4. Oktober 2012

Claes H. Ahnsjö erinnert sich an Karl Richter

Zeitzeugen der Ära Karl Richter im Interview

Claes H. Ahnsjö auf Wikipedia (deutsch)
Claes H. Ahnsjö auf Wikipedia (englisch)



Claes H. Ahnsjö beim Interview am 22. Mai 1004 in München

Claes H. Ahnsjö über seinen ersten Kontakt zu Karl Richter

...Ich kam im September 1973 fest an die Oper nach München , war aber vorher bei den Salzburger Festspielen schon da gewesen. Im Juni 1973 war ich zu Proben hier, und da wurde ein Treffen mit Professor Richter arrangiert. Ich bin zur Hochschule gegangen, wahnsinnig nervös und aufgeregt, weil ich wusste, wer diese unglaubliche Persönlichkeit war. Ich kam hin, und er sah nicht so ganz lustig aus, aber er hat mich dann zu einem Klavierzimmer geführt und gefragt: „Was haben Sie für Musik dabei?“ Da habe ich geantwortet: "h-moll-Messe, Schöpfung, Johannes-Passion." Er sagte: "Ja, Johannes-Passion ist gut." Vorher hatte man mir gesagt, dass Professor Richter wenig Zeit hätte, ich sollte mich darauf konzentrieren, ein paar Rezitative und eine Arie zu singen. Gut, ich fing an, das erste Rezitativ, der erste Teil und dann weiter und weiter. Dann geschah irgend etwas so nach einer Viertelstunde. Er brach ab und sagte: "Wissen Sie, wenn Sie hier früher atmen und dann durchhalten, dann schauen wir, was passiert, und dann machen wir es noch einmal. Ich habe das so gemacht, und dann hörte er zu spielen auf, schaute mich an und sagte: "Ja, mein Lieber, so geht das auch."

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