensonntag 1968, und ich war sehr froh, schon so früh mit Karl Richter zusammen musizieren zu dürfen. Aber ich hatte ihn auch jahrelang wirklich beobachtet, um seinen Stil in mich aufzunehmen.



Am 24. November 1968, dem Totensonntag, sang Horst Laubenthal erstmals in einem Kantatenabend in der Markuskirche. Auf dem Programm standen die Kantaten BWV 140 (Wachet auf, ruft uns die Stimme), BWV 180 (Schmücke dich, o liebe Seele) und BWV 106 (Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit - Actus tragicus).

Karl Schuman schrieb über Horst Laubenthals Debüt bei Karl Richter in der SZ:





Detaillierte Informationen zur Vita von Horst Laubenthal findet man bei
Bach-Cantatas
Wikipedia
Tamino-Klassikforum





Das gesamte Interview findet sich in der Buch-Dokumentation "Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich" und ist in deutscher Sprache sowie der englischen Übersetzung auf dem Karl Richter-Archiv abrufbar.

Das komplette Interview in Bild und Ton, aus dem dieser Videoclip stammt, gibt es auf DVD.

3. August 2013

Karl Richter in München, 1971-1973



Karl Richter im Jahr 1971

In der Folge 14 (Jahre 1971 ff.) erzählt zunächst Anna Reynolds von ihren Anfängen bei Karl Richter. Weitere Schwerpunkte dieses Filmausschnitts sind die Einspielung des Bach-Kantaten-Zyklus bei der DG sowie Richters Konzerttätigkeit in aller Welt.




Detaillierte Informationen zu den lieferbaren Büchern und DVDs über Karl Richter erhalten Sie hier...
Alle Videoclips der DVD finden Sie auf der Seite "Videoclips"

29. Juli 2013

Karl Richter in München, 1967 ff. (Teil 1)



Karl Richter auf Konzertreise in Italien 1967

In der Folge 11 erzählt zunächst Johannes Fink von seiner Premiere als Gambist in Bachs Passionen. Sodann erinnern sich Julia Hamari, Edda Moser, Hermann Baumann und Horst Laubenthal an ihren jeweils ersten Kontakt mit Karl Richter.




Detaillierte Informationen zu den lieferbaren Büchern und DVDs über Karl Richter erhalten Sie hier...
Alle Videoclips der DVD finden Sie auf der Seite "Videoclips"

5. März 2009

Horst Laubenthal

Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag




Horst Laubenthal im September 1969 bei den Filmaufnahmen zu Bachs Messe h-moll in der Klosterkirche zu Dießen am Ammersee

Am 8. März 1939 wurde Horst Laubenthal in Eisfeld/Thüringen geboren. Am Sonntag feiert er in Pöcking am Starnberger See seinen 70 Geburtstag.

In unserer Buch-Dokumentation „Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich" erzählt Horst Laubenthal von seinen ersten Kontakten zu Karl Richter.

Schon während meiner Studienzeit, ich habe in München an der Musikhochschule studiert, war ich in fast allen Konzerten von Karl Richter, weil es mich interessiert hat, denn Bach hat mich immer interessiert. Abgesehen davon kam ich aus einer Familie, in der sehr viel Bach musiziert wurde. Und schon als Student hatte ich vor, möglichst schnell mit Richter musizieren zu können, was mir dann auch gelang.

Ich erinnere mich noch an das erste Vorsingen. Da wurde ich in die Hochschule bestellt. Ich weiß nicht, wer mich da hin vermittelt hat, ob das Hanno Blaschke war oder irgend einer, der mich kannte. Ich hatte die meisten Sachen noch gar nicht gesungen, nur die Matthäus-Passion, noch keine Johannes-Passion. Wir haben zwei oder drei Rezitative aus der Matthäus-Passion gemacht und die große Stelle: Und ging hinaus und weinete bitterlich. Dann fragte er: „Haben Sie da Zeit oder da Zeit", und so habe ich durch das kleine Vorsingen gleich mehrere Konzerte bekommen, als erstes einen Kantatenabend in der Markuskirche am Totensonntag 1968, und ich war sehr froh, schon so früh mit Karl Richter zusammen musizieren zu dürfen. Aber ich hatte ihn auch jahrelang wirklich beobachtet, um seinen Stil in mich aufzunehmen.



