30. August 2005

Anna Reynolds erinnert sich an Karl Richter

Anna Reynolds
Alt


geboren 4. Oktober 1931
in Canterbury, Grossbritannien


Aus dem Interview:

... Das erste Mal, dass ich Karl Richter begegnet bin, war 1970 in Wien. Ich hatte dort ein Konzert mit Josef Krips, ich glaube es waren Lieder eines fahrenden Gesellen oder es könnten auch die Kindertotenlieder gewesen sein, jedenfalls Mahler. Nach dem Konzert kam Karl Richter, ich kannte ihn überhaupt nicht, ins Zimmer und sagte: „Ich bin Richter, das war sehr gut“ und ging weg. Ich hatte kein einziges Wort zu sagen.

Und viele Jahre später habe ich ihn gefragt: „Wieso waren Sie in diesem Konzert?“ und er sagte: „Gewiss nicht, um den Krips zu hören.“ Vielleicht hat jemand ihm empfohlen, mich zu engagieren und hat er mich deswegen hören wollen.

Im nächsten Sommer war dann das erste Konzert mit ihm in München.

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22. August 2005

Chronik Muenchener Bach-Chor 1976 - 1981 (Teil 5 - Ende)

Chronik des Münchener Bach-Chores in der Ära von Karl Richter 1976 – 1981 (Schluss)

1976
Paris: Motetten in St. Maur ; Messe h-moll mit dem Orchestre de Paris im Palais des Congrès (April)

Straßburg, Münster: Messe h-moll (Juni)

Ottobeuren, Basilika: Dvorak, Stabat Mater, mit den Münchner Philharmonikern (Juli)

Zum 25jährigen Jubiläum des Münchener Bach-Chors findet in der Markuskirche ein Konzert mit Motetten und Orgelwerken statt (November)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Messe h-moll (Dezemebr)

1977
Schaffhausen, Johanniskirche: Messe h-moll, mit dem Stadtorchester Winterthur (Mai)

Ottobeuren, Basilika: Haydn, Die Schöpfung (Juli)

Bonn, Beethovenfest: Beethoven, Missa solemnis, mit den Münchner Philharmonikern (September)

Einsiedeln, Klosterbasilika: Messe h-moll (Oktober)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Bach, Weihnachts-Oratorium (Dezember)

1978
Ottobeuren, Basilika: Händel, Der Messias (Juli)

Varazdin, Kathedrale: Messe h-moll (Oktober)

1979
Straßburg, Palais de la Musique: Händel, Der Messias (März)

Barcelona, Palacio de la Musica:Messe h-moll und Johannes-Passion (April)

Nürnberg, Orgelwoche/Evangelischer Kirchentag, Meistersingerhalle: Messe h-moll (Juni)

Ottobeuren, Basilika: Bach, Johannes-Passion (Juli)

Zweite Schallplattenaufnahme: Bach, Matthäus-Passion für DGA (August)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Messe h-moll (Dezember)

1980
Echternach, Basilika: Messe h-moll (Juni)

Ottobeuren, Basilika: Chor/Orgel-Konzert und Messe h-moll (Juli)

Konzertreise nach Mannheim, Hoechst, Bonn, Leverkusen und Lüttich: Beethoven, Missa solemnis mit den Münchner Philharmonikern (September)

Salzburg, Großes Festspielhaus: Bach, Weihnachts-Oratorium (Dezember)

1981
Letztes Konzert unter Leitung von Karl Richter (München, Mariahilfkirche): Motettenkonzert mit Werken von Pachelbel, Schütz, Eccard, Gallus und Bach (Januar)


Diese Chronik enthält nur die wichtigsten Daten aus der Schaffensperiode 1976 – 1981 von Karl Richter und dem Münchener Bach-Chor.

Ergänzungen und Korrekturen sind uns immer sehr willkommen!


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20. August 2005

Karl-Christian Kohn erinnert sich an Karl Richter

Karl-Christian Kohn
Bass



geboren 21. Mai 1928
in Losheim bei Saarbrücken

aus dem Interview:

...Es war nicht abgesprochen. Und dadurch, dass Richter, der ansonsten sehr genau war, die Arie Komm süßes Kreuz aus der Matthäus-Passion einfach in der Generalprobe nicht gemacht hat, so „nächste Nummer!“, da dachte ich, na ja, kommt eben nicht. Gut, das passiert öfter. Ich hab’ die Sache ja auch mit der Frankfurter Singakademie gesungen, da war das auch üblich, da wurde das vorher abgesprochen, die und die Arie machen wir nicht. Na, dann hab ich gedacht, na gut, dann ist das genauso.

