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4. März 2014

Die Sängerin Anna Reynolds ist gestorben

Die britische Altistin Anna Reynolds starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 24. Februar in Peesten, Markt Kasendorf (Oberfranken). Sie wurde 83 Jahre alt.



Anna Reynolds im Interview zur Karl-Richter-Dokumentation am 1. August 2004

Anna Reynolds im Gespräch mit der "Opernwelt"
«Karl Richter – den habe ich geliebt! Das war ein wunderbarer Mann. Heute ist die Barockmusik viel weniger romantisch. Aber bei Richter war es so schön! Die Holzbläser waren fantastisch und auch die Streicher. Ich war von 1970 bis 1975 in Bayreuth, und jeden Sommer hatte ich danach in München die Aufnahmen mit den Bach-Kantaten unter Richter. Leider ist er viel zu früh gestorben – er ahnte das. Er sagte mir immer wieder, dass er fürchte, früh sterben zu müssen. Er fehlt.»

Den gesamten Beitrag können Sie hier auf kultiversum.de lesen!



Anna Reynolds im Jahr 1971, in dem sie beim Bachfest in München in einem Kantatenabend zum ersten Mal bei Karl Richter sang.
 



Anna Reynolds probt - zusammen mit Elisabeth Speiser - auf Konzertreise in den USA im Jahr 1972 Bachs h-moll-Messe (hier das Duett: Et in unum Dominum)




Das gesamte Interview findet sich in der Buch-Dokumentation "Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich" und ist in deutscher Sprache auf dem Karl Richter-Archiv abrufbar.

Das komplette Interview in Bild und Ton, aus dem dieser Videoclip stammt, gibt es auf DVD.

3. August 2013

Karl Richter in München, 1971-1973



Karl Richter im Jahr 1971

In der Folge 14 (Jahre 1971 ff.) erzählt zunächst Anna Reynolds von ihren Anfängen bei Karl Richter. Weitere Schwerpunkte dieses Filmausschnitts sind die Einspielung des Bach-Kantaten-Zyklus bei der DG sowie Richters Konzerttätigkeit in aller Welt.




Detaillierte Informationen zu den lieferbaren Büchern und DVDs über Karl Richter erhalten Sie hier...
Alle Videoclips der DVD finden Sie auf der Seite "Videoclips"

27. Januar 2010

Anna Reynolds

"Singen ist das Natürlichste der Welt"




Anna Reynolds im Interview zum Karl-Richter-Dokumentation im August 2004

«Karl Richter – den habe ich geliebt! Das war ein wunderbarer Mann. Heute ist die Barockmusik viel weniger romantisch. Aber bei Richter war es so schön! Die Holzbläser waren fantastisch und auch die Streicher. Ich war von 1970 bis 1975 in Bayreuth, und jeden Sommer hatte ich danach in München die Aufnahmen mit den Bach-Kantaten unter Richter. Leider ist er viel zu früh gestorben – er ahnte das. Er sagte mir immer wieder, dass er fürchte, früh sterben zu müssen. Er fehlt.»

Anna Reynolds im Gespräch mit der "Opernwelt". Den gesamten Beitrag können Sie hier auf kultiversum.de lesen!

9. Juli 2008

Julia Hamari über das Phänomen Karl Richter

Phänomenal war bei Richter, dass er immer anders war. Es gab keine Schablone, kein Schema oder so. Den einen Tag war er ein bisschen schneller, den anderen Tag ein bisschen langsamer, einmal hatte er eine bessere Laune, wir wussten nicht, ob weinen oder singen, dann hatte er schlechte Laune, und dann haben wir uns die Hose hochgezogen und wollten ihm helfen, dass die gute Laune zurückkommt, denn irgend jemand hatte ihn beleidigt oder irgendwas hatte ihm nicht gefallen, und er musste dann erst in seiner Musik ankommen. Und wenn das nicht gelang, dann war er genau so verkrampft wie wir Sänger. Auch das war ein unbeschreibliches Erlebnis, so mit Richter zusammen zu sein. In der Musik musste man mit ihm eins sein, sonst ging es nicht.



Das Phänomen Richter kann ich nicht erklären, ich habe keine Erklärungen. Er war ein Wesen gleichsam, dem ich mit der Musik dienen musste, und ich diene keinen Menschen. Mir soll auch niemand dienen. Aber ich sage es meinen Schülern: nicht den Menschen dienen, sondern der Musik dienen, und was ihr mit eurer Stimme ausdrücken könnt, und auch im Leben. Wenn Richter herein kam und ich guckte ihn an, dann war ich ein anderer Mensch. Vielleicht durfte ich das auch. Und wenn ich das so durfte, dann war es das größte Geschenk meines Lebens, dass ich ihn kennenlernen und mit ihm arbeiten durfte.