Am 24. November 1968, dem Totensonntag, sang Horst Laubenthal erstmalig in einem Kantatenabend in der Markuskirche. Auf dem Programm standen die Kantaten BWV 140 (Wachet auf, ruft uns die Stimme), BWV 180 (Schmücke dich, o liebe Seele) und BWV 106 (Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit - Actus tragicus).

Karl Schuman schrieb über Horst Laubenthals Debüt bei Karl Richter in der SZ:





Das vollständige Interview mit Horst Laubenthal gibt es bei Conventus Musicus auf DVD.

Detaillierte Informationen zur Vita von Horst Laubenthal findet man bei
Bach-Cantatas
Wikipedia
Tamino-Klassikforum

6. Mai 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1971 ff. [DE]

In diesem dritten Jahrzehnt von Karl Richters Münchner Ära häuften sich die Konzertreisen mit und ohne den Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester innerhalb Europas, zunehmend aber auch in ferne Kontinente, regelmäßig zum Beispiel nach Brasilien, Argentinien, in die USA und nach Japan.

Anna Reynolds

Ich erinnere mich nicht so sehr an die ganze Konzertreise, nur am Anfang war es nicht sehr schön. Das Flugzeug war wahnsinnig verspätet, wir kamen in Washington an um Mitternacht und mussten am nächsten Tag singen. Aber ich erinnere mich an die Reise von New York nach Princeton, da haben wir ein Auto gemietet und Kieth Engen ist gefahren. Es war im späten September und ich habe zum ersten Mal diese unglaublichen Wälder von Ahornbäumen gesehen. Es war ein wunderschöner Herbsttag mit Sonne, es war so schön.




Anna Reynolds beim Interview am 1. August 2004

Horst Laubenthal

Ich war einmal mit Richter in Buenos Aires und habe die Missa solemnis von Beethoven gemacht,
Matthäus-Passion und die Oper Xerxes von Händel. Da hat er Oper dirigiert und das war sehr, sehr aufregend. Wir waren doch drei oder vier Wochen auf engstem Raum mit dem Regisseur zusammen. Da war er immer bei den Proben dabei. Für uns war das sehr aufregend, ihn, den reinen Konzertdirigenten am damals größten Opernhaus der Welt am Pult zu sehen. Wir waren auf der Bühne oft 20 bis 30 Meter von ihm entfernt und mussten schon sehr aufmerksam sein.



Horst Laubenthal beim Interview am 24. Oktober 2004

Johannes Fink und Edda Moser

Da hatte ein Cellist oder der, der die Gambe spielte, sich so was von vertan, dass John van Kesteren ein bisschen schräg hin schaute. Da ging der Cellist mit dem Messer auf den van Kesteren los. Richter verschwand natürlich sofort, weil man dachte, jetzt gibt es eine Messerstecherei. Da wurde dann Johannes Fink eingeflogen, weil es eben nicht anders ging.

Der Cellist war alles andere als zuverlässig, und irgendwann hat Karl Richter in der Pause entweder zu sich selber oder zu John van Kesteren gesagt: „Den hört man auch nur, wenn er in die Pause reinspielt.“ Das Pech war nur, dass der Cellist einer der wenigen im Orchester war, der Deutsch verstanden hat. Und der hat sich natürlich an seiner Ehre gepackt gefühlt, und dann ging es hoch her. Es war dann ein Riesenkrach, der Cellist wurde aus dem Orchester entfernt. Na gut, jetzt hat man einen gebraucht, der die Sachen so gut kannte, dass der sich einfach hinsetzen und spielen kann. Und dann ist halt der Fink eingeflogen worden.




