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24. April 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1969 ff. [DE]

Die Jahre 1969 - 1971 waren auch geprägt von zahlreichen ZDF-Unitel Filmproduktionen, so etliche Orgelkonzerte und die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, aufgenommen im Neuen Schloß Schleißheim. Werke für Cembalo und Orgel wurden in Ottobeuren produziert. Das Marienmünster zu Dießen am Ammersee war ein idealer Raum für die Aufzeichnung von Bachs h-moll-Messe mit den Solisten Gundula Janowitz, Hertha Töpper, Horst Laubenthal und Hermann Prey.




Marienmünster zu Dießen am Ammersee

Elmar Schloter

Karl Richter wollte bei diesen Fernsehaufnahmen an einigen Stellen unbedingt einen besonderen Orgelklang, den er auf dem Continuo nicht herbrachte. Da sind wir dann auf die Hausorgel in Dießen ausgewichen und haben verschiedene Sequenzen mit dieser Orgel hinten gespielt. Das ging auch ganz gut zusammen, weil die Kirche ja nicht so groß ist. Da wurde zum Beispiel bei der h-moll-Messe beim Confiteor, wo eben nur Continuo und der Chor ziemlich präsent sind, diese ganze Sequenz von der Orgel der Dießener Kirche aus aufgenommen.



Elmar Schloter an der Continuo-Orgel in Dießen

Diese Aufnahme wurde im Januar 2006 auf DVD übernommen, ebenso die gleichfalls in Dießen entstandene Johannes-Passion mit Peter Schreier als Evangelisten, Ernst-Gerold Schramm als Christus und den weiteren Solisten Helen Donath, Julia Hamari, Siegmund Nimsgern und Kieth Engen.

Auch die Brandenburgischen Konzerte, aufgezeichnet im Schloß Schleißheim, sind inzwischen auf DVD erhältlich, schließlich Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, die in den Bavaria Studios München Geiselgasteig dramaturgisch eindrucksvoll dargestellt wurde. Hier waren die Solisten wiederum Helen Donath und Julia Hamari, Peter Schreier, Ernst-Gerold Schramm und Siegmund Nimsgern, die Bass-Partie sang Walter Berry.



Ernst-Gerold Schramm und Siegmund Nimsgern

Siegmund Nimsgern

Meiner Meinung nach war da ein anderer Kollege vorgesehen. Das Engagement ging doch sehr kurzfristig, und ich kam auch "nur" für die bösen Männer in Frage. Kieth Engen und Walter Berry hatten die Bassarien, das waren natürlich wesentlich etabliertere Leute. Ich hätte natürlich viel lieber die wirklich wichtigen Sachen gesungen, obwohl, - das muss man dazu sagen -, der Pilatus in der Johannes-Passion, wenn man die Töne zählt, nicht die Wichtigkeit der Rolle, fast mehr zu singen hat als Jesus. Und das ist eine ganz tolle Figur. Er sagt ja den einzigen Satz, den viele Leute aus den Passionen überhaupt noch kennen: "Was ist Wahrheit?"



Siegmund Nimsgern und Karl Richter inmitten von Chor und Orchester

Julia Hamari

Die Matthäus-Passion, das war im Bavaria Filmstudio, ich erinnere mich an dieses wahnsinnig große Studio, und wir mussten richtig singen. Da gab es kein Playback, wir mussten singen. Und er stand da, und als ich zum ersten Mal den Mund aufgemacht habe, dachte ich, ich hätte keine Stimme. Aber dann habe ich mich daran gewöhnt: So viel höre ich und das singe ich, mehr nicht. Und als ich zum ersten Mal diese Arie gesungen habe, kam über den Lautsprecher vom Regisseur: "Sie haben fantastisch gesungen, Hamari!".



