14. März 2011

Karl Richter - Zeitdokumente

Rezension in Orpheus Oper, Heft 1+2, 2011, Seite 64




Bestmöglichste Form

Im Verlag Conventus Musicus wird größter Wert auf die Pflege des Erbes von KARL RICHTER gelegt. Das hat seinen guten Grund. JOHANNES MARTIN, am Bayerischen Staatskonservatorium Würzburg und an der Musikhochschule München ausgebildeter Schulmusiker und mehr als fünf Jahre Mitglied des Münchener Bach-Chores, hat den Verlag selbst aufgebaut. Nun legt er mit „Karl Richter – Zeitdokumente“ eine neue bedeutende Sammlung vor, in der das dreißigjährige Wirken Richters in München sorgsam nachgezeichnet wird. Inzwischen liegen die ersten beiden Bände vor, die die Zeiträume 1951 bis 1957 sowie 1958 bis 1963 umfassen. Es gibt jede Menge Fotos, Programmzettel, Kritiken, faksimilierte Eintrittskarten. Sängerinnen und Sänger, die bei den Konzerten mitwirkten, kommen zu Wort.


Eine große Zeit wird in diesen Büchern heraufbeschworen. Wer sich darin vertieft, hat Anteil und ist ein bisschen selbst dabei. Es ist, als ob es aus den Seiten herausklingt. Zumindest aber macht es groß Lust, die eigenen Aufnahmen unter Richter oder mit Richter an der Orgel wieder aus dem Regal zu holen und neu zu hören. Zum Glück ist ja kein Mangel daran.


Interessant sind die Besetzungen. Sie sind nicht deshalb hochkarätiger, weil einem Starrrummel gefrönt wird. Es geht allein darum, ein bestimmtes Werk in der bestmöglichsten Form zur Aufführung zu bringen. Richter war immer auf Vollendung aus. Die großen Chorwerke Johann Sebastian Bachs kehren immer wieder, einmal aus gegebenen Anlass im Kirchenjahr, andererseits aber wird deutlich, wie sehr der Dirigent nach immer besserer Form suchte. Ein Gutteil der Fotos zeigt ihn dabei. Richter arbeitete sehr konzentriert und streng. Dann kommt er plötzlich mit der Zigarette im Mund um die Ecke oder sitzt vergnügt beim Wein. In den Dokumentationen wird Wert darauf gelegt, Karl Richter als Ganzes zu zeigen – als Musiker und als Privatmann. Das macht den Charme der Bücher aus. Auf die Fortsetzung darf man sich freuen. Wer mehr wissen will, dem sei auch ein Besuch der Internetseite www.karlrichtermunich.blogspot.com empfohlen.

Sebastian Sternberg, Orpheus Oper
         
(Karl Richter – Zeitdokumente, Band 1 und 2,  jeweils 210 Seiten, ISBN 978-3-00-032125-2 und 978-3-00-032826-8).

9. März 2011

Karl Richter - Zeitdokumente

Band 3 (1964-1967) erscheint in Kürze!



Der dritte Band der "Zeitdokumente" ist den Jahren 1964-1967 gewidmet, in denen sich Karl Richters unaufhaltsamer Aufstieg zu den bedeutendsten Musikern seiner Zeit vollzog. Große und überschwänglich gefeierte Konzertreisen als Organist wie als Dirigent führten ihn nach Italien, Frankreich, erstmals mit dem Chor in die USA, nach Finnland, England, wiederum nach Italien und in die Schweiz, nach Wien, schließlich noch einmal in die USA und zur Weltausstellung nach Montreal.

Schallplattenaufnahmen von Bachs Weihnachtsoratorium, der Johannes-Passion und der Brandenburgischen Konzerte, von Händels Messias und Glucks Orfeo ed Euridice festigten und mehrten seinen Ruf als namhaften Dirigenten.

Das Konzertprogramm, das Karl Richter sich und seinem Chor auferlegte, wuchs von Jahr zu Jahr beträchtlich, 1967 war der Chor insgesamt fünf Wochen auf Reisen. Mit den Konzerten in München, den Plattenaufnahmen und den beiden allwöchentlichen Proben ergab das mehr als 150 Tage Präsenz.