Edda Moser beim Interview am 26. Juli 2004

Ein fester Programmpunkt aber war und blieb im Sommer eines jeden Jahres Ottobeuren mit der Aufführung eines großen Chor- und Orchesterwerks sowie dem traditionellen Orgelkonzert am Abend zuvor. Hier erlebten so manche Oratorien Georg Friedrich Händels glanzvolle Aufführungen: Judas Makkabäus, Samson, Belsazar, Messias und Israel in Agypten, dazu das Mozart-Requiem, Haydns Schöpfung, Mendelssohns Elias, Bachs Passionen sowie die h-moll-Messe.

Elmar Schloter

Bei den großen Konzerten in Ottobeuren hatte der Orgelbauer Albrecht Deiniger immer eine Continuo-Orgel mitgebracht, und da wusste man schon, was auf einen zukam. Aber es gab andere Situationen, wo man oben auf der Dreifaltigkeitsorgel spielen musste. Nun ist die Dreifaltigkeitsorgel in einer alten Stimmung, das heißt einen halben Ton tiefer. Ich musste also das ganze Continuo einen halben Ton höher spielen.



Dreifaltigkeits-Orgel in der Stiftsbasilika Ottobeuren

Die Schwierigkeit bei diesen beiden historischen Orgeln in Ottobeuren, rechts die Dreifaltigkeit-Orgel, links die Heiliggeist-Orgel, war, dass man früher noch keine genormte Tastatur hatte. Das heißt also, die Tasten waren entweder ziemlich breit oder ziemlich schmal. Und das Pedal war ziemlich eng und kurz. Da musste man sich wirklich gut einspielen, damit man da Orgelkonzerte spielen konnte. Und Richter hat das ja hervorragend gemacht. Ich hab mich oft gewundert, wie er das in der kurzen Zeit geschafft hat, auf so einer Orgel dann so ein Konzert abzuliefern. Das war einfach meisterlich.



Heiliggeist-Orgel in der Stiftsbasilika Ottobeuren

Edda Moser

Natürlich ist Richter in der großen Bachtradition vom Dresdner Kreuzchor aufgewachsen, aber Mendelssohn entsprach ihm sehr. Die Süße in der Musik und diese ungeheure Dramatik im Chor, das entsprach ihm, da konnte er sich voll ausleben. Er hat Bach auch so gemacht, dass man das Gefühl hatte, schöner geht es ja gar nicht, aber wenn er dann Mendelssohn dirigiert hat oder auch die Missa solemnis von Beethoven , da kamen ganz andere Quellen, die er in sich hatte, zum Strömen.



Edda Moser und Karl Richter in Paris 1974

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1971 ff [EN]

In these three decades of Karl Richter’s era in Munich, the concert tours with and without the Munich Bach-Choir and Bach-Orchestra had increased and multiplied not only within Europe, but also in far away countries such as Brazil, Argentina, the USA and Japan.

Anna Reynolds

I can’t remember all the Concert tours very well; it was not very nice in the very beginning. The plane was late and we didn’t land in Washington until around midnight and then had to sing on the next day. What I can remember is a trip from New York to Princeton, we had hired a car and Kieth Engen was driving. It was late September and I saw for the first time these incredible forests of Maple trees. It was a wonderful autumn day filled with sunshine, it was very beautiful.



Anna Reynolds during our interview on August 1, 2004

Horst Laubenthal

I was once in Buenos Aires with Richter. We performed the 'Missa solemnis' from Beethoven, the Matthew-Passion and the opera Xerxes from Handel. He conducted the Opera and it was very, very exciting: for three or four weeks we lived in very cramped quarters together with the director. Richter was always present at rehearsals. It was very exciting for us to see him, the absolute concert conductor standing at the podium of, for that time, the biggest Opera house in the world. We, on stage, were often 20 to 30 meters away from him and we really had to pay attention.



