6. Februar 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1955 ff. [DE]

Aber nicht nur die Instrumentalisten des Bach-Orchesters prägten die Interpretationen der großen Werke von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Beethoven, später auch von Mendelssohn, Bruckner, Brahms, Dvorak und Verdi. Maßgeblich beteiligt war auch das Vokalensemble, das sich zunächst hauptsächlich aus dem reichhaltigen Sänger-Reservoire des Nationaltheaters rekrutierte.

Hertha Töpper

1952 war Hertha Töpper von Graz an die Staatsoper nach München verpflichtet worden. Schon kurze Zeit später nahm Günther Ramin Kontakt zu ihr auf.

„Günther Ramin hatte für 1955 die Hohe Messe vorgeplant und gesagt: Solisten wie immer. Da hat der Orchestervorstand des Bayerischen Staatstheaters ihm geschrieben: „Wir haben da eine neue Altistin, die sollten Sie sich anhören.“ Ramin kam im Dezember 1954 auf der Durchfahrt nach Bad Gastein nach München und saß in der Oper in meinem Rosenkavalier. Und im Rosenkavalier hat er entdeckt, dass ich eine Bachsängerin sei. "

Und bald darauf wurde auch Karl Richter auf sie aufmerksam.

"Karl Richter hat damals gesagt: „Die Töpper kam nicht nach München, die war plötzlich da." Und Gott sei Dank, hat er dann auch ziemlich schnell Kontakt zu mir aufgenommen."


Hertha Töpper

Am 6. November 1955 debütierten zwei weitere Mitglieder der Nationaltheater-Sängergilde im Rahmen des Bach-Kantaten-Zyklus in der Markuskirche, Antonia Fahberg und Kieth Engen.

Antonia Fahberg

„Ich sollte für eine Kollegin einspringen, war damals aber schon kurz vor der Entbindung von meinem Sohn, und da sagte ich: „Um Gottes Willen, was soll ich denn anziehen?“ Ich hatte also ein schwarzes Kleid, und man hat mir einen schwarzen Schal von hinten drüber mit Sicherheitsnadeln festgesteckt. Karl Richter ist jeden Tag gekommen und hat mit mir gearbeitet, das war ganz toll. Ich hatte ja noch nie Bach gesungen. Es war ein Riesenerfolg, und von da an war das eine große Liebe. "


Antonia Fahberg

Kieth Engen

„Mein erstes Zusammentreffen mit Karl Richter war im Jahr 1955 in der Markuskirche in München. Er fragte mich: „Was wollen Sie singen? “Und ich sagte: „Ich würde sehr gern das Arioso 'Am Abend, da es kühle war' aus der Matthäus-Passion singen.“ Wir gingen zu der Orgel, die Kirche war leer, dachte ich, und wir haben dieses Arioso gemacht, er an der Orgel, und ich habe gesungen. Und darauf sagte er: „Sehr gut, sehr gut, könnten Sie im November zwei Kantaten mit mir machen in dieser Kirche?“ „Ja, sehr gern, natürlich.“ ...“


Kieth Engen

1956 standen erstmals Lotte Schädle und Fritz Wunderlich, Dietrich Fischer-Dieskau und Peter Pears auf dem Programm von Bach-Konzerten in der Markuskirche und bei der Ansbacher Bachwoche, ein Jahr später sang Marga Höffgen in Ansbach die Alt-Arien in der h-moll-Messe und in beiden Passionen, auch Fritz Wunderlich, Peter Pears und Kieth Engen waren mit von der Partie.


Lotte Schädle


Fritz Wunderlich mit Karl Richter


Dietrich Fischer-Dieskau mit Karl Richter


Peter Pears


Marga Höffgen
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