Das vollständige Interview mit Julia Hamari (zusätzlich das Interview mit Anna Reynolds) gibt es auf DVD zum Preis von Euro 19,00, zu bestellen nur bei Conventus Musicus per E-Mail.

Alle Interviews mit den Zeitzeugen (26 Vokal- und Instrumentalsolisten) sind auf 10 DVDs zum Preis von Euro 150,00 erhältlich, ebenfalls nur bei Conventus Musicus per E-Mail.

Auch die Buch-Dokumentation "Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich" enthält die kompletten Interviews, darüber hinaus noch vieles mehr. Ausschnitte aus den Interviews, verbunden mit zahlreichen Musikzitaten aus Karl Richters Live-Konzerten, bringen schließlich die DVDs der Film-Trilogie. Informationen hierzu und Bestellmöglichkeit über den Karl Richter Online-Shop!

6. Mai 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1971 ff. [DE]

In diesem dritten Jahrzehnt von Karl Richters Münchner Ära häuften sich die Konzertreisen mit und ohne den Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester innerhalb Europas, zunehmend aber auch in ferne Kontinente, regelmäßig zum Beispiel nach Brasilien, Argentinien, in die USA und nach Japan.

Anna Reynolds

Ich erinnere mich nicht so sehr an die ganze Konzertreise, nur am Anfang war es nicht sehr schön. Das Flugzeug war wahnsinnig verspätet, wir kamen in Washington an um Mitternacht und mussten am nächsten Tag singen. Aber ich erinnere mich an die Reise von New York nach Princeton, da haben wir ein Auto gemietet und Kieth Engen ist gefahren. Es war im späten September und ich habe zum ersten Mal diese unglaublichen Wälder von Ahornbäumen gesehen. Es war ein wunderschöner Herbsttag mit Sonne, es war so schön.




Anna Reynolds beim Interview am 1. August 2004

Horst Laubenthal

Ich war einmal mit Richter in Buenos Aires und habe die Missa solemnis von Beethoven gemacht,
Matthäus-Passion und die Oper Xerxes von Händel. Da hat er Oper dirigiert und das war sehr, sehr aufregend. Wir waren doch drei oder vier Wochen auf engstem Raum mit dem Regisseur zusammen. Da war er immer bei den Proben dabei. Für uns war das sehr aufregend, ihn, den reinen Konzertdirigenten am damals größten Opernhaus der Welt am Pult zu sehen. Wir waren auf der Bühne oft 20 bis 30 Meter von ihm entfernt und mussten schon sehr aufmerksam sein.



Horst Laubenthal beim Interview am 24. Oktober 2004

Johannes Fink und Edda Moser

Da hatte ein Cellist oder der, der die Gambe spielte, sich so was von vertan, dass John van Kesteren ein bisschen schräg hin schaute. Da ging der Cellist mit dem Messer auf den van Kesteren los. Richter verschwand natürlich sofort, weil man dachte, jetzt gibt es eine Messerstecherei. Da wurde dann Johannes Fink eingeflogen, weil es eben nicht anders ging.

Der Cellist war alles andere als zuverlässig, und irgendwann hat Karl Richter in der Pause entweder zu sich selber oder zu John van Kesteren gesagt: „Den hört man auch nur, wenn er in die Pause reinspielt.“ Das Pech war nur, dass der Cellist einer der wenigen im Orchester war, der Deutsch verstanden hat. Und der hat sich natürlich an seiner Ehre gepackt gefühlt, und dann ging es hoch her. Es war dann ein Riesenkrach, der Cellist wurde aus dem Orchester entfernt. Na gut, jetzt hat man einen gebraucht, der die Sachen so gut kannte, dass der sich einfach hinsetzen und spielen kann. Und dann ist halt der Fink eingeflogen worden.




Edda Moser beim Interview am 26. Juli 2004

Ein fester Programmpunkt aber war und blieb im Sommer eines jeden Jahres Ottobeuren mit der Aufführung eines großen Chor- und Orchesterwerks sowie dem traditionellen Orgelkonzert am Abend zuvor. Hier erlebten so manche Oratorien Georg Friedrich Händels glanzvolle Aufführungen: Judas Makkabäus, Samson, Belsazar, Messias und Israel in Agypten, dazu das Mozart-Requiem, Haydns Schöpfung, Mendelssohns Elias, Bachs Passionen sowie die h-moll-Messe.