Horst Laubenthal during our interview on October 24, 2004

Johannes Fink and Edda Moser


Once a cellist or someone who played the Bass viol was so off-key that John van Kesteren gave him a disparaging look, whereupon the cellist went at van Kesteren with a knife. Richter of course disappeared immediately, thinking there was going to be a knifing. Then there was nothing else for it but to have Johannes Fink flown in. The cellist was anything else but reliable, and at one point or other during a break Richter said either to himself or to John van Kesteren: “ you can only hear him, when he plays in the interval”. Unfortunately the Cellist was one of the few who could understand German, and he of course felt his honor had been offended. There was a lot of excitement and a huge row, ending with the removal of the Cellist from the Orchestra, and that is why Johannes Fink was flown in.



Edda Moser during our interview on July 26, 2004

A fixed program event was and remained Ottobeuren. Every year in summer great musical works for Choir and Orchestra were performed, as well as the traditional Organ concert, which took place on the eve of the event itself. Here many an Oratorio from Georg Friedrich Handel could be enjoyed: Judas Makkabaeus, Samson, Belsazar, the Messiahs and Israel in Egyptian in addition to Mozart’s Requiem. Hayden’s Schoepfung, Mendelssohn’s Elias, Bach’s Passions as well as the high Mass in B-minor could also be heard.

Elmar Schloter

For the big concerts in Ottobeuren, the organ builder Albrecht Deininger always brought a Continuo-Organ with him. And then we knew, what was in store for us. But there were other situations, when the Dreifaltigkeits-Organ was to be played. The Dreifaltigkeits-Organ has an old tuning, meaning a half a note lower. I then had to play the complete Continuo half a note higher.



Dreifaltigkeits-Organ at the Basilica Ottobeuren


The problem with both of these historical organs in Ottobeuren, on the right the Dreifaltigkeits-Organ, on the left the Heiliggeist-Organ, was that in those days there was no standard keyboard. That meant that the keys were either pretty broad or pretty narrow, and the pedals were cramped and short, it really meant getting into practice to be able play at an organ Concert. And Richter really knew how to do just that excellently. I often used to wonder how he in such a short time and on such an organ was able to deliver the concerts that he did. He was truly a virtuoso.



Heiliggeist-Orgel at the Basilica Ottobeuren

Edda Moser

Of course Richter grew up in the great tradition of the Kreuzchor in Dresden, but Mendelssohn suited him better. The sweetness of the music and the immense drama of the choir, that satisfied him, he could really live out his feelings. He had done this with Bach in such a way that one had the feeling it could not have been done better, but when he conducted Mendelssohn or the Missa Solemnis from Beethoven, it was as though other resources deep within him started to flow.



Edda Moser and Karl Richter in Paris 1974

24. April 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1969 ff. [DE]

Die Jahre 1969 - 1971 waren auch geprägt von zahlreichen ZDF-Unitel Filmproduktionen, so etliche Orgelkonzerte und die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, aufgenommen im Neuen Schloß Schleißheim. Werke für Cembalo und Orgel wurden in Ottobeuren produziert. Das Marienmünster zu Dießen am Ammersee war ein idealer Raum für die Aufzeichnung von Bachs h-moll-Messe mit den Solisten Gundula Janowitz, Hertha Töpper, Horst Laubenthal und Hermann Prey.




Marienmünster zu Dießen am Ammersee

Elmar Schloter

Karl Richter wollte bei diesen Fernsehaufnahmen an einigen Stellen unbedingt einen besonderen Orgelklang, den er auf dem Continuo nicht herbrachte. Da sind wir dann auf die Hausorgel in Dießen ausgewichen und haben verschiedene Sequenzen mit dieser Orgel hinten gespielt. Das ging auch ganz gut zusammen, weil die Kirche ja nicht so groß ist. Da wurde zum Beispiel bei der h-moll-Messe beim Confiteor, wo eben nur Continuo und der Chor ziemlich präsent sind, diese ganze Sequenz von der Orgel der Dießener Kirche aus aufgenommen.



