25. Mai 2011

Elmar Schloter gestorben



Elmar Schloter, neben Hedwig Bilgram der bedeutendste und erfolgreichste Orgelschüler Karl Richters, verstarb am 23. Mai 2011 im Alter von 75 Jahren, wie die Todesanzeige in der SZ vom 25. Mai 2011 (Seite 37) vermeldet.



Am 24. Oktober 2004 hatten wir Elmar Schloter für die Buch-Dokumentation "Karl Richter in München" besucht, wo er in der Michalskirche seine Erinnerungen an Karl Richter in Bild und Ton zum Besten gab. Das komplette Interview kann über Conventus Musicus bezogen werden.


Im Folgenden ein Ausschnitt aus diesem Interview mit Bemerkungen zu seinem beruflichen Werdegang:

Schon während der Zeit im Münchener Bach-Chor war ich als Organist bei den Philharmonikern tätig gewesen, da war ich übrigens 40 Jahre. Dann war das zu Ende gegangen, und ich ging zum Bayerischen Rundfunk, zum Sinfonieorchester. Das kam damals so: Die Sinfoniker haben zu einem Jubiläum in Augsburg die h-moll-Messe gespielt. Rafael Kubelík war anscheinend mit dem Organisten, der da gespielt hat, nicht recht einverstanden. Das ging so bis zur Generalprobe. Bei der Generalprobe, nach dem ersten Satz vom Gloria, vor dem Laudamus te, hat er abgebrochen und gesagt: Also mit dem Organisten macht er das nicht, er braucht einen anderen Organisten. Und dann hat Karl Kolbinger am Fagott zu ihm gesagt: „Da gibt es nur einen, der das kann, das ist der Schloter in München.“ Also haben sie angerufen und mich gefragt, ob ich gleich kommen könnte, ja gut. Ich habe damals noch einen VW-Käfer gehabt, bin da also hingetuckelt, die haben so lange Pause gemacht, und als ich dann kam, ging die Generalprobe weiter. Laudamus te und alles andere ist dann tadellos gelaufen, man war ja schließlich schon trainiert. Und so kam ich dann auch zum Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, und bei dem spiele ich heute noch.

Meine Haupttätigkeit war dann am Richard-Strauss-Konservatorium. Da habe ich die Leitung der Abteilung Orgel und Kirchenmusik gehabt, habe Orgelunterricht gegeben und auch Dirigieren für die Kirchenmusiker. Ja, und sozusagen nebenbei, in Anführungszeichen, war ich zuerst Organist an der Michaelskirche, und später ab 1977 habe ich dann Chor und Orchester übernommen, das ich bis heute noch leite.


Der Bayerische Rundfunk, dem Elmar Schloter in besonderer Weise verbunden war, widmet ihm die Orgelstunde am kommenden Freitag.

23. Mai 2011

Karl Richter: Zeitdokumente, Band 3

Rezension in Orpheus International, 
Heft 5+6, 2011, Seite 67



„Karl Richter – Zeitdokumente“
Im Verlag Conventus Musicus ist jetzt der dritte Band dieser umfangreichen Dokumentation von Johannes Martin erschienen, die das Wirken des bedeutenden Dirigenten, Organisten und Chorleiters zum Gegenstand hat. Diesmal ist der Zeitraum 1964 bis 1967 erfasst, der zum produktivsten im Leben Richters gehört. Neben den Proben und Konzerten in München waren Plattenaufnahmen und Gastspiele in Europa und Übersee zu bewältigen. Es finden sich auch etliche Reisepläne in dem Buch, die Aufschluss darüber geben, dass bei Auftritten des von Richter geleiteten Bach-Chores und des Bach-Orchesters mit namhaften Solisten außerhalb Münchens wenig Zeit blieb für Müßiggang und Sightseeing. Alles ist auf die Arbeit am jeweiligen Werk abgestellt, das am Abend erklingen sollte. Fotos, Programmzettel und Kritiken geben tiefen Einblick in die „Werkstatt“ Karl Richters und belegen vor allem seine intensive Auseinandersetzung mit den großen Chorwerken von Johann Sebastian Bach 
(ISBN 978-3-00-034046-8, 294 Seiten). - St. -
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