Am heutigen Montag feiert die am 19. Mai 1928 in Wien geborene Sopranistin Antonia Fahberg ihren 80. Geburtstag.
Nach dem Studium debütierte sie im Jahre 1950 am Landestheater Innsbruck, kam bereits zwei Jahre später nach München und sang über 25 Jahre lang viele kleine und große Rollen am dortigen Nationaltheater, der heutigen Bayerischen Staatsoper.
Ein gern gesehener Gast war sie bei den Salzburger Festspielen sowie an den Opernhäusern von Wien, Hamburg, Amsterdam und Brüssel.
Am 6. November 1955 sang Antonia Fahberg zum ersten Mal in einem Bach-Kantatenabend in der Markuskirche München, als sie für eine erkrankte Kollegin einsprang. In den folgenden Jahren gehörte sie zum festen Stamm des Richter'schen Solistenensembles und sang bis Ende der 1960-er Jahre im Wechsel mit Ursula Buckel alle Sopranpartien in den Kantaten, Passionen und – immer wieder – im Weihnachtsoratorium.
Antonia Fahberg im Jahre 1955
Antonia Fahberg bei der Schallplattenaufnahme zu Bachs Matthäus-Passion 1958
Antonia Fahberg und Hertha Töpper bei der Schallplattenaufnahme zu Bachs Matthäus-Passion 1958
Antonia Fahberg beim Interview in ihrem Zuhause am 18. Juli 2004
[In English] A short Bio Antonia Fahberg at bach-cantatas.com
Mai 19, 2008
Herzlichen Glückwunsch zum 80 Geburtstag von Antonia Fahberg
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Mai 16, 2008
Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1980 und 1981 [DE]
Im Juli 1980 kamen Karl Richter, sein Münchener Bach-Chor und das Bach-Orchester zum letzten Mal nach Ottobeuren.
Friedemann Winklhofer
An Richters letztes Ottobeuren 1980 kann ich mich noch gut erinnern. Am Sonntag, 20. Juli dirigierte er seine letzte h-moll-Messe, beim traditionellen Orgelkonzert am Abend zuvor sang zusätzlich der Bach-Chor Motetten, u. a. die beiden von mir einstudierten Werke von J. N. David und Z. Kodály, drum herum spielte er Reger und Messiaen. Den ganzen Tag war ich mit ihm an der Orgel, das war schon ein großes Erlebnis, ihm beim Üben an den beiden historischen Orgeln und an der großen Marienorgel zuhören und sozusagen „Mäuschen“ spielen zu dürfen.
Friedemann Winklhofer und Leonard Bernstein bei der Probe zum Karl-Richter-Gedenkkonzert
Prior P. Theodor Lutz
Schon in den letzten Jahren seines Lebens hatten ihn immer wieder Todesahnungen beschäftigt. Mit einem Freund, bei dem er während der Konzerttage in Ottobeuren wohnte, hat er des öfteren darüber gesprochen. Und auch sein letztes Orgelkonzert im Juli 1980 beinhaltete Orgelmusik, die allesamt den Tod zum Thema hatten. Es hatten ihn offensichtlich diese Todesahnungen begleitet, die dann ja auch Wirklichkeit geworden sind. Ich kann mich noch erinnern, dass Karl Richter schon vorher einmal Schwierigkeiten mit den Augen hatte. Nach einer erfolgreichen Netzhaut-Operation war er sehr glücklich. Er kam eigens nach Ottobeuren und hat mit Abt Vitalis Maier darüber gesprochen, wie dankbar er sei, nun wieder richtig sehen zu können.
Prior P. Theodor beim Interview am 21. Juli 2005 an der Dreifaltigkeitsorgel in Ottobeuren
Tags darauf, am 20 Juli 1980, dirigierte Karl Richter in der Stiftsbasilika seine vorletzte h-moll-Messe.
Claes H. Ahnsjoe
Ich weiß nicht, wie viele Male ich die h-moll-Messe mit Richter gesungen habe. Sie war auch die letzte Aufführung in Ottobeuren im Sommer 1980. Auch hier gab es so manche Glücksmomente, beim Benedictus oder beim Duett und auch den anderen wunderbaren Arien, die gerade unter seinen Händen so unglaublich stilistisch geformt und hochwertig wurden.
Beim allerletzten Weihnachtsoratorium, Teil I, war - wie seit 25 Jahren so oft - Kieth Engen mit von der Partie.
Kieth Engen
Karl Richter hat seine Garderobe meistens unten gehabt, weil er nach dem Konzert immer als erster weg wollte. Und wie es das liebe Schicksal haben will, bei diesem letzten Konzert im alten Deutschen Museum, musste ich zum ersten Mal mit ihm dieses Zimmer teilen, für dieses allerletzte Konzert, das Weihnachtsoratorium. Wir haben fast nichts miteinander geredet, nach 25 Jahren, und er ging schnell weg, damals. Ich konnte nicht einmal good-bye sagen, weil er so schell weg war. 
Kieth Engen beim Interview am 10. Juni 2004
Aurèle Nicolet
Bei den letzten Konzerten seines Lebens hatte ich das Glück, sie mit ihm zusammen machen zu dürfen. Wir reisten als Duo, durch viele Städte von Deutschland. Frankfurt, München natürlich, Nürnberg, und auch in Norddeutschland. Und das letzte Konzert war in Wilhelmshaven. Er war so müde. Nach dem Konzert bin ich in seinem Zimmer geblieben und habe ein Bier bestellt. Da sagte er zu mir: „Aurèle, guck mal bitte in meinem Koffer, da liegt auf dem Boden ein Stück Papier.“ Und das Stück Papier, das war eine Abschrift von Luthers Testament. Und wir versuchten das auf Französisch zu übersetzen, und ich erinnere mich nur noch an den letzten Satz: „Wir sind alle Bettler.“
Aurèle Nicolet beim Interview am 3. März 2005
Kieth Engen
Karl Richter ist gestorben, 54 Jahre alt, am Sonntag Septuagesimae. Es war ein Sonnentag sondergleichen, bitterkalt. Er war im Hotel Vierjahreszeiten. Nebenan im Englischen Garten sind Dr. Weymar und seine Frau spazieren gegangen, sie haben nicht gewusst, dass er oben stirbt. Ich war hier. Und als ich das gehört habe, habe ich mein Losungsbuch aufgeschlagen, und diese Losungen und Lieder werden drei Jahre im voraus gezogen. Und am 15. Februar 1981 stand ein Lied von Philipp Spitta: „Am Tag, da er reden will, tu auf dein Herz und halt dich still. Da er mit dir sein Werk will tun, lass deiner Hände Werke ruhn.“ Das war für mich irgendwie für Karl Richter. Er hatte etwas Ewiges in seinem Wirken und in seinem Können, und was er geschaffen hat mit seinem Bach-Chor und mit der Bach-Renaissance hier in München. Das war einmalig und das war eine herrliche Zeit. Wir müssen trotz allem dem lieben Gott, dem lieben Karl Richter und dem lieben Johann Sebastian Bach auf den Knien danken.
