25. Juli 2005

Ernst Haefliger erinnert sich an Karl Richter

Ernst Haeflinger
Tenor



geboren 6. Juli 1919
in Davos, Schweiz

aus dem Interview:

... Wir haben uns sehr gut verstanden. Er hat ja am Cembalo jedesmal anders gespielt, und ich konnte ihm gut folgen. Also bei mir gab es nicht nur Akkorde oder Dreiklänge. Ich habe immer geführt, ich habe immer bewusst geführt. Er hat den Bass im Continuo hervorragend heraus gebracht, da hatten wir das gleiche Gefühl. Ich habe auch die Rezitative nicht nur gesprochen, sondern auf der Linie gesungen, und die vom Text her wichtigen Punkte angestrebt. Aus dem hat sich dann die Interpretation heraus geschält.

Ich habe den Text auch gestaltet, meist nach den Chorälen. Es war ja oft die gleiche Melodie, aber der Inhalt war immer anders. Und ich wusste genau, wo bei einem Choral ein Abschluss war, und da habe ich dann so weitergeführt. Ich habe immer ein Bild von dem Geschehen gehabt. Diese Bilder hatte ich auch vor Augen bei den Aufnahmen im Dom zu Speyer, als der Film von der Johannes-Passion gemacht wurde, den ich überhaupt wahnsinnig gut finde. Mir hat er vieles erklärt, hat vieles lebendig gemacht. Der Film wurde ja nach der Schallplatte der Johannes-Passion mit Karl Richter produziert.

Nachtrag:
Ausschnitt aus dem Video-Interview (Peter-Lukas Graf, Ernst Haefliger, Julia Hamari)

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