Elmar Schloter

Bei den großen Konzerten in Ottobeuren hatte der Orgelbauer Albrecht Deiniger immer eine Continuo-Orgel mitgebracht, und da wusste man schon, was auf einen zukam. Aber es gab andere Situationen, wo man oben auf der Dreifaltigkeitsorgel spielen musste. Nun ist die Dreifaltigkeitsorgel in einer alten Stimmung, das heißt einen halben Ton tiefer. Ich musste also das ganze Continuo einen halben Ton höher spielen.



Dreifaltigkeits-Orgel in der Stiftsbasilika Ottobeuren

Die Schwierigkeit bei diesen beiden historischen Orgeln in Ottobeuren, rechts die Dreifaltigkeit-Orgel, links die Heiliggeist-Orgel, war, dass man früher noch keine genormte Tastatur hatte. Das heißt also, die Tasten waren entweder ziemlich breit oder ziemlich schmal. Und das Pedal war ziemlich eng und kurz. Da musste man sich wirklich gut einspielen, damit man da Orgelkonzerte spielen konnte. Und Richter hat das ja hervorragend gemacht. Ich hab mich oft gewundert, wie er das in der kurzen Zeit geschafft hat, auf so einer Orgel dann so ein Konzert abzuliefern. Das war einfach meisterlich.



Heiliggeist-Orgel in der Stiftsbasilika Ottobeuren

Edda Moser

Natürlich ist Richter in der großen Bachtradition vom Dresdner Kreuzchor aufgewachsen, aber Mendelssohn entsprach ihm sehr. Die Süße in der Musik und diese ungeheure Dramatik im Chor, das entsprach ihm, da konnte er sich voll ausleben. Er hat Bach auch so gemacht, dass man das Gefühl hatte, schöner geht es ja gar nicht, aber wenn er dann Mendelssohn dirigiert hat oder auch die Missa solemnis von Beethoven , da kamen ganz andere Quellen, die er in sich hatte, zum Strömen.



Edda Moser und Karl Richter in Paris 1974

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1971 ff [EN]

In these three decades of Karl Richter’s era in Munich, the concert tours with and without the Munich Bach-Choir and Bach-Orchestra had increased and multiplied not only within Europe, but also in far away countries such as Brazil, Argentina, the USA and Japan.

Anna Reynolds

I can’t remember all the Concert tours very well; it was not very nice in the very beginning. The plane was late and we didn’t land in Washington until around midnight and then had to sing on the next day. What I can remember is a trip from New York to Princeton, we had hired a car and Kieth Engen was driving. It was late September and I saw for the first time these incredible forests of Maple trees. It was a wonderful autumn day filled with sunshine, it was very beautiful.



Anna Reynolds during our interview on August 1, 2004

Horst Laubenthal

I was once in Buenos Aires with Richter. We performed the 'Missa solemnis' from Beethoven, the Matthew-Passion and the opera Xerxes from Handel. He conducted the Opera and it was very, very exciting: for three or four weeks we lived in very cramped quarters together with the director. Richter was always present at rehearsals. It was very exciting for us to see him, the absolute concert conductor standing at the podium of, for that time, the biggest Opera house in the world. We, on stage, were often 20 to 30 meters away from him and we really had to pay attention.



Horst Laubenthal during our interview on October 24, 2004

Johannes Fink and Edda Moser


Once a cellist or someone who played the Bass viol was so off-key that John van Kesteren gave him a disparaging look, whereupon the cellist went at van Kesteren with a knife. Richter of course disappeared immediately, thinking there was going to be a knifing. Then there was nothing else for it but to have Johannes Fink flown in. The cellist was anything else but reliable, and at one point or other during a break Richter said either to himself or to John van Kesteren: “ you can only hear him, when he plays in the interval”. Unfortunately the Cellist was one of the few who could understand German, and he of course felt his honor had been offended. There was a lot of excitement and a huge row, ending with the removal of the Cellist from the Orchestra, and that is why Johannes Fink was flown in.



