1. April 2014

Karl Richter in München vor 40 Jahren



In der Zollingerhalle beim Alten Schloss Valley steht seit zehn Jahren mit grün gefasstem Gehäuse ein Orgel-Positiv, das Karl Richter 1974 bei der Orgelbauwerkstätte Deininger & Renner in Oettingen als Reise-Continuo-Orgel nach eigenem Konzept hat bauen lassen. Bei den auswärtigen Aufführungen des Münchener Bach-Chores und Bach-Orchesters sollte das Instrument als Begleitinstrument Einsatz finden. Zum ersten Mal wurde das Instrument in der Johannes-Passion vom 31. März 1974 verwendet.



Vier Personen können über die herausziehbaren Traghebel den oberen Teil ab der feinen roten Querlinie abheben und haben dann das Manual-Pfeifenwerk komplett in den Händen. Der untere Teil enthält die Winderzeugung mit dem Windmotor und dem Blasbalg. Desgleichen kann Orgelbank und Pedalklaviatur, welche nur mit elektrischen Kontakten eingeschoben ist, abgezogen werden. Wenn schließlich auch noch der Subbass als tiefes Register mitgenommen werden soll, so hat man diesem ein eigenes Fahrgestell mit Windmotor und Blasbalg gegeben. Das ganze Instrument musste damals in einem VW-Bus Platz haben und wurde vom Orgelbaumeister Albert Deininger zu den jeweiligen Aufführungsorten transportiert, dort eingerichtet und gestimmt.



Das Instrument hat sechs Labialregister (Röhrenpfeifen) und ein Zungenregister namens Regal 8-Fuß. Die Klaviatur des Manuals ist um einen Halbton tiefer und höher verschiebbar. Der Klang ist naturgemäß auf barocken kontrapunktischen Präzisionsklang abgestimmt; in der Kombination von Regal und Quinte lässt sich sogar ein Cembalo-ähnlicher Orgelklang erreichen.

Für die Abdruckgenehmigung von Foto und Text bedanken wir uns ganz herzlich bei Herrn Dr. Sixtus Lampl, Orgelzentrum Valley .
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