Der dritte Band der Zeitdokumente (ISBN 978-3-00-034046-8) wird am 24. März 2011 die Druckerei verlassen und ist dann im Handel erhältlich. Mit 298 Seiten ist er um ein Drittel umfangreicher als die beiden ersten Bände. Der Preis beträgt Euro 24,80 zzgl. Euro 2,00 Versandkosten. Bei Vorbestellung bis zum 23. März entfallen die Versandkosten!



Karl Richter im Jahr 1964



Konzertreise in die USA im Jahr 1965



Karl Richter auf Konzertreise nach Finnland (Helsinki)



Vor dem Abflug in München-Riem nach Kanada zur Expo 1967

13. Februar 2011

30. Todestag von Karl Richter



30 Jahre lang galt München dank Karl Richter als das Mekka der Bach-Pflege. Als Karl Richter vor 30 Jahren, am 15.2.1981, an Herzversagen verstarb, ging eine große Ära zu Ende. Der langjährige Leiter des Münchener Bach-Chores und Bach-Orchesters war ohne Zweifel der bedeutendste Bach-Interpret des 20. Jahrhunderts, seine Schallplattenaufnahmen überleben sogar im All, als "Botschafter der Menschheit" auf den Sonden Voyager 1 und 2.

Zum 30. Todestag des Chorleiters, Dirigenten und Organisten Karl Richter bringt BR Klassik am Montag, 14. Februar 2011 von 19.05 - 21.12 Uhr  Johann Sebastian Bachs Messe h-moll, BWV 232

In einer zweiten Sendung erklingen am Dienstag, 15. Februar 2011 um 18.05 Uhr:
Johann Sebastian Bach, Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-dur (Münchener Bach-Orchester) sowie die Orgelfantasie G-dur, BWV 572; 

Wolfgang Amadeus Mozart, Flötenkonzert D-dur, KV 314 mit Aurèle Nicolet als Solisten

30. Januar 2011

カール・リヒター論

内容紹介
リヒターの音楽解釈とはどのようなものであったか。私たちのバッハ体験を決定づけた音楽家の足跡とその人間像に迫る。指揮者として、オルガニストとして、チェンバリストとして、その多彩な活動の全貌を克明に描いた労作。

Nonaka Hiroshi's New Book: The Theory of Karl Richter



We can not read and translate the new book of our long-time follower and friend of Karl Richter's art and interpretation of music. But looking through the 300 pages, we find the results of hard work. Lots of data, tables, references and some pictures from the Karl Richter Archive.

Congratulation to Nonaka Hiroshi! We recommend anyone interested in Karl Richter work (and able to read Japanese) to get hold of this new book, published by Shunjusha [ISBN 978-4393937860 ]

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21. Dezember 2010

Weihnachten 2010



"Anbetung des göttlichen Kindes"

im Marienchor der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer, Hammelburg, geschaffen von einem unbekannten Meister um 1490  
(Foto: Johannes Martin)

Ein gesegnetes Weihnachtsfest 2010 und ein glückliches Jahr 2011 wünschen 

Hugo und Johannes Martin

14. Dezember 2010

Neues vom Fagottisten Fritz Henker



Das Foto zeigt den Fagottisten Fritz Henker (links) zusammen mit dem Trompeter Adolf Scherbaum bei der Bachwoche Ansbach 1961.

Die Vita von Fritz Henker gibt es hier in Deutsch und in Englisch.

7. Dezember 2010

Bach, Weihnachtsoratorium mit Karl Richter

Aufnahme von 1965 für wenig Geld



... Karl Richter zum Beispiel machte sich im Jahr 1965 im Münchner Herkulessaal an eine aufwändige Plattenaufnahme, die neben dem Bach-Chor und dem Bach-Orchester auch herausragende Solisten wie die Sopranistin Gundula Janowitz und den Tenor Fritz Wunderlich vor den Mikrofonen versammelte. Das Resultat war bestechend. Richter gelang es, bis ins Details der dynamischen Gestaltung die einzelne Komponenten ausgewogen zu gewichten. Gerade in den vertrackt kontrapunktischen Chorpassagen konnte er seine Fähigkeit ausspielen, große Klangkörper nuanciert zu lenken. Sein "Weihnachtsoratorium" wurde zu einer zentralen Einspielung des Werkes, beseelt vom kongenialen Zusammenwirken von Text und Interpretation.

(Klassikakzente 06.12.2002)

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