Elmar Schloter an der Continuo-Orgel in Dießen

Diese Aufnahme wurde im Januar 2006 auf DVD übernommen, ebenso die gleichfalls in Dießen entstandene Johannes-Passion mit Peter Schreier als Evangelisten, Ernst-Gerold Schramm als Christus und den weiteren Solisten Helen Donath, Julia Hamari, Siegmund Nimsgern und Kieth Engen.

Auch die Brandenburgischen Konzerte, aufgezeichnet im Schloß Schleißheim, sind inzwischen auf DVD erhältlich, schließlich Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, die in den Bavaria Studios München Geiselgasteig dramaturgisch eindrucksvoll dargestellt wurde. Hier waren die Solisten wiederum Helen Donath und Julia Hamari, Peter Schreier, Ernst-Gerold Schramm und Siegmund Nimsgern, die Bass-Partie sang Walter Berry.



Ernst-Gerold Schramm und Siegmund Nimsgern

Siegmund Nimsgern

Meiner Meinung nach war da ein anderer Kollege vorgesehen. Das Engagement ging doch sehr kurzfristig, und ich kam auch "nur" für die bösen Männer in Frage. Kieth Engen und Walter Berry hatten die Bassarien, das waren natürlich wesentlich etabliertere Leute. Ich hätte natürlich viel lieber die wirklich wichtigen Sachen gesungen, obwohl, - das muss man dazu sagen -, der Pilatus in der Johannes-Passion, wenn man die Töne zählt, nicht die Wichtigkeit der Rolle, fast mehr zu singen hat als Jesus. Und das ist eine ganz tolle Figur. Er sagt ja den einzigen Satz, den viele Leute aus den Passionen überhaupt noch kennen: "Was ist Wahrheit?"



Siegmund Nimsgern und Karl Richter inmitten von Chor und Orchester

Julia Hamari

Die Matthäus-Passion, das war im Bavaria Filmstudio, ich erinnere mich an dieses wahnsinnig große Studio, und wir mussten richtig singen. Da gab es kein Playback, wir mussten singen. Und er stand da, und als ich zum ersten Mal den Mund aufgemacht habe, dachte ich, ich hätte keine Stimme. Aber dann habe ich mich daran gewöhnt: So viel höre ich und das singe ich, mehr nicht. Und als ich zum ersten Mal diese Arie gesungen habe, kam über den Lautsprecher vom Regisseur: "Sie haben fantastisch gesungen, Hamari!".



Julia Hamari und Helen Donath in Geiselgasteig

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1969 ff. [EN]

Numerous ZDF/Unitel film productions, as well as many organ concerts and Georg Friedrich Handel’s Feuerwerksmusik, recorded in the new Schloss Schleissheim, affected the years between 1967 and 1971. Pieces for Cembalo and Organ were produced in Ottobeuren. The Marienmuenster in Diessen in Ammersee was an ideal setting for the recording of Bach’s High Mass in B-minor, featuring the soloists Gundula Janowitz, Hertha Toepper, Horst Laubenthal and Hermann Prey.



Marienmuenster Diessen, the Lake Ammersee

Elmar Schloter

For these television recordings, Karl Richter wanted a very special organ sound in certain passages, a sound he could not be produced on the continuo. We decided to fall back on the church organ in Diessen and recorded different sequences with this organ in the background. That worked out very well, because the church was not so big. For example in the B-minor Mass, at the Confiteor, where only the continuo and the choir were fairly present, this whole sequence was recorded on the Diessen Church Organ.



Elmar Schloter playing the Continuo-Organ in Diessen

These Recordings as well as the Johannes Passion, which had been recorded in Diessen, at the same time with Peter Schreier as Evangelist, Ernst-Gerold Schramm as Christus, together with the soloists Helen Donath, Julia Hamari, Siegmund Nimsgern and Kieth Engen were digitally transferred and published on DVD in 2006.

