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20. Juni 2013

Karl Richter 1926-1950 - Fotogalerie

Zum Abschluss der Reihe mit Foto-Dokumenten Karl Richters gibt es einige Fotos aus seiner Kindheit und Jugend sowie aus seiner Zeit als Thomasorganist in Leipzig. Alle Bilder sind im Band 7 der "Karl Richter - Zeitdokumente" abgedruckt und ausführlich beschrieben.



Ein Klick auf das Bild führt zum Fotoalbum / A click on the image brings you to the album.

Dort ein weiterer Klick auf das erste (oder ein anderes) Bild startet die Fotogalerie, die Sie vorwärts und rückwärts durchblättern können.

Einen Überblick über alle verfügbaren Fotogalerien Karl Richters gibt es auf der Seite "Fotoarchiv".

Detaillierte Informationen zu den lieferbaren Büchern und DVDs über Karl Richter erhalten Sie hier...

26. September 2008

Karl Richter und Max Reger

Die Interpretation der Orgelwerke Max Regers war für Karl Richter von Anfang an ein Herzensanliegen. Bereits als Thomasorganist in Leipzig spielte er zur Einleitung der regelmäßig stattfindenden "Motette in der Thomaskirche" neben Bach und Buxtehude immer wieder Reger, so auch am 8. Dezember 1959 das "Benedictus" aus Opus 54.

Nach seiner Übersiedlung nach München stand auf dem Programm der allerersten "Münchener Abendmusik" am 25. April 1952 die große Phantasie und Doppelfuge über B-A-C-H op. 46. In der dritten Abendmusik umrahmten die Introduction und Passacaglia in d-moll sowie die Introduction und Passacaglia in f-moll Motetten von Johannes Brahms (u.a. Fest- und Gedenksprüche op. 109).

Ein Schlüsselerlebnis meiner Bach-Chor-Zeit war in einer Motette Ende 1965 Karl Richters faszinierende und einzigartige Interpretation der "Morgenstern"-Phantasie op. 40/1. Als 1. Bass stand ich in den Motetten in der Markuskirche immer oberhalb der Orgel und hatte freie Sicht auf die direkt vor mir liegende Orgeltabulatur. Es war für mich als jungen Musikstudenten zunächst unvorstellbar, wie Karl Richter dieses große und großartige Werk auswendig und selbst registrierend ohne jeden (erkenn- und hörbaren) Fehler spielte. Auch in den folgenden Jahren durfte ich immer wieder diese Faszination hautnah miterleben. Auf Konzertreisen gestattete er uns manchmal sogar, ihm beim Üben zuzuschauen und zuzuhören.

Während eines Kurzurlaubs im Fichtelgebirge besuchten meine Frau und ich in der vergangenen Woche auch Brand in der Opf., den Geburtsort von Max Reger. Ein überaus freundlicher und zuvorkommender Bürgermeister (Ludwig König) ermöglichte uns, außerhalb der offiziellen Zeiten das im dortigen Rathaus liebevoll eingerichtete Max Reger-Gedächtniszimmer zu besichtigen und gab uns die Erlaubnis, Fotos anzufertigen und sie in unseren Weblog zu übernehmen. Hierfür möchte ich ihm an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken.

Sollten Sie einmal auf der B 303 durch das Fichtelgebirge fahren, versäumen Sie nicht, beim Silberhaus Richtung Nagel und Brand abzubiegen und nach wenigen Kilometern inmitten des Ortes Geburtshaus und Gedächtniszimmer Ihre Aufwartung zu machen. Eine kurze Anmeldung beim Bürgermeister wäre auf jeden Fall sinnvoll (+49-(0)9236-230)!

Kleine Foto-Galerie vov Geburtshaus und Gedächtniszimmer



Geburtshaus von Max Reger und Pfarrkirche



Geburtshaus Regers im Jahre 1873. Hinter dem Fenster links unten verbirgt sich das Geburtszimmer.



Und so schaut das Geburtshaus heute aus.



Max Reger-Gedächtniszimmer im Rathaus von Brand i. d. Opf.







Als Mitbringsel für den dafür vorgesehenen Geschenktisch übergaben wir dem Bürgermeister eine bei Conventus Musicus erschienene CD mit Werken Max Regers, die der ehemalige Domorganist Paul Damjakob im Jahre 1996 auf der großen Klais-Orgel des Würzburger Domes eingespielt hat.



Der kleine Max Reger mit seinen Eltern







Die Totenmaske



Umschlagseite der Orgelnoten von Max Regers Phantasien op. 40/1 und 40/2



Erste Seite des Autographs von Max Regers "Phantasie und Fuge über B-A-C-H"

10. September 2008

Karl Richter über die Anfänge in München

In demselben Interview mit der "Welt" aus dem Jahr 1979 erinnert sich Karl Richter an die Anfänge in München.



Frage (Welt): Ist Ihre musikalische Karriere eigentlich so verlaufen, wie Sie sich das mit Anfang Zwanzig vorgestellt haben?

Karl Richter: "Ja, was hab’ ich mir damals vorgestellt? Ich wollte nicht berühmt werden deswegen, weil ich Organist an St. Thomas in Leipzig war, wo Bach der Thomaskantor gewesen ist. Ich wollte irgendwo, ganz gleich wo, einen Chor gründen und eine Musikgemeinde aufbauen, wo ich Orgel und Cembalo spielen und Kammermusik machen konnte, was ich jetzt tue.

Ich habe damals, als ich in den Westen kam, in mehreren Städten Probe gespielt. Auch in Freiburg. Aber da wurde ich nicht genommen, weil Harald Genzmer und Gustav Scheck der Meinung waren, dass ich kein Verhältnis zur zeitgenössischen Musik hätte.


Dann habe ich in München Probe gespielt. Und da hat mir der unlängst verstorbene Robert Heger als Präsident der Hochschule geschrieben, das Ministerium könne sich nicht entschließen, einen 24jährigen ins Lehrerkollegium aufzunehmen, aber sie würden mir anbieten, die Vertretung als Orgellehrer zu übernehmen für ein Semester. In der Zeit könnten sie sich dann um einen Besseren bemühen. Ich habe den Vorschlag angenommen und natürlich gehofft, dass sie keinen Besseren finden. Ja, so ist es gewesen."



Karl Richter an der Orgel von St. Thomas in Leipzig 1949