Gedenktafel am Eingang zur Markuskirche München
Karl Heckel
Frau Richter, Gladys Richter, eine Malerin, in Erlenbach am Zürichsee, wo Richter mit ihr in späteren Jahren ein Haus gekauft hatte, bat mich dann, weil ich doch in der Nähe sei, ob ich statt eines reformierten Pfarrers, die ja dort die normale Landeskirche darstellen, als lutherischer Pfarrer ihn beerdigen würde. Ich hab dies gern getan als letzten Dienst an meinem Meister, und ich möchte sagen, mehr Hörlehrer, denn in der Hochschule hatte ich ja keine Stunden bei ihm gehabt.
Ich war begreiflicherweise sehr nervös, diese Beerdigung eines großen Mannes durchzuführen, welcher Pfarrer ist da nicht nervös. Und ich hab mir überlegt, was kannst du machen, um mit einer besonderen Geste auszudrücken, dass hier ein Großer bestattet wird. Da fiel mir ein, dass ich die Peters-Ausgabe der Bachmotetten besäße, mit der ich manchmal früher bei Richter Motetten gesungen hatte. Man muss wissen, dass einige dieser Motetten ausgesprochene Sterbemotetten sind. Und dann habe ich mir gedacht, ich opfere dieses Buch und werfe es in das Grab hinab als sichtbares Zeichen, dass einer der letzten, die Bach verstanden und dargestellt haben, davon gegangen ist.
Karl Richters Grab auf dem Friedhof Enzenbühl, Zürich
Karl Heckel
Bei der Trauerfeier in der Markuskirche habe ich von oben auf seinen Sarg geschaut, mir war ein Stück meines jungen Lebens zusammen mit ihm weggenommen. Im Hinausgehen aus der Kirche hörte ich, wie eine alte Frau zu einer anderen sagte: „Der Richter hat mich so beeindruckt, dass ich wieder zur Kirchgängerin geworden bin. Durch Bachs Musik bin ich wieder fromm geworden.“ 
Die Inschrift auf Karl Richters Grabstein
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Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1980 und 1981 [EN]
In July 1980 Karl Richter, his Munich Bach-Choir and the Bach-Orchestra went to Ottobeuren for the last time.
Friedemann Winklhofer
I can remember Richter’s last Ottobeuren very well. On Sunday 20th July he conducted his last Mass in B-minor. At the traditional Organ concert the evening before, the Bach-Choir had in addition sung Motetten, including works from J .N. David and Z. Kodaly, which we had rehearsed together. I spent the whole day with him. It was a fantastic experience being able to eavesdrop while he played pieces from Reger and Messian on the two historical organs as well as on the big Marien-Organ.
Friedemann Winklhofer and Leonard Bernstein during the rehearsal for the Karl-Richter-Memorial concert
Prior P. Theodor Lutz
During the last years of his life Richter had repeatedly been preoccupied with presentiments of death. He had often spoken about these fears with a friend he stayed with during the Ottobeuren Concerts. His last concert in July 1980 was predominately made up of Organ music that had death as its theme. It is obvious that these forebodings that then became reality had long been present. I can remember Richter some time before this, having trouble with his eyes. After a successful eye-operation, he was so happy, that he came especially to Ottobeuren, to tell Abbot Vitalis, how grateful he was to be able to see properly again.
Prior P. Theodor during our interview on July 21, 2005 on the Dreifaltigkeits-Organ in Ottobeuren
A few days afterwards on 20th July in the Collegiate Church Karl Richter conducted his last Mass in B-Minor.
Claes H. Ahnsjoe
I don’t know, how many times I had sung the B-Minor Mass. It was the last performance in the summer of 1980. Many happy moments transpired there, the Benedictus or the Duet as well as all the other wonderful Arias that in his hands alone became formed and styled to an incredibly high standard.
Kieth Engen took part in the very last Christmas Oratorio, Part One, as he had done so often over the last 25 years.
Kieth Engen
Karl Richter’s dressing room was usually downstairs, because he always wanted to be the first to leave after the concert. And as fate would have it, at this last concert in the German Museum, for the first time I had to share this room with him. The very last Concert was the Christmas Oratorio. We hardly spoke a word to one another, after 25 years and he left so quickly that time. I didn’t even have the chance to say goodbye.
Kieth Engen during our interview on June 10, 2004
Aurèle Nicolet
I had the luck to be with him at the last concert of his life. We traveled as a Duo through many German towns. Frankfurt, Munich of course, Nuremberg, and in north Germany as well. The last Concert was in Wilhelmshafen. He was very tired. After the Concert I stayed in his room and ordered a beer. He said to me: "Aurèle, take a look in my suitcase, there is a piece of paper lying in there." And that piece of paper was a copy of Luther’s Testament. And we tried to translate it into French, and I can only remember the last sentence: 'We are all beggars'.
Aurèle Nicolet during our interview on March 3, 2005
Kieth Engen
Karl Richter died, aged 54, on Septuagesima Sunday. A sunny day but bitterly cold. It happened in Hotel Vierjahreszeiten in Munich. Next door in the 'Englische Garten' Dr. Weymar and his wife were taking a walk, they didn’t know he, was dying up there in his room. I was here, and when I heard, what had happened, I opened my motto book. These mottos and songs were always drawn up 3 years in advance. For 15th of February there was a song from Philipp Spitta: "On the day when he wants to speak, open your heart and be still. So that he with you his work can do, let the work of your hands rest so." For me that was somehow for Karl Richter. There was something eternal about his work and in his mastery and in what he had created with his Bach-Choir and the Bach Renaissance here in Munich; something unique, a magnificent period of time. We must, in spite of everything, get down on our knees and say thanks to the Lord, and to Karl Richter and to Johann Sebastian Bach.
Memorial tablet at the entrance of the Markus-Church in Munich
Karl Heckel
Karl Richter’s widow, Gladys Richter, a painter, in Erlenbach on Lake Zurich, where she and Richter had later bought a house, requested me, because I was nearby, if I would, as a Lutheran clergyman, conduct the burial service in lieu of the Pastor belonging to the established national church. I was more than happy to be able to render this last service to my master, and I must say audio tutor, because I had never attended any of his courses at the Academy.
I was understandably very nervous, at the idea of carrying out the funeral of this great man, which clergyman wouldn’t be. I spent a lot of time thinking about what kind of special gesture I could make to mark the funeral of someone so special. It crossed my mind that I owned a copy of the Peters edition of the Bach-Motetten, which I had sometimes used in the past, when I had sung Motetten with Richter. Some of these Motetten were distinctly Motetten for the dead. I thought to myself, I would sacrifice this book by throwing it into the grave for all to see as a sign, that one of the last great musicians to have understood and interpreted Bach has gone forever.
Grave of Karl Richter's at the cemetery Enzenbuehl, Zuerich
Karl Heckel
At the funeral service held for Karl Richter in the Markus-Church in Munich, I looked down from above onto his coffin, and felt, that a part of my young life had, together with him, been taken away from me. On my way out of the church I heard one elderly lady say to another: "Richter impressed me so much so, that I started going to church again. Thanks to him and to Bach’s Music I have found my way back to God."