Ich ging nach Hause, kam ins Konzert am Abend, und dann machte er auf einmal diesen da, gibt Zeichen aufzustehen und zu singen. Ich hab wirklich gedacht, jetzt ist es aus, aus! Und wenn das nicht gerade dieseArie wäre, es gibt ja die andere mit B-Dur am Schluss Mache dich mein Herze rein - die hab ich immer gesungen, aber diese Komm süßes Kreuz, die ist nicht einfach durch dieses trockene Instrument der Gambe, und auch schwer natürlich. Man muss ja immer genau mit der Gambe zusammen sein. Und da gibt er das Zeichen, ja, los! Das Vorspiel kommt und ich habe sie durchgesungen, ich hoffe ohne Fehl und Tadel, aber ich dachte, ich werd nicht mehr! Unglaublich, das war also ein Schockerlebnis, das muss ich schon sagen.

Dann hab’ ich nachher zu ihm gesagt: “Um Gottes Willen, Herr Professor, wie können Sie denn sowas machen, nur ein Wort von Ihnen, dass das kommt am Abend.“ Er: „Selbstverständlich kommt das am Abend!“ Bumms aus.

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18. August 2005

Pfarrer Karl Heckel erinnert sich an Karl Richter

Karl Heckel
Pfarrer


geboren 5. Mai 1931
in Berlin-Lichterfelde

aus dem Interview:

... Frau Richter, Gladys Richter, bat mich dann, weil ich doch in der Nähe sei, ob ich, statt eines reformierten Pfarrers, die ja dort die normale Landeskirche darstellen, als lutherischer Pfarrer ihn beerdigen würde. Ich hab dies gern getan als letzten Dienst an meinem Meister, und ich möchte sagen, mehr Hörlehrer, denn in der Hochschule hatte ich ja keine Stunden bei ihm gehabt.

Ich war begreiflicherweise sehr nervös, diese Beerdigung eines großen Mannes durchzuführen, welcher Pfarrer ist da nicht nervös. Sie war aber klein gehalten, denn in Zürich war ja Richter weniger bekannt oder hatte auch sein persönliches Lebensumfeld nicht so sehr dort. Aber ich erinnere mich, dass ein alter Kammermusiker, der ihn liebte und kannte, da war. Und ich hab mir nun überlegt, was kannst du machen, um mit einer besonderen Geste auszudrücken, dass hier ein Großer bestattet wird.

Da fiel mir ein, dass ich die Petersausgabe der Bachmotetten besäße, mit der ich manchmal früher bei Richter Motetten gesungen hatte. Man muss wissen, dass einige dieser Motetten ausgesprochene Sterbemotetten sind. Und dann habe ich mir gedacht, ich opfere dieses Buch und werfe es in das Grab hinab als sichtbares Zeichen, dass einer der Letzten, die Bach verstanden und dargestellt haben, davon gegangen ist.

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15. August 2005

H.G. Beitrag (geloescht)

Auf Wunsch des Autors entfernt.

10. August 2005

Karl Richter im Jahre 1952

Unser (bisher) frühestes Foto von Karl Richter



Ort: ?
Quelle: ?

Kann noch jemand Fotos aus dem Jahr 1951 (und der Zeit davor) beisteuern?

9. August 2005

Kurt Hausmann erinnert sich an Karl Richter

Kurt Hausmann
Oboe



geboren 31. Januar 1924
in Erlangen

aus dem Interview:

... Richters Probenarbeit? Das ging einfach, das lief. Er hat nie zu mir gesagt: „Können Sie nicht das oder machen Sie mal das.“ Das gab es nicht. Das ging immer gut. Er hat die letzten Jahre, in denen ich noch bei ihm war, meist gesagt: “Das kennen wir ja, das haben wir schon oft genug gemacht.“

Und da hab ich mir gedacht: Na, eigentlich wäre es ganz gut, gewisse Stellen, Übergänge, das ist ja das Schwierigste, einmal anzuspielen, damit jeder Bescheid weiß. Aber das Bachorchester bestand ja wirklich aus guten Leuten, hervorragendem Contiuno, selbst wenn da auch gewechselt wurde.

Wenn ich da Solo zu spielen hatte mit denen zusammen, das ging einfach. Die Hedwig Bilgram an der Orgel, das war ideal. Das hat schon Spaß gemacht.