Julia Hamari und Helen Donath in Geiselgasteig

8. April 2008

Vor 40 Jahren: h-moll Messe in Wien



Der Musikverein Wien

Am 10. und 11. April 1968, Mittwoch und Donnerstag der Karwoche, gastierte Karl Richter mit seinem Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester im Musikvereinssaal Wien. Zur Aufführung gelangte an beiden Tagen Johannes Sebastian Bachs Hohe Messe in h-moll.


Programmheft - Titelseite

Die Solisten waren Ursula Buckel, Hertha Töpper, Werner Krenn und Karl Christian Kohn.



Plakattafel vor dem Musikverein

Franz Tassié schrieb in seiner Konzertkritik im Wiener Express u.a.:

"Bach, dargestellt und interpretiert von Richter, wird zum großen Erlebnis unserer Tage. Eine vollkommene Interpretation, die das Riesenwerk der h-moll-Messe aufsteigen lässt wie eine Kathedrale ..."

"Karl Richter ist Zentrum und lebendiger Mittelpunkt dieser Darbietung. Von ihm geht jene Kraft und jene Helligkeit des Verstandes aus, die beide allein es möglich machen, Bach makellos wiederzugeben. Das ästhetische Vergnügen, diese Leistung genießen zu können, wird zur Faszination und zum Erlebnis ..."

"Wunderbar perfekt im Reichtum aller Nuancen der Münchener Bach-Chor, ausgezeichnet und mit dieser Art von Musik bestens vertraut das Münchener Bach-Orchester. Geschlossen und wunschlos dem großen Rahmen eingefügt, das Quartett der Solisten ..."

7. April 2008

Vor 40 Jahren: Bachs Matthäus-Passion

Heute vor 40 Jahren, am Palmsonntag, den 7. April 1968, sangen wir um 17.00 Uhr im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München, Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion.



Programm der Matthäus-Passion von 1968



Hertha Töpper und Horst Wilhelm auf der Finnland-Tournee 1966

30. Oktober 2007

Vor 40 Jahren: Probenplan Münchener Bach-Chor (6)

Hier nun der sechste (und letzte) Teil des Probenplan aus dem Jahr 1967 (31. Oktober bis 31. Dezember)

20. Oktober 2007

Vor 40 Jahren: Bachs h-moll-Messe in der Berliner Philharmonie





Am Sonntag, den 22. Oktober 1967, flogen Karl Richter, sein Münchener Bach-Chor, das Münchener Bach-Orchester und die Solisten Lotte Schädle (Sopran), Marie-Luise Gilles (Alt), Werner Krenn (Tenor) und Ernst-Gerold Schramm (Bass) um 9.00 Uhr von München-Riem mit der PAN AM nach Berlin.

Dort gab es eine kurze Stellprobe, dann ein gemeinsames Mittagessen, und um 15.30 gelangte Bachs h-moll-Messe anlässlich des 450jährigen Reformationstages in der Philharmonie zur Aufführung. Gleich nach dem Schlussbeifall ging es zurück zum Flughafen Tempelhof, um 20.25 Uhr landete der Flieger wieder in München.

In einer Berliner Zeitung war über das Konzert u.a. Folgendes zu lesen:

"...Man mag persönlich eine Bach-Interpretation bevorzugen, die die musikalischen Verläufe objektiver nachzeichnet und die polyphonen Strukturen für sich sprechen lässt; und doch konnte man sich von Richters emotionaler Konzeption der h-moll- Messe faszinieren lassen, in der sich große subjektive Tradition seiner Lehrer Straube und Ramin mit zeitgenössischem Perfektionismus verbindet.

Mit suggestiver Schlagtechnik auswendig dirigierend, feuerte Richter zu forschen Tempi an, reihte die Sätze eng aneinander und formte mit Ritardandi und dynamischen Steigerungen die Messe zeitweise zu einem spannenden Drama um. Das Orchester war mit allen Solisten und in jeder Gruppe vom blitzsauberen Trompetenchor bis zu den Continuo-Spielern hervorragend, und der Chor, in allen dynamischen Extremen klangvoll und deutlich, hat eine Koloraturfertigkeit, die mit manch allzu geschwind angeschlagenem Tempo versöhnte ... Der Beifall der vollbesetzten Philharmonie für die Münchner Gäste war mit recht groß ..."

