22. Februar 2009

Karl Richter - Zeitdokumente 13 (1953)

Erste "Konzertreise" des Heinrich-Schütz-Kreises



Karl Richter in seinem berühmten "Staubmantel"

Am 18. Oktober 1953 traten Karl Richter und sein Heinrich-Schütz-Kreis zum ersten Mal außerhalb der Stadtgrenzen Münchens auf. Abt Hugo Lang vom Kloster Andechs hatte zu einer musikalischen Feierstunde am Nachmittag des Kirchweihsonntags in die Klosterkirche geladen.





Fünf Motetten von Anton Bruckner standen auf dem Programm des Kirchenkonzerts:

Locus iste
Christus factus est
Os justi
Virga Jesse floruit
Ave Maria



Karl Richter spielte an der damaligen Orgel eine freie Improvisation.



Über dieses Konzert war im Münchner Merkur vom 20. Oktober 1953 zu lesen ....

13. Februar 2009

Karl Richter - 28. Todestag



Gedenktafel am Haupteingang zur Markuskirche München

Am heutigen Sonntag, dem 15. Februar 2009, jährt sich wieder einmal der Todestag von Karl Richter. Alle Artikel, Nachrufe, Fotos und Totentafeln, die zu Karl Richters Tod nach dem 15. Februar 1981 in der deutschsprachigen Presse erschienen sind, haben wir im Rahmen des Projekts Karl Richter - Zeitdokumente gesammelt und geordnet. Das umfangreiche Material ist auf einer Daten-CD verewigt, erhältlich über Conventus Musicus.

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11. Februar 2009

Karl Richter vor 40 Jahren

Joseph Haydn, Die Jahreszeiten



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Viermal hat Karl Richter Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten" mit seinem Münchener Bach-Chor aufgeführt: 1970 auf der zweiten Konzertreise in die damalige UdSSR am 23. und 26. Mai im Tschaikowsky-Konservatorium von Moskau sowie in der Philharmonie von Leningrad, drei Jahre zuvor am 11. Oktober 1967 im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München (siehe Blogeintrag vom 11.10.2007) sowie heute vor 40 Jahren wiederum in München, mit den Gesamgssolisten Lotte Schädle, Donald Grobe und Kurt Böhme.




Hier die Rezensionen des Konzerts:

von Edmund Nick in der Süddeutschen Zeitung,
von Heinz Pringsheim im Münchner Merkur
und von Antonio Mingotti in der Abendzeitung.

4. Februar 2009

Karl Richter dirigierte 1959 in Stockholm

Händels Messias in schwedischer Sprache

Karl Richter dirigierte am 18. Oktober 1959 in Stockholm Händels Messias. Diese uns bisher unbekannte Information erhielten wir vor einigen Wochen von Robin Simonsson, dem Repräsentant des klassischen Musikradios des Schwedischen Rundfunks (SR). Das Konzert wurde live übertragen.



Zu unserer großen Freude war der Konzert-Mitschnitt im Archiv des SR noch vorhanden, und wir bekamen dankenswerterweise für unser KR-Archiv eine digitale Kopie der Aufführung.



Hier die Daten und Fakten zu dieser Aufführung:

Georg Friedrich Händel, Der Messias
Sonntag, 18. Oktober 1959
Engelbrektskyrkan (Engelbrechtskirche), Stockholm

Orchester der Schwedischen Rundfunks (Radiokestern)
Chor des Schwedischen Rundfunks (Radiokören)
Chor der Königlichen Hochschule für Musik
Eva Prytz, Sopran
Else Brems, Alt
Uno Ebrelius, Tenor
Erik Saedén, Bass

Leitung: Karl Richter

Die Aufführung wurde in schwedischer Sprache gesungen, in einer damals ganz neuen Textbearbeitung von Östen Sjöstrand.

Die Werkausgabe enstand nach dem Autograph und den Stimmen des Findling-Hospitals zu London, revidiert und herausgegeben von Arnold Schering und Kurt Soldan. Die Nummern 36, 36a, 37a, 38a, 39 sowie 48-50 wurden in dieser Aufführung ausgelassen.




De Engelbrechtskirche (von Lars Israel Wahlman) ist eine der größten Kirchen von Stockholm, gebaut im Jugendstil und 1914 vollendet. Der Kirchenraum fasst 1.400 Personen, das Gewölbe zählr mit 32 Meter zu den höchsten in Skandinavien.

Die Orgel ist eine der gewaltigsten in Schweden, das „Magnum Opus" der Firma Grönlund aus dem Jahr 1964, sie hat 86 Register und ca. 6.000 Pfeifen.

2. Februar 2009

Waldemar Kmentt zum 80 Geburtstag

Herzlichen Glückwunsch!!

Waldemar Kmentt wurde am 2. Februar 1929 in Wien geboren. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag. Informationen zur Vita von Kmentt sowie Fotos gibt es u. a. bei

Wikipedia
Tamino-Klassikforum
Volksoper Wien
Bach-Cantatas

Haus Hoffmannsthal Wien




Waldemar Kmentt sang auch einige Male bei Konzerten Karl Richters. Insbesondere erinnern wir uns da an Bachs Matthäuspassion am Gründonnerstag, dem 23. März 1967, im Musikverein Wien.



Eine weitere Sternstunde war für alle Mitwirkenden die Aufführung des Verdi-Requiems am 28. Februar 1969 im Kongreßsaal des Deutschen Museums München. Dieses Konzert ist inzwischen als Live-Mitschnitt beim japanischen Label Altus Music erhältlich.

30. Januar 2009

Kurt Hausmann - Oboe

Herzlichen Glückwunsch zum 85. Geburtstag



Kurt Hausmann beim Interview am 13. Oktober 2004 in Würzburg


Am 31. Januar 1924 wurde Kurt Hausmann in Erlangen geboren. Am morgigen Samstag feiert er bei bester Gesundheit in Würzburg seinen 85. Geburtstag.