Inscriptions cut on Karl Richter’s Gravestone
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Mai 08, 2008
Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1973 ff. [DE]
Claes H. Ahnsjö
Ich kam im September 1973 fest an die Oper nach München, war aber schon vorher zu Proben hier, und da wurde ein Treffen mit Professor Richter arrangiert. Ich bin zur Hochschule gegangen, sehr nervös und aufgeregt, weil ich wusste, wer diese unglaubliche Persönlichkeit war. Er hat mich zu einem Klavierzimmer geführt und gefragt: „Was haben Sie für Musik dabei?“ Da habe ich geantwortet: „h-moll-Messe, Schöpfung, Johannes-Passion." „Ja, Johannes-Passion ist gut." 
Claes H. Ahnsjö beim Interview am 22. Mai 2004
Vorher hatte man mir gesagt, dass Professor Richter wenig Zeit hätte, ich sollte mich darauf konzentrieren, ein paar Rezitative und eine Arie zu singen. Ich fing also an, das erste Rezitativ und weiter und weiter. Nach einer Viertelstunde ungefähr brach er ab und sagte: "Wissen Sie, wenn Sie hier früher atmen und dann das durchhalten, dann schauen wir, was passiert, und dann machen wir es noch einmal. „Ich habe das so gemacht, und dann hörte er zu spielen auf, schaute mich an und sagte: „Ja, mein Lieber, so geht das auch."
Claes H. Ahnsjö in Paris 1981
1975 kam Bachs Matthäus-Passion in der Stiftsbasilika zur Aufführung. Julia Hamari sang die Altpartie.
1976 stand das Stabat Mater von Antonin Dvořák in Ottobeuren auf dem Programm. Bereits ein Jahr zuvor hatte Richter dieses beeindruckende Werk in München präsentiert. Neben Julia Hamari und Wolfgang Brendel waren Peter Schreier und Edda Moser zu hören.
Friedemann Winklhofer
Ich habe schon immer gerne Continuo gespielt, das war schon in meiner Schulzeit eine ganz besondere Liebe gewesen. Und immer hat mir Karl Richters Art und Weise gefallen, wie er das Continuo spielen ließ, was ich auch für mich aus den vorhandenen Schallplattenaufnahmen herausgefiltert habe. Mein großer Wunsch war in all den Jahren, einmal bei Karl Richter zu spielen, was aber schwierig war, weil er nur seine eigenen Schüler an das Continuo ließ. Otto Büchner und viele andere sagten immer wieder zu Richter: „Nimm doch mal den Winklhofer, der macht das ganz gut", worauf Richter stets meinte: „Das weiß ich, aber er ist nicht mein Schüler."
Friedemann Winklhofer beim Interview am 1. August 2005
Dann kam mein 26. Geburtstag im Jahr 1977, an dem ich mir das Vergnügen leistete, zu einem Konzert des Bach-Orchesters nach Innsbruck zu fahren. Als ich dort ankam, hat es geheißen: „Winklhofer, sofort zu Herrn Prof. Richter" Richter fragte mich, ob ich im Mai bei der Bachwoche Schaffhausen h-moll-Messe spielen könnte. „Selbstverständlich" antwortete ich, „das ist ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk", worüber er sich ebenfalls freute.
Friedemann Winklhofer in den 1980er Jahren
Gepostet von JoMa um 11:11 0 Kommentare Labels: Claes-H. Ahnsjö, Edda Moser, Friedeman Winklhofer, Julia Hamari, Otto Büchner, Peter Schreier, Schaffhausen, Wolfgang Brendel
Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1973 ff [EN]
Claes H. Ahnsjoe
In September 1973 I came to Munich to take up a permanent engagement at the Opera, although I had been there often enough for rehearsals, etc. A meeting had been arranged for me with Professor Richter. I made my way to the Academy, I was very nervous and excited, because I knew what an incredible personality he was. He showed me into a room with piano and asked: "Which music have you brought with you?" I answered: "Mass in B-minor, the Schoepfung and Johannes Passion". "Yes, Johannes Passion is good."
Claes H. Ahnsjoe during our interview on May 22, 2004
I had been told previously, that the Professor had very little time and that I should concentrate on a few recitatives and one aria. I began with the first recitative and went on and on. After about a quarter of an hour he cut me short and said: "You know if you breathe here a bit earlier, we can see what happens, and then we can do it all over again." I did just as he had said and then he stopped playing, looked at me and said: "Yes my dear friend, that’s how it works."
Claes H. Ahnsjoe in Paris 1981
In 1975 Bach’s Matthews-Passion was performed in the Stiftsbasilika, Julia Hamari sang contralto.
1976 The Stabat Mater from Antonin Dvořák was on the program for Ottobeuren. One year earlier Richter had presented this impressive work in Munich. Beside Julia Hamari and Wolfgang Brendel, Peter Schreier and Edda Moser also took part.
Friedemann Winklhofer
I have always had pleasure in playing the Basso continuo; even during my school years it was a very special love of mine. And I had always liked the way Karl Richter played the continuo, I had filtered this out of the many Gramophone Records available. My biggest wish all through the years was to play one time with Karl Richter, a rather difficult wish, because he only let his own pupils play on the continuo. Otto Buechner and many others had often said to him: "Take Winklhofer, he plays very well." To which he had always replied: "I know that, but he is not my student."
Friedemann Winklhofer during our interview on August 1, 2005
Then came my 26th birthday in 1977, to which I had treated myself to a concert in Innsbruck featuring the Bach-Orchestra. When I arrived, I was told to go at once to Professor Richter, Richter asked me, if I would be able to play the B-minor Mass in Schaffhausen at the Bach-Woche in May. "Of course I can", I replied, "that is a very nice birthday present", which pleased him as well.
Friedemann Winklhofer in the 80’s
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Mai 06, 2008
Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1971 ff. [DE]
In diesem dritten Jahrzehnt von Karl Richters Münchner Ära häuften sich die Konzertreisen mit und ohne den Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester innerhalb Europas, zunehmend aber auch in ferne Kontinente, regelmäßig zum Beispiel nach Brasilien, Argentinien, in die USA und nach Japan.
Anna Reynolds
Ich erinnere mich nicht so sehr an die ganze Konzertreise, nur am Anfang war es nicht sehr schön. Das Flugzeug war wahnsinnig verspätet, wir kamen in Washington an um Mitternacht und mussten am nächsten Tag singen. Aber ich erinnere mich an die Reise von New York nach Princeton, da haben wir ein Auto gemietet und Kieth Engen ist gefahren. Es war im späten September und ich habe zum ersten Mal diese unglaublichen Wälder von Ahornbäumen gesehen. Es war ein wunderschöner Herbsttag mit Sonne, es war so schön.
Anna Reynolds beim Interview am 1. August 2004
Horst Laubenthal
Ich war einmal mit Richter in Buenos Aires und habe die Missa solemnis von Beethoven gemacht, Matthäus-Passion und die Oper Xerxes von Händel. Da hat er Oper dirigiert und das war sehr, sehr aufregend. Wir waren doch drei oder vier Wochen auf engstem Raum mit dem Regisseur zusammen. Da war er immer bei den Proben dabei. Für uns war das sehr aufregend, ihn, den reinen Konzertdirigenten am damals größten Opernhaus der Welt am Pult zu sehen. Wir waren auf der Bühne oft 20 bis 30 Meter von ihm entfernt und mussten schon sehr aufmerksam sein.