The Brandenburg Concertos, recorded at Schloss Schleissheim, are in the meantime available on DVD, as well as Bach’s Matthews Passion, which was dramatically staged in the Bavaria Studios in Munich Geiselgasteig again featuring the soloists Helen Donath, Julia Hamari, Peter Schreier, Ernst-Gerold Schramm and Siegmund Nimsgern, the Bass part was sung by Walter Berry.



Ernst-Gerold Schramm and Siegmund Nimsgern

Siegmund Nimsgern

If you ask me other colleagues had been primarily intended, the engagement happened very quickly and only the 'bad men' came for me in question. Kieth Engen and Walter Berry had the Bass arias, they were essentially established people. Of course I would have liked to have sung the really important parts, although I must say: Pilatus in the Johannes Passion, if you count the notes and not the importance of the role, has almost more to say than Jesus. And that is a very good figure. He is the one who says the only phrase that most people remember from the Passions at all: 'WHAT IS TRUTH'



Siegmund Nimsgern and Karl Richter amidst Chor and Orchester

Julia Hamari

The Matthews Passion was in the Bavarian Film Studios, I can remember this huge Studio. And we had to sing properly. There was no Playback, we had to sing. And he stood there and as I opened my mouth for the first time, I thought, I didn’t have much of a voice. But then I got used to it: I hear so much - and I sing so much - nothing more. And when I had sung the aria for the first time, the directors’ voice came over the loud speaker: "You sang that fantastically, Hamari!"



Julia Hamari and Helen Donath in Geiselgasteig

19. März 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1966 ff. [DE]

Maurice André hatte inzwischen eine grandiose Solisten-Karriere gestartet und stand hinfort Karl Richter nicht mehr so oft zur Verfügung. Den Trompeten-Platz nahm nun sein Landsmann Pierre Thibaud ein, erstmals beim Weihnachtsoratorium 1966 im Salzburger Festspielhaus.



Pierre Thibaud

1966 sang zum ersten Mal Peter Schreier, Karl Richter seit den Tagen der Kreuzschule in Dresden freundschaftlich verbunden, den Evangelisten in Bachs Matthäus-Passion, am 3. März im Kongresssaal des Deutschen Museums in München und zwei Tage später im Musikvereinsaal Wien. Hier ereignete sich auch das sensationelle Debüt der ungarischen Altistin Julia Hamari.

Julia Hamari

"Ich stand auf für die Erbarme-dich-Arie, und ich glaube, ich habe gut gesungen. Das war die erste Matthäus-Passion meines Lebens. Natürlich wollte das niemand glauben. So einen Anfang gibt es überhaupt gar nicht. Die Arie war zu Ende, und ich schaue ihn an, und er schaut mich an, und es entstand eine Wahnsinns-Pause, eine furchtbare Pause, es ging nicht weiter. Dann fing der Chor an, ganz langsam den Choral zu singen. Dann hat er ganz schnell das folgende Rezitativ gemacht und mich dabei so böse angeschaut, aber so böse, als wenn ich etwas dafür konnte, dass er überrascht war."



Julia Hamari

Im Sommer 1967 begann die musikalische Zusammenarbeit Richters mit der gefeierten Mozartsängerin Edda Moser.

Edda Moser

"Ich hatte ein Engagement über die Deutsche Grammophon bekommen, dass Orfeo von Gluck aufgenommen würde mit Fischer-Dieskau und Janowitz, und ich sollte die Amore singen. Natürlich habe ich mich wunderbar vorbereitet. Einen Tag nach dem Tod meines Vaters musste ich dort in München erscheinen. Richter wusste, dass mein Vater gestorben war, es war ja durch alle Zeitungen gegangen, und er hat mir dann sein Beileid ausgesprochen. Ich sagte ihm noch: „Seien Sie nicht böse, ich kann die Korrekturaufnahmen nicht mit abhören. Ich muss Sie bitten, das zu machen, ich bin da zu bewegt.“ Es war ja eigentlich eine schwere Arbeit, den Amor zu singen."