14. Oktober 2007

Vor 40 Jahren: Probenplan Münchener Bach-Chor (5)

Hier nun der fünfte Teil des Probenplan aus dem Jahr 1967 (13. - 30. Oktober)

20. Juli 2007

Vor 40 Jahren: Probenplan Münchener Bach-Chor (4)

Das Jahre 1967 war für Karl Richter und die Mitglieder des Münchener Bach-Chors eines der aktivsten Jahre. Hier nun der vierte Teil des Probenplan aus dem Jahr 1967 (31. Juli - 1. Oktober)

28. Mai 2007

Vor 40 Jahren: Münchener Bach-Fest - 27. Mai bis 4. Juni 1967


Titelseite des Bach-Fest-Programms 1967

Das Programm

Samstag, 27. Mai 1967, 20:00 Uhr - Hochschule für Musik
Festvortrag von Prof. Dr. Erich Valentin
"Von Bach zu Mozart - Zur Geschichte des Bach-Bildes im 18. Jahrhundert"

Sonntag, 28. Mai 1967, 11:00 Uhr - Hochschule für Musik
Sonaten für Flöte und Cembalo (BWV 997, 1032, 1033, 1031)
Aurèle Nicolet - Karl Richter

Sonntag, 28. Mai 1967, 20:00 - Deutsches Museum
Hohe Messe in h-moll BWV 232
Ursula Buckel - Hertha Töpper - John van Kesteren - Theo Adam
Büchner - Meisen - Hausmann - Baumann - André
Bach-Chor und Bach-Orchester

Montag, 29. Mai 1967 20:00 Uhr - Markuskirche
Sonaten für Violoncello und Cembalo (BWV 1027, 1028, 1029)
Pierre Fournier - Karl Richter

Dienstag, 30. Mai 1967 20:00 Uhr - Cuvilliés-Theater
Goldberg-Variationen BWV 988
Karl Richter

Mittwoch, 31. Mai 1967, 20:00 - Markuskirche
Kirchenkantaten
"Schmücke dich, o liebe Seele" BWV 180
"Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" BWV 117
"Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" BWV 106

Ursula Buckel - Hertha Töpper - John van Kesteren - Kieth Engen
Hans-Martin Linde - Konrad Hampe - Otto Büchner - Kurt Hausmann
Manfred Clement - Gustav Meyer - Oswald Uhl - Johannes Fink
Bach-Chor und Bach-Orchester

Donnerstag, 1. Juni 1967, 20:00 - Markuskirche
Sonaten für Violine und Cembalo (BWV 1016, 1005, 1017)
Christian Ferras - Karl Richter

Freitag, 2. Juni 1967, 20:00 - Markuskirche
Motetten und Orgelwerke
Komm, Jesu, komm - Singet dem Herrn ein neues Lied - Jesu, meine Freude
Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 - Präludium und Fuge e-moll BWV 548
Münchener Bach-Chor - Karl Richter

Samstag, 3. Juni 1967, 20:00 - Markuskirche
Orgelkonzert (BWV 768, 525, 565, 639, 582)
Karl Richter

Sonntag, 4. Juni 1967, 11:00 - Hochschule für Musik
Das Musikalische Opfer BWV 1079 in der Realisation von Otto Büchner
Paul Meisen - Otto Büchner - Kurt-Christian Stier - Fritz Kiskalt
Franz Ortner - Günther Jena

Sonntag, 4. Juni 1967, 20:00 - Herkulessaal der Residenz
Orchesterkonzert
Suite Nr. 3 D-Dur BWV 1068
Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-Dur BWV 1046

Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047
Maurice André - Paul Meisen - Kurt Hausmann - Otto Büchner
Hermann Baumann - Werner Meyendorf - Fritz Kiskalt - Herbert Duft - Helena Haas
Münchener Bach-Orchester - Karl Richter


Maurice André


Hermann Baumann


Otto Büchner


Auszug der Kritik des kürzlich verstorbenen Karl Schumann in der Süddeutschen Zeitung:

Altgedienten Münchner und Ansbacher Bach-Experten verschlug es den Atem: So erleuchtet und triumphal wie diesmal im Deutschen Museum habe Karl Richter die Hohe Messe noch nie dirigiert, ähnlich begeistert und begeisternd seien Bach-Chor und Bach-Orchester selten bei der Sache gewesen, und Solisten wie das Waldhorn-Phänomen Hermann Baumann, den Trompeten-Athleten Maurice André und den Konzertmeister Otto Büchner treffe man alle Jubeljahre einmal. Damit ist gesagt, was dieses Bach-Fest verspricht: ein Musizieren in Superlativen...

16. Mai 2007

Vor 40 Jahren: Probenplan Münchener Bach-Chor (3)

Wie schon berichtet, das Jahre 1967 war für Karl Richter und die Mitglieder des Münchener Bach-Chors eines der aktivsten Jahre der Zusammenarbeit. Hier nun der dritte Teil des Probenplan aus dem Jahr 1967 (19. Mai - Ende August)

11. Mai 2007

Vor 40 Jahren: Konzertreise Italien/Schweiz in der Zeit vom 3. - 15. Mai 1967 (Teil III)


Titelblatt des Konzertprogramms in Lucca

Die Nacht nach dem Konzert in Turin war recht kurz gewesen, denn schon um 7.00 Uhr am Morgen war das Frühstück angesetzt. 90 Minuten später saßen wir bereits im Zug, der uns in fünfstündiger Fahrt nach Pisa brachte. Dort mussten wir mit dem gesamten Gepäck in einen italienischen Regelwagen umsteigen, wo jedoch die Plätze reserviert waren. Eine halbe Stunde später fuhren wir bereits in Lucca ein, wurden zu den Hotels transferiert und gleich weiter zur Stellprobe in der Kathedrale San Martino. Am Abend um 21.00 Uhr gelangte J. S. Bachs Johannes-Passion zur Aufführung.


Die Johannes-Passion in der Kathedrale San Martino in Lucca

Der nächste Vormittag stand uns zur freien Verfügung, um die - neben dem Dom - weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besichtigen, kann doch Lucca mit Stolz auf die seit der Rennaisance intakt gebliebenen Schutzmauern, den Marktplatz sowie die zahlreichen mittelalterlichen Kirchen und Paläste in Stadtzentrum blicken. Der Nachmittag gehörte wieder der "Lieblingsbeschäftigung" auf dieser Reise, dem Zugfahren. Nach sechs Stunden, mit Aufenthalt in Florenz und Umsteigen in Padua, erreichten wir die letzte Etappe der Konzertreise, das für seine Schmuckwaren und Bekleidung berühmte Vicenza.


Kathedrale von Vicenza

Für die Sehenswürdigkeiten der Stadt, so die zahlreichen Palazzi aus den 15. - 18. Jh., das Teatro Olimpico, die Villa la Rotonda oder die Piazza dei Signori mit dem fast 80 Meter hohen Torre die Piazza, hatten wir am heutigen Sonntag-Vormittag genügend Zeit. Die Stellprobe war erst um 14.00 Uhr angesetzt und das Konzert, wiederum mit Bachs Johannes-Passion, um 21.30 Uhr.


Titelseite des Konzertprogramms von Vicenza

Ein letztes Mal verbrachten wir am Montag, den 15. Mai 1967, viele Stunden im Zug. Über Verona, den Brenner und Kufstein ging es zurück in die Heimat, nach zwei erlebnisreichen und musikalisch äußerst erfolgreichen Wochen erreichten wir kurz vor Mitternacht die bayerische Landeshauptstadt.

