20. Oktober 2007

Vor 40 Jahren: Bachs h-moll-Messe in der Berliner Philharmonie





Am Sonntag, den 22. Oktober 1967, flogen Karl Richter, sein Münchener Bach-Chor, das Münchener Bach-Orchester und die Solisten Lotte Schädle (Sopran), Marie-Luise Gilles (Alt), Werner Krenn (Tenor) und Ernst-Gerold Schramm (Bass) um 9.00 Uhr von München-Riem mit der PAN AM nach Berlin.

Dort gab es eine kurze Stellprobe, dann ein gemeinsames Mittagessen, und um 15.30 gelangte Bachs h-moll-Messe anlässlich des 450jährigen Reformationstages in der Philharmonie zur Aufführung. Gleich nach dem Schlussbeifall ging es zurück zum Flughafen Tempelhof, um 20.25 Uhr landete der Flieger wieder in München.

In einer Berliner Zeitung war über das Konzert u.a. Folgendes zu lesen:

"...Man mag persönlich eine Bach-Interpretation bevorzugen, die die musikalischen Verläufe objektiver nachzeichnet und die polyphonen Strukturen für sich sprechen lässt; und doch konnte man sich von Richters emotionaler Konzeption der h-moll- Messe faszinieren lassen, in der sich große subjektive Tradition seiner Lehrer Straube und Ramin mit zeitgenössischem Perfektionismus verbindet.

Mit suggestiver Schlagtechnik auswendig dirigierend, feuerte Richter zu forschen Tempi an, reihte die Sätze eng aneinander und formte mit Ritardandi und dynamischen Steigerungen die Messe zeitweise zu einem spannenden Drama um. Das Orchester war mit allen Solisten und in jeder Gruppe vom blitzsauberen Trompetenchor bis zu den Continuo-Spielern hervorragend, und der Chor, in allen dynamischen Extremen klangvoll und deutlich, hat eine Koloraturfertigkeit, die mit manch allzu geschwind angeschlagenem Tempo versöhnte ... Der Beifall der vollbesetzten Philharmonie für die Münchner Gäste war mit recht groß ..."
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