Edda Moser

1967 stand auch im Münchener Bach-Orchester eine bedeutungsvolle Neuverpflichtung an: der Hornist Hermann Baumann.

Hermann Baumann

"Dass ich nun zu Karl Richter stieß, verdanke ich Maurice André. Maurice André hat zu Richter gesagt: „Alles in Ihrem Ensemble passt sehr gut, der Chor, das Orchester, der Bach-Chor ist phantastisch, aber nicht das Horn.“ Und daraufhin bin ich engagiert worden und habe als erstes eine Tournee gemacht nach Italien und in die Schweiz. Auf dieser Reise hatte ich mein Debut. Bei der ersten Probe wollte er mich natürlich einmal hören. Ich bin aufgestanden und habe losgeblasen, als Solist natürlich. Am Ende war kurze Stille, ich sagte: „Wollen Sie, dass ich etwas anders mache?“ „Nein, nein!“ Und er hat so gelacht, und das ganze Orchester und der ganze Chor haben so gelacht. So etwas hatten sie noch nicht gehört, so völlig anders. "



Hermann Baumann

1968 tauchte wieder eine neuer Name auf den Konzertprogrammen des Münchener Bach-Chores auf: Horst Laubenthal.

Horst Laubenthal

"Ich erinnere mich noch an das erste Vorsingen. Da wurde ich in die Hochschule bestellt. Ich hatte die meisten Sachen noch gar nicht gesungen, nur die Matthäus-Passion, noch keine Johannes-Passion. Wir haben zwei oder drei Rezitative aus der Matthäus-Passion gemacht und die große Stelle: „Und ging hinaus und weinete bitterlich“. Dann fragte er: „Haben Sie da Zeit oder da Zeit“, und so habe ich durch das kleine Vorsingen gleich mehrere Konzerte bekommen, und ich war sehr froh, schon so früh mit Karl Richter zusammen musizieren zu dürfen. Aber ich hatte ihn auch jahrelang wirklich beobachtet, um seinen Stil in mich aufzunehmen."



Horst Laubenthal

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1966 ff. [EN]

In the meantime Maurice André had launched a grandiose career as soloist and from then onwards was not always at Karl Richter’s disposal. The trumpet position was taken over by his compatriot Pierre Thibaud. He took part in the Christmas Oratorio for the first time in Salzburg 1966 in the Festival Hall.



Pierre Thibaud

In 1966, Peter Schreier with whom Karl Richter, ever since the Kreuzschule days, shared a friendly relationship, sang the part of the Evangelist in Bach’s Matthew-Passion for the very first time on March 3, 1966 in the Congress Hall of the German Museum and two days later in the Hall of the Music Society in Vienna. It was here too that the sensational debut of the Hungarian Contralto, Julia Hamari, took place.

Julia Hamari

“I stood up for the “Erbarme dich” aria, and I think, I sang well. That was the very first Matthews-Passion of my life. Of course nobody wanted to believe me. Such a beginning was normally not possible. The aria came to an end, and I looked at him and he looked at me there was this crazy pause, this awful pause: everything stood still nobody stirred; and then the choir started very slowly to sing the choral. Then he very quickly did the subsequent Recitative, looking angrily at me all the time, as if it was my fault that he was so surprised.”



Julia Hamari

The Summer of 1967 was the start of the musical collaboration between Karl Richter and the celebrated Mozart singer Edda Moser.

Edda Moser

“I had received an engagement, through the Deutsche Grammophon Gesellschaft, that Gluck’s Orpheo was to be recorded with Fischer-Dieskau and Janowitz and I was to sing the part of Amore. Needless to say I had prepared myself prodigiously. Just one day after my Father’s death I had to appear there in Munich and sing. Richter knew, that my father had died, it had been in all the Newspapers, and he expressed his sympathy. I said to him: please don be angry with me but I can’t listen to the correction recordings. I must ask you to do that for me, I am much too deeply moved. It was in fact very hard work, singing the Amor.”