Horst Laubenthal beim Interview am 24. Oktober 2004
Johannes Fink und Edda Moser
Da hatte ein Cellist oder der, der die Gambe spielte, sich so was von vertan, dass John van Kesteren ein bisschen schräg hin schaute. Da ging der Cellist mit dem Messer auf den van Kesteren los. Richter verschwand natürlich sofort, weil man dachte, jetzt gibt es eine Messerstecherei. Da wurde dann Johannes Fink eingeflogen, weil es eben nicht anders ging.
Der Cellist war alles andere als zuverlässig, und irgendwann hat Karl Richter in der Pause entweder zu sich selber oder zu John van Kesteren gesagt: „Den hört man auch nur, wenn er in die Pause reinspielt.“ Das Pech war nur, dass der Cellist einer der wenigen im Orchester war, der Deutsch verstanden hat. Und der hat sich natürlich an seiner Ehre gepackt gefühlt, und dann ging es hoch her. Es war dann ein Riesenkrach, der Cellist wurde aus dem Orchester entfernt. Na gut, jetzt hat man einen gebraucht, der die Sachen so gut kannte, dass der sich einfach hinsetzen und spielen kann. Und dann ist halt der Fink eingeflogen worden. 
Edda Moser beim Interview am 26. Juli 2004
Ein fester Programmpunkt aber war und blieb im Sommer eines jeden Jahres Ottobeuren mit der Aufführung eines großen Chor- und Orchesterwerks sowie dem traditionellen Orgelkonzert am Abend zuvor. Hier erlebten so manche Oratorien Georg Friedrich Händels glanzvolle Aufführungen: Judas Makkabäus, Samson, Belsazar, Messias und Israel in Agypten, dazu das Mozart-Requiem, Haydns Schöpfung, Mendelssohns Elias, Bachs Passionen sowie die h-moll-Messe.
Elmar Schloter
Bei den großen Konzerten in Ottobeuren hatte der Orgelbauer Albrecht Deiniger immer eine Continuo-Orgel mitgebracht, und da wusste man schon, was auf einen zukam. Aber es gab andere Situationen, wo man oben auf der Dreifaltigkeitsorgel spielen musste. Nun ist die Dreifaltigkeitsorgel in einer alten Stimmung, das heißt einen halben Ton tiefer. Ich musste also das ganze Continuo einen halben Ton höher spielen.
Dreifaltigkeits-Orgel in der Stiftsbasilika Ottobeuren
Die Schwierigkeit bei diesen beiden historischen Orgeln in Ottobeuren, rechts die Dreifaltigkeit-Orgel, links die Heiliggeist-Orgel, war, dass man früher noch keine genormte Tastatur hatte. Das heißt also, die Tasten waren entweder ziemlich breit oder ziemlich schmal. Und das Pedal war ziemlich eng und kurz. Da musste man sich wirklich gut einspielen, damit man da Orgelkonzerte spielen konnte. Und Richter hat das ja hervorragend gemacht. Ich hab mich oft gewundert, wie er das in der kurzen Zeit geschafft hat, auf so einer Orgel dann so ein Konzert abzuliefern. Das war einfach meisterlich. 
Heiliggeist-Orgel in der Stiftsbasilika Ottobeuren
Edda Moser
Natürlich ist Richter in der großen Bachtradition vom Dresdner Kreuzchor aufgewachsen, aber Mendelssohn entsprach ihm sehr. Die Süße in der Musik und diese ungeheure Dramatik im Chor, das entsprach ihm, da konnte er sich voll ausleben. Er hat Bach auch so gemacht, dass man das Gefühl hatte, schöner geht es ja gar nicht, aber wenn er dann Mendelssohn dirigiert hat oder auch die Missa solemnis von Beethoven , da kamen ganz andere Quellen, die er in sich hatte, zum Strömen. 
Edda Moser und Karl Richter in Paris 1970
Gepostet von JoMa um 09:25 0 Kommentare Labels: Anna Reynolds, Edda Moser, Elmar Schloter, Horst Laubenthal, Japan, Johannes Fink, John van Kesteren, Kieth Engen
Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1971 ff [EN]
In these three decades of Karl Richter’s era in Munich, the concert tours with and without the Munich Bach-Choir and Bach-Orchestra had increased and multiplied not only within Europe, but also in far away countries such as Brazil, Argentina, the USA and Japan.
Anna Reynolds
I can’t remember all the Concert tours very well; it was not very nice in the very beginning. The plane was late and we didn’t land in Washington until around midnight and then had to sing on the next day. What I can remember is a trip from New York to Princeton, we had hired a car and Kieth Engen was driving. It was late September and I saw for the first time these incredible forests of Maple trees. It was a wonderful autumn day filled with sunshine, it was very beautiful.
Anna Reynolds during our interview on August 1, 2004
Horst Laubenthal
I was once in Buenos Aires with Richter. We performed the 'Missa solemnis' from Beethoven, the Matthew-Passion and the opera Xerxes from Handel. He conducted the Opera and it was very, very exciting: for three or four weeks we lived in very cramped quarters together with the director. Richter was always present at rehearsals. It was very exciting for us to see him, the absolute concert conductor standing at the podium of, for that time, the biggest Opera house in the world. We, on stage, were often 20 to 30 meters away from him and we really had to pay attention.
Horst Laubenthal during our interview on October 24, 2004
Johannes Fink and Edda Moser
Once a cellist or someone who played the Bass viol was so off-key that John van Kesteren gave him a disparaging look, whereupon the cellist went at van Kesteren with a knife. Richter of course disappeared immediately, thinking there was going to be a knifing. Then there was nothing else for it but to have Johannes Fink flown in. The cellist was anything else but reliable, and at one point or other during a break Richter said either to himself or to John van Kesteren: “ you can only hear him, when he plays in the interval”. Unfortunately the Cellist was one of the few who could understand German, and he of course felt his honor had been offended. There was a lot of excitement and a huge row, ending with the removal of the Cellist from the Orchestra, and that is why Johannes Fink was flown in.
Edda Moser during our interview on July 26, 2004
A fixed program event was and remained Ottobeuren. Every year in summer great musical works for Choir and Orchestra were performed, as well as the traditional Organ concert, which took place on the eve of the event itself. Here many an Oratorio from Georg Friedrich Handel could be enjoyed: Judas Makkabaeus, Samson, Belsazar, the Messiahs and Israel in Egyptian in addition to Mozart’s Requiem. Hayden’s Schoepfung, Mendelssohn’s Elias, Bach’s Passions as well as the high Mass in B-minor could also be heard.
Elmar Schloter
For the big concerts in Ottobeuren, the organ builder Albrecht Deininger always brought a Continuo-Organ with him. And then we knew, what was in store for us. But there were other situations, when the Dreifaltigkeits-Organ was to be played. The Dreifaltigkeits-Organ has an old tuning, meaning a half a note lower. I then had to play the complete Continuo half a note higher.