Edda Moser during our interview on July 26, 2004

A fixed program event was and remained Ottobeuren. Every year in summer great musical works for Choir and Orchestra were performed, as well as the traditional Organ concert, which took place on the eve of the event itself. Here many an Oratorio from Georg Friedrich Handel could be enjoyed: Judas Makkabaeus, Samson, Belsazar, the Messiahs and Israel in Egyptian in addition to Mozart’s Requiem. Hayden’s Schoepfung, Mendelssohn’s Elias, Bach’s Passions as well as the high Mass in B-minor could also be heard.

Elmar Schloter

For the big concerts in Ottobeuren, the organ builder Albrecht Deininger always brought a Continuo-Organ with him. And then we knew, what was in store for us. But there were other situations, when the Dreifaltigkeits-Organ was to be played. The Dreifaltigkeits-Organ has an old tuning, meaning a half a note lower. I then had to play the complete Continuo half a note higher.



Dreifaltigkeits-Organ at the Basilica Ottobeuren


The problem with both of these historical organs in Ottobeuren, on the right the Dreifaltigkeits-Organ, on the left the Heiliggeist-Organ, was that in those days there was no standard keyboard. That meant that the keys were either pretty broad or pretty narrow, and the pedals were cramped and short, it really meant getting into practice to be able play at an organ Concert. And Richter really knew how to do just that excellently. I often used to wonder how he in such a short time and on such an organ was able to deliver the concerts that he did. He was truly a virtuoso.



Heiliggeist-Orgel at the Basilica Ottobeuren

Edda Moser

Of course Richter grew up in the great tradition of the Kreuzchor in Dresden, but Mendelssohn suited him better. The sweetness of the music and the immense drama of the choir, that satisfied him, he could really live out his feelings. He had done this with Bach in such a way that one had the feeling it could not have been done better, but when he conducted Mendelssohn or the Missa Solemnis from Beethoven, it was as though other resources deep within him started to flow.



Edda Moser and Karl Richter in Paris 1974

30. April 2008

Die Ära Karl Richter in München: Die Jahre 1970 ff. [DE]

Neben Julia Hamari war die Engländerin Anna Reynolds in den 70er Jahren die wichtigste Altistin Karl Richters.

Anna Reynolds

Das erste Mal, dass ich Karl Richter begegnet bin, war 1970 in Wien. Ich hatte dort ein Konzert mit Josef Krips. Nach dem Konzert kam Karl Richter, ich kannte ihn überhaupt nicht, ins Zimmer und sagte: „Ich bin Richter, das war sehr gut“ und ging weg. Ich hatte kein einziges Wort zu sagen. Und viele Jahre später habe ich ihn gefragt: „Wieso waren Sie in diesem Konzert?“ und er sagte: „Gewiss nicht, um den Krips zu hören.“



Anna Reynolds

Das erste Konzert, das ich mit ihm gesungen habe, war im Juni 1971 ein Kantatenabend im Münchener Bachfest. Und das war: „ Brich dem Hungrigen sein Brot“. Für mich war das wunderbar. Ich hatte noch nie mit so jemandem gearbeitet. Und bei allem, was ich mit ihm gemacht habe, war es immer die Arbeit mit ihm, die mir am meisten gefallen hat. Er brauchte nur ganz wenig zu sagen, kaum eine Geste, nur so eine kleine Handbewegung, und man verstand. Da war ein Rapport, eine Verbindung zwischen uns. Ich habe da so gern gesungen und ich habe immer mit ihm gesungen. Es war kaum einmal, dass ich nicht konnte, wenn er mich fragte, Gott sei Dank. Sonst hätte er mich vielleicht nicht mehr engagiert.



Karl Richter, Elisabeth Speiser und Anna Reynolds (rechts)

Im Juli 1970 hatte die Archivproduktion der Deutschen Grammophon einen großen Kantatenzyklus mit insgesamt 75 Bach-Kantaten für jeden Sonntag des Kirchenjahres in Angriff genommen, in den auch ältere Aufnahmen integriert wurden. Edith Mathis sang in allen Neuproduktionen die Sopranpartie, Julia Hamari oder Anna Reynolds die Altpartie, die Tenorstimme war stets mit Peter Schreier und die Basspartie mit Dietrich Fischer-Dieskau besetzt.

Anna Reynolds

Wir haben die Aufnahmen, ich glaube, oft im September gemacht. Woran ich mich gut erinnere, ist, dass ich von 1970 bis 1975 jeden Sommer in Bayreuth war. Da hatte ich viele Vorstellungen, in manchen Jahren sogar 15 Vorstellungen in einem Monat. Gut, das waren alles kleinere Partien, keine großen, aber ich erinnere mich sehr gut, dass ich jeden Vormittag, wenn ich am Nachmittag Wagner zu singen hatte, Bach geübt habe für die Schallplatten danach. Und das war sehr, sehr gut. Das war eine gute Vorbereitung für Wagner.