7. Mai 2007

Vor 40 Jahren: Konzertreise Italien/Schweiz in der Zeit vom 3. - 15. Mai 1967 (Teil II)

Am Montag, den 8. Mai 1967, fuhren wir um 11.00 Uhr mit der Schweizer Bundes-Bahn (SBB) über Zürich nach Genf, wo wir um 16.10 Uhr ankamen. Mit Bussen ging es zu den Hotels (Hôtel de la Pleine und Hôtel des Alpes).

Von dort waren es nur 8 Minuten zu Fuß zur Victoria Hall, wo uns Karl Richter um 17.30 Uhr zu einer kurzen Stellprobe erwartete. Wieder zurück, gab es in den Restaurants der Hotels ein Abendessen, dann hieß es schon, Konzertkleidung anzulegen. Um 20.30 Uhr begann die Aufführung von Bachs h-moll-Messe.


Konzertplakat in Genf

Am nächsten Tag brachte uns eine 45-minütige Bahnfahrt entlang des Genfer Sees nach Lausanne. Hier wurden wir auf vier Hotels verteilt, hatten nach dem Mittagessen ein wenig Zeit zum Stadtbummeln, bevor um 17.00 Uhr die Stellprobe im Théâtre Beaulieu angesagt war.

Das Konzert mit Bachs h-moll-Messe begann um 20.30 Uhr


Titelseite des Konzertprogramms in Lausanne

Am Mittwoch, den 10. Mai, begeisterte uns eine mehr als zehnstündige Bahnfahrt, zunächst angesichts der Walliser Alpen, durch das Rhonetal über Brig und den Simplontunnel zur italienischen Grenze in Domodossola. Weiter ging es entlang des Lago Maggiore und schließlich nach Turin (Torino), wo wir um 18.00 Uhr ankamen.

Konzertprogramm in Turin

Das Konzert mit Bachs h-moll-Messe stand erst am kommenden Abend um 21.00 Uhr auf dem Programm, so hatten wir doch genügend Zeit, die Haupstadt des Piemont zu erkunden.


Das Solistenquartett: Ursula Buckel - Hertha Töpper
- Horst Wilhelm - Karl-Christian Kohn

4. Mai 2007

Vor 40 Jahren: Konzertreise Italien/Schweiz 03. - 15. Mai 1967

Am Mittwoch, den 3. Mai 1967, fuhren der Münchener Bach-Chor, das Bach-Orchester, die Solisten Ursula Buckel, Hertha Töpper, Horst Wilhelm und Karl-Christian Kohn zusammen mit Karl Richter um 8.00 Uhr im Sonderzug von München - bei starkem Schneefall - über Kufstein, Brenner, Verona, Brescia nach Parma, der Geburtsstadt von Arturo Toscanini.


Gedenkfahne am Teatro Regio

Am darauf folgenden 4. Mai versammelten wir uns um 11.00 Uhr im Teatro Reggio zur Probe mit Solisten, Chor und Orchester.


Das Teatro Regio in Parma

Am Abend (21.00 Uhr) sangen wir anlässlich des 95. Geburtstages des berühmten Dirigenten Johann Sebastian Bachs Hohe Messe h-moll.


Konzertplakat Parma

Karl Richter war nicht zum ersten Mal in Parma. Seine tiefe Verehrung für Toscanini führte ihn immer wieder mit Chor und Orchester in diese Stadt.


Eintrag in das Gästebuch des Toscanini-Museums

Der darauffolgende 5. Mai war ein strahlend schöner und warmer Frühsommertag, die fast 12-stündige Fahrt mit dem Zug durch die Schweizer Alpen ein Erlebnis. Die Route führte über Milano zur Grenstation Chiasso, dann durch das Tessin über Lugano, Bellinzona, den Gotthardpass,


Der Gotthardpass

vorbei am Urner, Zuger und Zürich-See nach Zürich und schließlich zum Ziel der langen Reise, nach Schaffhausen.