Dreifaltigkeits-Organ at the Basilica Ottobeuren
The problem with both of these historical organs in Ottobeuren, on the right the Dreifaltigkeits-Organ, on the left the Heiliggeist-Organ, was that in those days there was no standard keyboard. That meant that the keys were either pretty broad or pretty narrow, and the pedals were cramped and short, it really meant getting into practice to be able play at an organ Concert. And Richter really knew how to do just that excellently. I often used to wonder how he in such a short time and on such an organ was able to deliver the concerts that he did. He was truly a virtuoso.
Heiliggeist-Orgel at the Basilica Ottobeuren
Edda Moser
Of course Richter grew up in the great tradition of the Kreuzchor in Dresden, but Mendelssohn suited him better. The sweetness of the music and the immense drama of the choir, that satisfied him, he could really live out his feelings. He had done this with Bach in such a way that one had the feeling it could not have been done better, but when he conducted Mendelssohn or the Missa Solemnis from Beethoven, it was as though other resources deep within him started to flow.
Edda Moser and Karl Richter in Paris 1970
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April 30, 2008
Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1970 ff. [DE]
Neben Julia Hamari war die Engländerin Anna Reynolds in den 70er Jahren die wichtigste Altistin Karl Richters.
Anna Reynolds
Das erste Mal, dass ich Karl Richter begegnet bin, war 1970 in Wien. Ich hatte dort ein Konzert mit Josef Krips. Nach dem Konzert kam Karl Richter, ich kannte ihn überhaupt nicht, ins Zimmer und sagte: „Ich bin Richter, das war sehr gut“ und ging weg. Ich hatte kein einziges Wort zu sagen. Und viele Jahre später habe ich ihn gefragt: „Wieso waren Sie in diesem Konzert?“ und er sagte: „Gewiss nicht, um den Krips zu hören.“
Anna Reynolds
Das erste Konzert, das ich mit ihm gesungen habe, war im Juni 1971 ein Kantatenabend im Münchener Bachfest. Und das war: „ Brich dem Hungrigen sein Brot“. Für mich war das wunderbar. Ich hatte noch nie mit so jemandem gearbeitet. Und bei allem, was ich mit ihm gemacht habe, war es immer die Arbeit mit ihm, die mir am meisten gefallen hat. Er brauchte nur ganz wenig zu sagen, kaum eine Geste, nur so eine kleine Handbewegung, und man verstand. Da war ein Rapport, eine Verbindung zwischen uns. Ich habe da so gern gesungen und ich habe immer mit ihm gesungen. Es war kaum einmal, dass ich nicht konnte, wenn er mich fragte, Gott sei Dank. Sonst hätte er mich vielleicht nicht mehr engagiert.
Karl Richter, Elisabeth Speiser und Anna Reynolds (rechts)
Im Juli 1970 hatte die Archivproduktion der Deutschen Grammophon einen großen Kantatenzyklus mit insgesamt 75 Bach-Kantaten für jeden Sonntag des Kirchenjahres in Angriff genommen, in den auch ältere Aufnahmen integriert wurden. Edith Mathis sang in allen Neuproduktionen die Sopranpartie, Julia Hamari oder Anna Reynolds die Altpartie, die Tenorstimme war stets mit Peter Schreier und die Basspartie mit Dietrich Fischer-Dieskau besetzt.
Anna Reynolds
Wir haben die Aufnahmen, ich glaube, oft im September gemacht. Woran ich mich gut erinnere, ist, dass ich von 1970 bis 1975 jeden Sommer in Bayreuth war. Da hatte ich viele Vorstellungen, in manchen Jahren sogar 15 Vorstellungen in einem Monat. Gut, das waren alles kleinere Partien, keine großen, aber ich erinnere mich sehr gut, dass ich jeden Vormittag, wenn ich am Nachmittag Wagner zu singen hatte, Bach geübt habe für die Schallplatten danach. Und das war sehr, sehr gut. Das war eine gute Vorbereitung für Wagner.
Julia Hamari
Julia Hamari
Eine dieser Kantaten liebe ich sehr, mit der Arie „Wie furchtsam wankten meine Schritte“. Und wie ich das gesungen habe, habe ich plötzlich gedacht, um Gottes Willen, ich werde das nicht singen können. Richter hat ein auch für seine Verhältnisse unglaublich langsames Tempo genommen. Ich musste dafür einen Atem nehmen, dass eigentlich meine Lunge platzt. Aber, ich hab es getan und ihn angestarrt dabei, ich musste es auswendig singen, sonst wäre es absolut unmöglich gewesen. Und dann schauten mich alle an, das Orchester applaudierte. Ich bin dann hinauf in die Studioräume gegangen, die Arme weit von mir gestreckt. Ich hatte die reinste Lungenerweiterung von diesem Tempo. Plötzlich kommt Richter hinter mir und sagt: „War schön langsam, was?“ Da drehte ich mich um und fragte: „Wollten Sie das?“ „Natürlich nicht! Jetzt kriegen Sie das richtige Tempo und das wird gut.“
Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Richter und Kurt Guntner beim Abhören der Aufnahmen
Gepostet von JoMa um 08:00 0 Kommentare Labels: Anna Reynolds, Dietrich Fischer-Dieskau, Edith Mathis, Elisabeth Speiser, Julia Hamari, Peter Schreier, Österreich
Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1970 ff [EN]
Anna Reynolds from England was along with Julia Hamari (born in Budapest) Karl Richter’s most important contralto in the seventies.
Anna Reynolds
The first time I met Karl Richter was in Vienna in 1970. I’d had a concert there with Josef Krips. After the concert Karl Richter who I did not know at all, came to my dressing room and said: “I’m Richter, that was very good” and then went off again. I hadn’t said one single word. Many years later I asked him, why he had come to the concert and he answered, “Certainly not to listen to Krips”!
Anna Reynolds
The first concert I sang with him was in June 1971. A Cantata evening at the Bach Festival in Munich and it was 'Brich dem Hungrigen dein Brot'. For me it was wonderful, I had never worked with anyone like him before. Of all the things I did it for him, above all, it was working together with him, that I particularly enjoyed the most. He never needed to say much, hardly made a gesture; just a small movement of his hand, and one understood him implicitly. There was a “rapport”, an alliance between us. I loved to sing and I always sang with him if I could. It hardly ever happened, that I could not come when he asked me to, thank God, otherwise he maybe would not have engaged me again.
Karl Richter, Elisabeth Speiser and Anna Reynolds (right)
In July 1970 the Archive Production of the Deutsche Grammophon Company decided to lunch a large Cantata cycle project with altogether 75 Bach Cantatas, in which earlier recordings would be integrated. A cantata for each Sunday of the church year, Edith Mathis sang soprano in all the new productions, Julia Hamari or Anna Reynolds Contralto, the Tenor was always Peter Schreier, and Dieter Fischer-Dieskau sang Baritone.
Anna Reynolds
We made the recordings I think in September. I had a lot of performances there and in some years 15 performances in one month. It was always smaller pieces: no big ones, but I can remember very well, that every morning, when I had to sing Wagner in the afternoon, I practiced Bach for the Grammophon records later on. And that was a very good preparation for Wagner.