Edda Moser

1967 a very important new engagement was arranged: the Hornist Hermann Baumann joined the Bach Orchestra.

Hermann Baumann

“The fact that I happened to meet Karl Richter: was thanks to Maurice André. Maurice André had said to Richter: “Everything in your ensemble fits together very well, the choir, the Orchestra, the Bach-Choir is fantastic, but not the Horn”, and on the strength of that I was engaged and took part in the first tour of Italy and Switzerland. It was on this trip that I had my debut. At the first Rehearsal he of course wanted to hear me. I got up and let loose as soloist of course. At the end there was a short silence, I said: “Do you want me to do something else?” No, no he said, and laughed so much, that the whole Orchestra joined in and then the Bach Choir as well. They had never heard anything quite like it before.”



Hermann Baumann

In 1968 a new name appeared on the Concert Programs of the Munich Bach-Choir, Horst Laubenthal.

Horst Laubenthal

“I can still remember the first audition. I had an appointment at the Music Academy. Most of the pieces I had never sung before, only the Matthews-Passion, but not the St. John-Passion. We did two or three recitals from the Matthews-Passion, including the grand part 'Und ging hinaus und weinete bitterlich'. And then he asked me: “Do you have time at such and such a date?”, and that is how with just one small audition I was given parts in several concerts, and was very happy to be able to perform with Karl Richter at such an early stage. Although I had observed him closely for many years, in order to adopt his style.”




Horst Laubenthal

12. Mai 2006

Karl Richter - Erste Begegnung (5) Video Clip

Karl-Christian Kohn, Horst Laubenthal und Paul Meisen erinnern sich an ihre erste Begegnung mit Karl Richter.


Der Link führt Sie zum Video Service YouTube.

Sie können den Clip bequem in Ihrem Browser betrachten, oder aber auch auf Ihrem Rechner speichern (download) und später in Ihrem Mediaplayer betrachten.

10. Dezember 2005

Angekündigt: Karl Richter auf DVD

die Deutsche Grammophon hat für Anfang des Jahres folgende DVDs angekündigt: (International Releases)

Januar / January 2006


Karl Richter
DVD-VIDEO
BACH: Brandenburg Concertos BWV 1046 - 1051
Münchener Bach-Orchester / Karl Richter
Directed by: Arne Arnbom
EAN/UPC Code: 0044007341476




Karl Richter
DVD-VIDEO
BACH: Johannespassion / St John Passion BWV 245
Helen Donath / Julia Hamari / Peter Schreier /Horst R. Laubenthal / Ernst Gerold Schramm / Siegmund Nimsgern / Keith Engen
Münchener Bach-Chor / Münchener Bach-Orchester / Karl Richter
Directed by: Arne Arnbom
EAN/UPC Code: 0044007341124




Karl Richter
DVD-VIDEO
BACH: Messe in h-moll / Mass in B minor BWV 232
Gundula Janowitz / Hertha Töpper / Horst R. Laubenthal / Hermann Prey
Münchener Bach-Chor / Münchener Bach-Orchester / Karl Richter
Directed by: Arne Arnbom
EAN/UPC Code: 0044007341483


Februar / February 2006


Karl Richter
DVD-VIDEO
The Legacy of Karl Richter
Ein Film von Tobias Richter (der Sohn Karl Richter's) in Zusammenarbeit mit Klaus Lindemann und Klaus-Peter Richter
EAN/UPC Code: 0044007341506




Karl Richter
2 DVD-VIDEO
BACH: Matthäuspassion / Matthew Passion BWV 244
Helen Donath / Julia Hamari / Peter Schreier / Walter Berry
Münchener Bach-Chor
Münchener Bach-Orchester / Karl Richter
Directed by: Hugo Käch
EAN/UPC Code: 0044007341490

Quellen / Source:
Deutsche Grammophon

Klassik Akzente