Bereits mit sechs Jahren bekam er Klavierunterricht, im Alter von 14 Jahren begann er mit dem Oboe-Spielen. Dank einer glücklichen Fügung wurde er Schüler des damaligen Solooboisten der Berliner Staatsoper, Wilhelm Meyer. Schon ein Jahr später, mit 16 Jahren, übernahm Kurt Hausmann am
Theater des Volkes den Part der Soloboe in unzähligen Operettenaufführungen.



Nach dem Krieg lud der damalige Chefdirigent des neu gegründeten Rias Sinfonie-Orchesters, Ferenc Fricsay, den jungen Kurt Hausmann höchstpersönlich zum Probespielen ein und verpflichtete ihn sogleich für das Orchester. Die Berliner Jahre von 1949 - 1955 waren intensive Lehrjahre, zumal Fricsay für seine Probenarbeit mit dem Orchester heute nicht mehr vorstellbare Zeit zur Verfügung hatte.



Am 1. Oktober 1955 erging an Kurt Hausmann der Ruf an das Bayerische Staatskonservatorium (heute Hochschule für Musik) nach Würzburg, wo er bis zum Sommer 1989 die Oboenklasse leitete, zusätzlich aber auch Kammermusik, Korrepetition und zeitweise sogar Klavier unterrichtete.

Eine Konzertreise des Münchener Bach-Chores im April 1957 führte Kurt Hausmann mit Karl Richter zusammen. Im Interview, das wir anlässlich der Buch- und Film-Dokumentationen führten, erzählte uns Kurt Hausmann von diesem schicksalshaften Zusammentreffen.

„Wir hatten hier, am damaligen Konservatorium in Würzburg, Heinz Endres als Lehrer. Der war Münchner und einer der ersten, der bei Richter Konzertmeister gespielt hat. Und ein Orchester für sechsmal Matthäus-Passion für Auslandsreisen zusammenzustellen, ist nicht so einfach. Richter hat also Heinz Endres gefragt: „Haben Sie in Würzburg nicht noch ein paar gute Leute?" Da hat Endres gesagt: „Ja, Oboe, Geige und Bratsche."

Ich fuhr nach München zur Probe, dann ging es im Zug nach Italien. Die erste Aufführung war in Triest, dann Florenz, Turin, und die letzte Aufführung war in Rom. Dort war eine Sitzprobe angesetzt, Richter wollte aber noch etwas probieren, da ein neuer Tenor gekommen war. Und mein lieber Kollege aus München hatte die Oboe nicht dabei, es war ja nur eine Sitzprobe.

Da kam die große Arie „Ich will bei meinem Jesus wachen", und Richter schaute zu mir her: „Können Sie das mal übernehmen? Ich muss da ein paar Takte probieren." „Ja, natürlich, gerne." Er fing an und hat das ganze Stück, es ist ja ziemlich lang und mit Chor, durchspielen lassen bis zum Schluss. Der letzte Ton war noch nicht verklungen, Applaus und Getrampel vom Chor hinten, ich bin bald versunken. Es ging weiter, und am Schluss kam Richter zu mir und sagte: „Wo kommen Sie denn her, ich kenne Sie nicht, da müssen Sie aber heute Abend das Solo spielen." Da habe ich gesagt: „Herr Richter, das geht nicht, das kann ich meinem Kollegen gegenüber nicht machen. Aber wenn Sie wollen, ich komme gern mal zu Ihnen nach München." ...



Kurt Hausmann in Moskau anno 1968

Einen weiteren Auszug aus dem Interview lesen Sie hier...




Kurt Hausmann bei der Unitel-Aufnahme der Brandenburgischen Konzerte im Neuen Schloß Schleißheim

1958 wurde Kurt Hausmann zu den Bayreuther Festspielen eingeladen. Die Aufführungen von Wagners „Götterdämmerung" unter Hans Knapperstbusch und des „Tristan" unter Wolfgang Sawallisch waren Sternstunden, an die sich Hausmann noch heute sehr lebhaft erinnert.

Zur gleichen Zeit fanden in München die Schallplattenaufnahmen zu Bachs Matthäus-Passion statt. Kurt Hausmann erinnert sich:

„Bei dieser erste Aufnahme in München hat es nicht funktioniert mit den Englisch Hörnern. Und da kam ein Anruf ans Festspielhaus, und Richter sagte: „Mit den Englisch Hörnern, das klappt nicht so, können Sie es nicht mit Edgar Shann zusammen machen?" Ich sagte: „Ich weiß nicht, schicken Sie mir den Edgar nach Bayreuth, dann probieren wir, ob es geht." Edgar Shann kam, wir haben es probiert, haben uns schön zusammen gefunden und haben dann sämtliche Englisch Horn-Partien zusammen musiziert, und es ging gut."

Das vollständige Interview mit Kurt Hausmann gibt es auf DVD, zu bestellen nur bei Conventus Musicus per Telefon (09324-2101) oder über E-Mail. Alle Interviews mit den Zeitzeugen (26 Vokal- und Instrumentalsolisten) sind auf 10 DVDs bei Conventus Musicus erhältlich.



Kurt Hausmann mit seinem kongenialen Partner Manfred Clement bei der Unitel-Aufnahme der h-moll-Messe in der Klosterkirche Dießen am Ammersee

26. Januar 2009

Dietrich Fischer-Dieskau erhält Kulturpreis der Stadt München

Dietrich Fischer-Dieskau erhält heute um 19 Uhr im Saal des Alten Rathauses den Kulturellen Ehrenpreis der Stadt München 2008. Lesen Sie hier weiter!