Julia Hamari
Julia Hamari
I love one of these Cantatas dearly, with the Aria 'Wie furchtsam wankten meine Schritte'. And the way I had sung it, I suddenly thought oh my goodness, I won’t be able to sing like that now. Richter had adopted an unbelievably slow tempo, I had to take breath in until, I thought my lungs must burst. But I did it staring at him the whole time, I had to sing off by heart, otherwise it would have been absolutely impossible. Then everyone looked at me, and the Orchestra started to applaud. I went up into the studio rooms, my arms stretched out away from me; I’d really expanded my lungs with this slow tempo.
Suddenly Richter appeared behind me and said: “It was pretty slow, wasn’t it?” I turned around and asked: “Isn’t that what you wanted?” “Of course not! Now you’ll get the right Tempo and everything will be fine.”
Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Richter and Kurt Guntner checking the recordings
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April 24, 2008
Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1969 ff. [DE]
Die Jahre 1969 - 1971 waren auch geprägt von zahlreichen ZDF-Unitel Filmproduktionen, so etliche Orgelkonzerte und die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, aufgenommen im Neuen Schloß Schleißheim. Werke für Cembalo und Orgel wurden in Ottobeuren produziert. Das Marienmünster zu Dießen am Ammersee war ein idealer Raum für die Aufzeichnung von Bachs h-moll-Messe mit den Solisten Gundula Janowitz, Hertha Töpper, Horst Laubenthal und Hermann Prey.
Marienmünster zu Dießen am Ammersee
Elmar Schloter
Karl Richter wollte bei diesen Fernsehaufnahmen an einigen Stellen unbedingt einen besonderen Orgelklang, den er auf dem Continuo nicht herbrachte. Da sind wir dann auf die Hausorgel in Dießen ausgewichen und haben verschiedene Sequenzen mit dieser Orgel hinten gespielt. Das ging auch ganz gut zusammen, weil die Kirche ja nicht so groß ist. Da wurde zum Beispiel bei der h-moll-Messe beim Confiteor, wo eben nur Continuo und der Chor ziemlich präsent sind, diese ganze Sequenz von der Orgel der Dießener Kirche aus aufgenommen.
Elmar Schloter an der Continuo-Orgel in Dießen
Diese Aufnahme wurde im Januar 2006 auf DVD übernommen, ebenso die gleichfalls in Dießen entstandene Johannes-Passion mit Peter Schreier als Evangelisten, Ernst-Gerold Schramm als Christus und den weiteren Solisten Helen Donath, Julia Hamari, Siegmund Nimsgern und Kieth Engen.
Auch die Brandenburgischen Konzerte, aufgezeichnet im Schloß Schleißheim, sind inzwischen auf DVD erhältlich, schließlich Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, die in den Bavaria Studios München Geiselgasteig dramaturgisch eindrucksvoll dargestellt wurde. Hier waren die Solisten wiederum Helen Donath und Julia Hamari, Peter Schreier, Ernst-Gerold Schramm und Siegmund Nimsgern, die Bass-Partie sang Walter Berry.
Ernst-Gerold Schramm und Siegmund Nimsgern
Siegmund Nimsgern
Meiner Meinung nach war da ein anderer Kollege vorgesehen. Das Engagement ging doch sehr kurzfristig, und ich kam auch "nur" für die bösen Männer in Frage. Kieth Engen und Walter Berry hatten die Bassarien, das waren natürlich wesentlich etabliertere Leute. Ich hätte natürlich viel lieber die wirklich wichtigen Sachen gesungen, obwohl, - das muss man dazu sagen -, der Pilatus in der Johannes-Passion, wenn man die Töne zählt, nicht die Wichtigkeit der Rolle, fast mehr zu singen hat als Jesus. Und das ist eine ganz tolle Figur. Er sagt ja den einzigen Satz, den viele Leute aus den Passionen überhaupt noch kennen: "Was ist Wahrheit?" 
Siegmund Nimsgern und Karl Richter inmitten von Chor und Orchester
Julia Hamari
Die Matthäus-Passion, das war im Bavaria Filmstudio, ich erinnere mich an dieses wahnsinnig große Studio, und wir mussten richtig singen. Da gab es kein Playback, wir mussten singen. Und er stand da, und als ich zum ersten Mal den Mund aufgemacht habe, dachte ich, ich hätte keine Stimme. Aber dann habe ich mich daran gewöhnt: So viel höre ich und das singe ich, mehr nicht. Und als ich zum ersten Mal diese Arie gesungen habe, kam über den Lautsprecher vom Regisseur: "Sie haben fantastisch gesungen, Hamari!".
Julia Hamari und Helen Donath in Geiselgasteig
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Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1969 ff. [EN]
Numerous ZDF/Unitel film productions, as well as many organ concerts and Georg Friedrich Handel’s Feuerwerksmusik, recorded in the new Schloss Schleissheim, affected the years between 1967 and 1971. Pieces for Cembalo and Organ were produced in Ottobeuren. The Marienmuenster in Diessen in Ammersee was an ideal setting for the recording of Bach’s High Mass in B-minor, featuring the soloists Gundula Janowitz, Hertha Toepper, Horst Laubenthal and Hermann Prey.
Marienmuenster Diessen, the Lake Ammersee
Elmar Schloter
For these television recordings, Karl Richter wanted a very special organ sound in certain passages, a sound he could not be produced on the continuo. We decided to fall back on the church organ in Diessen and recorded different sequences with this organ in the background. That worked out very well, because the church was not so big. For example in the B-minor Mass, at the Confiteor, where only the continuo and the choir were fairly present, this whole sequence was recorded on the Diessen Church Organ.
Elmar Schloter playing the Continuo-Organ in Diessen
These Recordings as well as the Johannes Passion, which had been recorded in Diessen, at the same time with Peter Schreier as Evangelist, Ernst-Gerold Schramm as Christus, together with the soloists Helen Donath, Julia Hamari, Siegmund Nimsgern and Kieth Engen were digitally transferred and published on DVD in 2006.
The Brandenburg Concertos, recorded at Schloss Schleissheim, are in the meantime available on DVD, as well as Bach’s Matthews Passion, which was dramatically staged in the Bavaria Studios in Munich Geiselgasteig again featuring the soloists Helen Donath, Julia Hamari, Peter Schreier, Ernst-Gerold Schramm and Siegmund Nimsgern, the Bass part was sung by Walter Berry.
Ernst-Gerold Schramm and Siegmund Nimsgern
Siegmund Nimsgern
If you ask me other colleagues had been primarily intended, the engagement happened very quickly and only the 'bad men' came for me in question. Kieth Engen and Walter Berry had the Bass arias, they were essentially established people. Of course I would have liked to have sung the really important parts, although I must say: Pilatus in the Johannes Passion, if you count the notes and not the importance of the role, has almost more to say than Jesus. And that is a very good figure. He is the one who says the only phrase that most people remember from the Passions at all: 'WHAT IS TRUTH'
Siegmund Nimsgern and Karl Richter amidst Chor and Orchester
Julia Hamari
The Matthews Passion was in the Bavarian Film Studios, I can remember this huge Studio. And we had to sing properly. There was no Playback, we had to sing. And he stood there and as I opened my mouth for the first time, I thought, I didn’t have much of a voice. But then I got used to it: I hear so much - and I sing so much - nothing more. And when I had sung the aria for the first time, the directors’ voice came over the loud speaker: "You sang that fantastically, Hamari!"