Julia Hamari

Julia Hamari

Eine dieser Kantaten liebe ich sehr, mit der Arie „Wie furchtsam wankten meine Schritte“. Und wie ich das gesungen habe, habe ich plötzlich gedacht, um Gottes Willen, ich werde das nicht singen können. Richter hat ein auch für seine Verhältnisse unglaublich langsames Tempo genommen. Ich musste dafür einen Atem nehmen, dass eigentlich meine Lunge platzt. Aber, ich hab es getan und ihn angestarrt dabei, ich musste es auswendig singen, sonst wäre es absolut unmöglich gewesen. Und dann schauten mich alle an, das Orchester applaudierte. Ich bin dann hinauf in die Studioräume gegangen, die Arme weit von mir gestreckt. Ich hatte die reinste Lungenerweiterung von diesem Tempo. Plötzlich kommt Richter hinter mir und sagt: „War schön langsam, was?“ Da drehte ich mich um und fragte: „Wollten Sie das?“ „Natürlich nicht! Jetzt kriegen Sie das richtige Tempo und das wird gut.“



Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Richter und Kurt Guntner beim Abhören der Aufnahmen

Remembering the Era Karl Richter in Munich: Year 1970 ff [EN]

Anna Reynolds from England was along with Julia Hamari (born in Budapest) Karl Richter’s most important contralto in the seventies.

Anna Reynolds

The first time I met Karl Richter was in Vienna in 1970. I’d had a concert there with Josef Krips. After the concert Karl Richter who I did not know at all, came to my dressing room and said: “I’m Richter, that was very good” and then went off again. I hadn’t said one single word. Many years later I asked him, why he had come to the concert and he answered, “Certainly not to listen to Krips”!



Anna Reynolds

The first concert I sang with him was in June 1971. A Cantata evening at the Bach Festival in Munich and it was 'Brich dem Hungrigen dein Brot'. For me it was wonderful, I had never worked with anyone like him before. Of all the things I did it for him, above all, it was working together with him, that I particularly enjoyed the most. He never needed to say much, hardly made a gesture; just a small movement of his hand, and one understood him implicitly. There was a “rapport”, an alliance between us. I loved to sing and I always sang with him if I could. It hardly ever happened, that I could not come when he asked me to, thank God, otherwise he maybe would not have engaged me again.



Karl Richter, Elisabeth Speiser and Anna Reynolds (right)

In July 1970 the Archive Production of the Deutsche Grammophon Company decided to lunch a large Cantata cycle project with altogether 75 Bach Cantatas, in which earlier recordings would be integrated. A cantata for each Sunday of the church year, Edith Mathis sang soprano in all the new productions, Julia Hamari or Anna Reynolds Contralto, the Tenor was always Peter Schreier, and Dieter Fischer-Dieskau sang Baritone.

Anna Reynolds

We made the recordings I think in September. I had a lot of performances there and in some years 15 performances in one month. It was always smaller pieces: no big ones, but I can remember very well, that every morning, when I had to sing Wagner in the afternoon, I practiced Bach for the Grammophon records later on. And that was a very good preparation for Wagner.



Julia Hamari

Julia Hamari

I love one of these Cantatas dearly, with the Aria 'Wie furchtsam wankten meine Schritte'. And the way I had sung it, I suddenly thought oh my goodness, I won’t be able to sing like that now. Richter had adopted an unbelievably slow tempo, I had to take breath in until, I thought my lungs must burst. But I did it staring at him the whole time, I had to sing off by heart, otherwise it would have been absolutely impossible. Then everyone looked at me, and the Orchestra started to applaud. I went up into the studio rooms, my arms stretched out away from me; I’d really expanded my lungs with this slow tempo.

Suddenly Richter appeared behind me and said: “It was pretty slow, wasn’t it?” I turned around and asked: “Isn’t that what you wanted?” “Of course not! Now you’ll get the right Tempo and everything will be fine.”



Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Richter and Kurt Guntner checking the recordings

16. Mai 2006

Karl Richter - Erste Begegnung (7) Video Clip

Siegmund Nimsgern und Anna Reynolds erinnern sich an ihre erste Begegnung mit Karl Richter.


Der Link führt Sie zum Video Service YouTube.

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