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9. Dezember 2008

Karl Richter - Zeitdokumente 5 (1952)

Karl Richter an der Orgel



In den sieben Abendmusiken an St. Markus, München, des Jahres 1952 spielte Karl Richter neben Orgelmusik von Pachelbel, Buxtehude und Bruhns folgende Werke von J. S. Bach und Max Reger:

Bach Toccata und Fuge F-Dur
Präludium und Fuge Es-Dur
Präludium und Fuge e-moll
Partita „Sei gegrüßet. Jesu gütig"
Toccata und Fuge in d (dorisch)
Toccata und Fuge d-moll
Passacaglia und Fuge c-moll
Max Reger Introduktion und Passacaglia d-moll
Introduktion und Passacaglia f-moll
Fantasie und Fuge über B-A-C-H




Zusätzlich gab er noch drei große Orgelkonzerte an der Steinmeyer-Orgel im Mai, Juli und September. Über das ganze Jahr gesehen, waren also in der Markuskirche fast alle bedeutenden Orgelwerke von Bach, Reger und den Altmeistern vor Bach zu hören.





Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das jeweilige Konzertprogramm!

13. Oktober 2008

Karl Richter zum 82. Geburtstag

Karl Richter wurde am 15. Oktober 1926 in Plauen (Vogtland) geboren. Am Mittwoch dieser Woche wäre er 82 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass möchte ich einige bisher selten oder gar nicht veröffentlichte Fotos aus den frühen Münchner Jahren Richters präsentieren. Sie stammen u. a. von den damaligen Münchner Fotografen Anton Sahm und Werner Neumeister.




Karl Richter an der Orgel von St. Gumbertus bei der Bachwoche Ansbach 1954






Dieses Foto schenkte uns Pfr. Karl Heckel als Erinnerung an das freundschaftliche Verhältnis seines Vaters Dr. Theodor Heckel zu Karl Richter.




Karl Richter an der Steinmeyer-Orgel von St. Markus München im Jahre 1965




Karl Richter dirigiert Bachs Johannes-Passion am 16. März 1968 im Kongreßsaal des Deutschen Museums München




Karl Richter am Neupert-Cembalo im Jahr 1970




Karl Richter 1973 bei einer Schallplattenaufnahme von Bach-Kantaten

...Richter vertrat, lehrte, spielte, dirigierte eigentlich keinen sogenannten neuen Bach-Stil. Seine Bach-Auffassung, falls das armselige Wort gestattet ist, war nicht extrem. Also zwar das Cembalo statt des Flügels, aber doch die große Chor-Besetzung statt der kleinen. Zwar die präzise Phrasierung, aber doch kein Kult historischer Instrumente. Zwar „romantisches" Espressivo, aber doch kein radikal freies Verfügen über den Notentext.

Und warum wurde sein Chor doch zum herben, nicht durch Virtuosität, sondern durch gläubige Ausdruckskraft überzeugenden Wunder? Warum wurden seine Konzerte zu interpretationsgeschichtlichen Daten hier in München? Warum wuchs Richters Bach dann weit über München hinaus nach Moskau, Paris, New York, Tokio und wurde dort zum Begriff für etwas ganz Besonderes, Unwiederholbares?

Weil Richter ganz aus der polyphonen Sache zu musizieren versteht. Weil er Begleitstimmen, Orgelpunkte zu fesselnden motorischen Ereignissen machen kann, ohne sie jedoch zu Hauptereignissen aufzublähen. Weil immer ein Moment von improvisatorischem Wagnis in seinem Musizieren mitschwingt.


(Auszug aus einem Beitrag, den Joachim Kaiser zum 25jährigen Bestehen des Münchener Bach-Chors schrieb)