Julia Hamari and Helen Donath in Geiselgasteig
Gepostet von JoMa um 07:18 0 Kommentare Labels: Elmar Schloter, Ernst Gerold Schramm, Gundula Janowitz, Helen Donath, Hermann Prey, Hertha Töpper, Horst Laubenthal, Julia Hamari, Kieth Engen, Peter Schreier, Siegmund Nimsgern, Vor 40 Jahren, Walter Berry
April 19, 2008
Vor 40 Jahren: Bach in Moskau und St. Petersburg (Russland) - Teil 3 / Schluss -
(Start) (Teil 2)
Aus den Aufzeichnungen von Kieth Engen zur Russland-Tournee des Münchener Bach-Chores und Bach-Orchester vom 14 bis 21. April 1968 nach Moskau und St. Petersburg (damals Leningrad).
In Leningrad, das wir nach nächtlicher Eisenbahnfahrt in sehr bequemen Schlafwagen erreichten, erwartete uns ein ganz besonders schöner Konzertsaal. Der frühere „Adelssaal“ – 1839 erbaut – jetzt: „Leningrader Philharmonie“ – mit 1318 Sitzplätzen und über 800 Stehplätzen. Peter Tschaikowsky dirigierte hier seine 6. Symphonie. Ein merkwürdiger Zufall scheint es wohl gewesen zu sein, daß wir die Johannespassion dort an einem Freitag gaben – und zwar an dem Freitag, der für die russisch-orthodoxe Kirche der Karfreitag ist. Samstag darauf die h-Moll-Messe; beide Konzerte wieder vor ausverkauften Häusern.
Im berühmten Treppenaufgang der Eremitage von St. Petersburg, dem damaligen Leningrad
Wir waren insgesamt 40 Stunden in Leningrad und haben zwischen den beiden Konzerten unser Bestes getan, einen Bruchteil der zahlreichen Schönheiten, die diese Stadt in überreichem Maße anbietet, in uns aufzunehmen. Und an diesem Punkt möchte ich ein Loblied auf unseren Bach-Chor anstimmen. Nach drei großen Konzerten, Proben, Sightseeing, drei langen Empfängen und dem ständigen Drang, Eindrücke zu sammeln – je mehr je besser –, sollten sie an dem letzten Abend die h-Moll-Messe singen, jenes Werk, welches sicher zum Schwierigsten gehört, was Bach je für Chor geschrieben hat.
Konzertplakat vor der St. Petersburger Philharmonie
Sie hatten allen Grund, müde zu sein – körperlich und stimmlich, aber dann passierte eines dieser Wunder, das wir manchmal auf dem Podium oder auf der Bühne erleben dürfen: Sie sangen eine der schönsten h-Moll-Messe, die ich sie je habe singen hören. Ich glaube, ich darf es auch im Namen meiner Solistenkollegen, des großartigen Bach-Orchesters und Karl Richters aussprechen: Es war eine Freude, an diesem Abend Euer Partner zu sein.
Titelseite des Konzertprogramms in St. Petersburg
Das Publikum muß ähnlich gefühlt haben, denn der rhythmische Applaus währte nicht lange, sondern entwickelte sich bald zu warmen, 17 Minuten anhaltenden Beifallskundgebungen, die auch nicht endeten, als Chor und Orchester das Podium verließen. Sofort nach dem Konzert wurden wir wieder in Bussen zum Flugplatz und zu unserer Lufthansamaschine transportiert, die Frankfurt verlassen hatte, eine Stunde, nachdem wir die h-Moll-Messe in Leningrad begonnen hatten.
Vor dem Rückflug von St. Petersburg nach München
Ein Satz, gesprochen von dem Leiter des Leningrader Konservatoriums während des ersten Empfanges in Leningrad, sollte, so meine ich, in allen Grundgesetzen aller Länder verankert sein: „Die Musik ist der beste Baustein für Freundschaft.“ Und wie die Eröffnungsworte der Johannes-Passion (in Moskau) die Wahrheit weit über ihre äußere Bedeutung hinaustragen, so wünschte ich, daß die letzten Worte der h-Moll-Messe, in Leningrad gesungen, in die Herzen aller Menschen geschrieben wären; ohne Rücksicht auf Hautfarbe, Nationalität, politischen oder religiösen Glauben: Dona nobis pacem – gib uns Frieden.
(Schluss)
Gepostet von JoMa um 22:37 0 Kommentare Labels: Kieth Engen, Russia
April 17, 2008
Vor 40 Jahren: Bach in Moskau und St. Petersburg (Russland) - Teil 2 -
(Fortsetzung)
Aus den Aufzeichnungen von Kieth Engen zur Russland-Tournee des Münchener Bach-Chores und Bach-Orchester vom 14 bis 21. April 1968 nach Moskau und St. Petersburg (damals Leningrad):
Die Tonhöhe unserer Orchesterinstrumente muß auf die der Orgel umgestimmt werden, und zum Jubel der Sänger wird festgestellt, daß die russische Tonhöhe fast um ein Viertel eines Tones tiefer liegt als die im Westen gebräuchliche. Aber selbst der mit absolutem Gehör behaftete Karl Richter bestätigt, daß unsere östlichen Kollegen nicht zu tief, sondern daß wir im Westen zu hoch gestimmt sind. Das ist nicht politisch gemeint.
Probe für Bachs Johannes-Passion mit Karl Richter und Ursula Buckel
Während der Probe füllt sich der Balkon des Zuschauerraums mit Studenten, die von ihren Vorlesungen kommen. Jetzt erfahren wir auch, daß unseren Konzerten ein überwältigend großes Interesse entgegengebracht wird. Der normale Preis für eine Konzertkarte beträgt zirka zwei Rubel, der höchste Preis für eine Opernkarte im Bolschoitheater drei Rubel – die teuersten Karten für unsere Konzerte kosten fünf Rubel (ein Rubel ist etwas mehr als ein Dollar) – aber beide Konzerte waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft.
Probe für Bachs Johannes-Passion mit Karl Richter und Ernst Haefliger
Polizeiliche Absperrungen und Menschenmassen vor dem Konservatorium am Abend. Die Karteninhaber müssen vier Kontrollen passieren, ehe sie in den Saal gelassen werden, viele müssen draußen bleiben; die Crème de la Crème von Moskau ist zu dem Konzert gekommen – und doch gibt es eine Loge, die leer bleibt, die schönste, die prächtigste, die mit roten Teppichen geschmückte, die Regierungsloge. Man sagt uns zwar, daß diese Loge äußerst selten besetzt ist, aber schließlich wurde unsere Tournee nur ermöglicht durch die offizielle Genehmigung der sowjetischen Regierung; doch die Loge bleibt leer – für beide Konzerte. Es gab für das erste Konzert eine russische Fahne und, nach längeren Kämpfen unseres deutschen Impresarios, auch eine deutsche Flagge auf dem Podium. Das zweite Konzert sangen wir fahnenlos.