Der Rheinfall von Schaffhausen

Beim Bachfest Schaffhausen 1967 standen ein Orgel/Motetten-Konzert und wiederum die h-moll-Messe auf dem Programm.


Titelseite des Programmbuchs

Der 6. Mai sah uns um 11.00 Uhr im Münster zur Probe für das abendliche Motettenkonzert und um 15.00 Uhr zur Probe für die h-moll-Messe des nächsten Tags. Das Programm des Motettenkonzerts um 20.00 Uhr im Münster umfasste Bachs Motette Jesu, meine Freude, Karl Richter spielte Präludium und Fuge e-moll, die Triosonate No. VI in G-Dur sowie die Fantasie und Fuge g-moll.


Karl Richter an der Münster-Orgel

Am Sonntag, den 7. Mai, schließlich gelangte die h-moll-Messe um 17.30 in der Johanniskirche zur Aufführung. Karl Richter hatte für dieses Konzert ein Star-Solisten-Ensemble aufgeboten: Maria Stader (Zürich), Hertha Töpper (München), Ernst Haefliger (damals Berlin) und Arthur Loosli (Bern).

25. April 2007

Vor 40 Jahren: Das erste TeDeum im Herkulessaal

Vor 40 Jahren, am 26. und 27. April 1967 dirigierte Karl Richter zum ersten Mal das TeDeum von Anton Bruckner im Herkulessaal der Münchner Residenz.

Die Solisten waren Lotte Schädle, Hertha Töpper, John van Kesteren und Victor van Halem. Es sangen der Münchener Bach-Chor und der Philharmonische Chor, es spielten die Münchner Philharmoniker.



Joachim Kaiser schrieb damals in der SZ

Karl Richter betritt Neuland


"Bruckner hat, wie mir scheint, nie etwas Extrovertierteres geschrieben als sein TeDeum. Man spürt, wie bewusst der Komponist da beeindrucken will ...

Wenn nun der liebe Gott zwischen ff und fff gelobt werden soll, darf es keine falsche Scheu geben, fand Richter, und ließ zwei Münchner Chöre (den Bach-Chor und den Philharmonischen Chor) in eine manchmal beinahe transmusikalische Ekstase geraten. Wäre Richter nicht ein Meister im Disponieren großer Messen und Oratorien, dann hätten die Solisten angesichts solcher Macht- und Prachtentfaltung auf verlorenem Posten gestanden ...

Im Übrigen ließ Richter die flimmernden Hochflächen leuchten, er wurde Bruckner auf einem radikalen Wege durchaus gerecht, und die Stretta am Schluss war überwältigend wie das ganze, weniger auf Tiefsinn als auf Jubel bedachte Werk ...

Auf Zehenspitzen verließ man den Ort unendlichen Jubels ..."

30. März 2007

Vor 40 Jahren: Probenplan Münchener Bach-Chor (2)

Das Jahre 1967 war für Karl Richter und die Mitglieder des Münchener Bach-Chors eines der aktivsten Jahre der Zusammenarbeit.

Hier der Probenplan von April und Mai, inkl. der Schweiz/Italien-Tournee!



Teil 1: Januar - März 1967

4. Januar 2007

Vor 40 Jahren: Probenplan Münchener Bach-Chor

Das Jahre 1967 war für Karl Richter und die Mitglieder des Münchener Bach-Chors eines der aktivsten Jahre der Zusammenarbeit.

Der nachstehende Probenplan Jan - März 1967 gibt einen Eindruck davon



Über das Jahr war der Chor an nahezu 150 Tagen des Jahres im Einsatz, inkl. 5 Wochen Konzertreisen.