Probe für Bachs h-moll-Messe mit Karl Richter und Hertha Töpper
Die Johannes-Passion beginnt mit den Worten: „Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist! Zeig uns durch deine Passion, daß du, der wahre Gottessohn, zu aller Zeit, auch in der größten Niedrigkeit, verherrlicht worden bist.“ Diese Worte erklingen in einem Land, wo es der Kirche wohl erlaubt ist, zu existieren, aber wo seit 50 Jahren keine Bibel gedruckt wurde, wo man keine Bibel kaufen kann – und wo es trotz wiederholter Anstrengungen von Seiten deutscher diplomatischer Kreise nicht möglich war, den Wortlaut der Passion im Programmheft abzudrucken.
Die Titelseite des Konzertprogramms von Bachs h-moll-Messe
Dies ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum ich mich innerlich frage, wie viele unserer Zuhörer die wahre Bedeutung der Johannes-Passion erfassen konnten. Sicherlich war es eine ganze Menge; viele, die den biblischen Text kannten, und viele, die die deutsche Sprache beherrschten – und doch glaube ich, daß ein großer Teil des Publikums „nur“ der Musik gefolgt ist, sich aber den Quellen dieser Musik, dem Johannes-Evangelium, nicht nähern konnten.
Die Mitwirkenden bei Bachs h-moll-Messe
Trotzdem muß ich sagen, daß das Publikum sowohl in Moskau als auch in Leningrad zu dem besten gehört, das mir je begegnet ist. Das konzentrierte, gespannte Interesse, mit dem es die Konzerte bis zum Ende verfolgte, kann wohl von keinem Publikum irgendeines Landes auf der ganzen Welt übertroffen werden. Am Ende des Konzertes erlebten wir unseren ersten typisch russischen Applaus. Ein Applaus, der in der uns gewohnten Weise beginnt, sich aber bald zu einem rhythmischen Unisonoklatschen entwickelt, das bis zum Ende nicht mehr variiert – nicht in der Lautstärke und nicht in dem eintönigen Rhythmus.
Pierre-Jacques Thibaut und Karl Richter bei der Probe zu Bachs h-moll-Messe
Am nächsten Abend, für das Konzert der h-Moll-Messe, gab es einen noch größeren Andrang, die Polizeisperre wurde von vielen Menschen durchbrochen, und die Gänge auf dem Balkon waren brechend voll von jungen Menschen, die sich hier noch einen letzten Stehplatz erjagten. Bei uns würde ein solcher Andrang in den Gängen zum sicheren Nervenzusammenbruch aller Feuer- und Ordnungshüter führen, aber nichts dergleichen schien in Moskau zu passieren.
Empfang in der Deutschen Botschaft vor der Weiterfahrt nach Leningrad
(Fortsetzung folgt)
Gepostet von JoMa um 07:31 0 Kommentare Labels: Ernst Haefliger, Hertha Töpper, Kieth Engen, Pierre Thibaud, Russia
April 14, 2008
Vor 40 Jahren: Bach in Moskau und St. Petersburg (Russland)
Vom 14. – 21. April gastierte Karl Richter mit dem Münchner Bach-Chor und dem Münchener Bach-Orchester in Russland (Teil der damaligen UdSSR). In sechs Tagen fanden insgesamt vier Konzerte in Moskau und St. Petersburg (dem damaligen Leningrad) statt. Auf dem Programm standen die Johannes-Passion und die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Die Tournee wurde im Rahmen des deutsch-sowjetischen Kulturaustausches arrangiert und war das 'Gegengastspiel' zum Auftreten des Staatlichen Sinfonieorchesters der UdSSR im November 1967 in der Bundesrepublik Deutschland.
Kieth Engen fasste seine Eindrücke von dieser Gastspielreise im Folgenden zusammen:
Kieth Engen, Solist der Bass-Partien dieser Konzertreise
Die Gedanken fliegen in verschiedene Richtungen, wenn man sich zwischen Himmel und Erde, zwischen München und Moskau befindet, in einer Boeing 707 der Lufthansa, namens „Berlin“. Was ist wohl seltsamer? Die Tatsache, daß wir die Strecke in 2 Stunden und 48 Minuten zurücklegen, oder daß dieses Gastspiel nun tatsächlich zustande gekommen ist und daß wir morgen die Johannes-Passion aufführen werden in der Hauptstadt eines großen Landes, dessen Regierung zu einer nicht unbedeutenden Richtlinie ihrer Politik den Atheismus erwählt hat?
Oder daß hier ein Apparat von 143 Musikern „unterflugs“ ist – 97 Mitglieder des Chores, 41 des Orchesters und unser Sängerquintett, in dem sich wieder – siehe deutsch-sowjetischer Kulturaustausch – nur eine einzige gebürtige Deutsche (Wohnsitz: Genf!) befindet, nämlich unsere Sopranistin Ursula Buckel? Hertha Töpper ist Österreicherin, Ernst Haefliger Schweizer, Peter van der Bilt Holländer und der Baß ein zwar bajuwarisierter, aber immerhin doch – Amerikaner. Wir haben auch zwei sowjetische Bürger an Bord, Navigatoren, die den deutschen Kollegen behilflich sind, den Weg nach Moskau nicht zu verfehlen.
Im Hotel UKRAINA waren alle Mitwirkenden während der drei Tage in Moskau untergebracht.
Wir überfliegen Warschau und Minsk und landen in der Abenddämmerung in Moskau. München hatte unsere Maschine 15.19 Uhr verlassen, der Zeitunterschied beträgt zwei Stunden. 30 Minuten später ist die „Berlin“ bereits wieder auf dem Rückflug in die Bundesrepublik. Seltsame Sprachgepflogenheiten: Die Zollerklärungen, die wir alle für unser Gastland ausfüllen müssen, sind in französischer Sprache abgefaßt. Aber alle Beschriftungen auf dem Moskauer Flugplatz in Russisch und – Englisch. In fünf großen Bussen werden wir zu unserem Hotel befördert. Erster Eindruck von der Straße: Viele Lastwagen und Busse, weiße Taxis und, obwohl es nun fast 9 Uhr Abend ist, geöffnete Friseurläden, die anscheinend durchwegs gut besucht sind.
Konzertplakat vor dem Tschaikowsky-Konservatorium
Die Probe findet am nächsten Morgen im großen Saal des Konservatoriums statt; ein schöner Saal, geschmückt mit 14 Portraits großer Komponisten – darunter Bach, Beethoven, Mozart, Schubert, Schumann und Wagner. Die Orgel auf dem Podium stammt aus Paris, zwei große Konzertflügel – ebenfalls auf dem Podium – aus dem amerikanischen Haus Steinway, und das Cembalo ist "Made in Germany".
Probe für Bachs Johannes-Passion mit Karl Richter und Hertha Töpper
(Fortsetzung folgt)
Gepostet von JoMa um 09:17 0 Kommentare Labels: Ernst Haefliger, Hertha Töpper, Kieth Engen, Peter van der Bilt,