30. November 2008

Karl Richter - Zeitdokumente 2 (1951)

Erstes Motettenkonzert in St. Markus

Nur wenige Wochen, nachdem Karl Richter im Oktober 1951 als Nachfolger von Prof. Michael Schneider an St. Markus in München berufen worden war, gab er am 25. November mit dem "Heinrich-Schütz-Kreis ein erstes, anspruchsvolles Motettenkonzert.

Heinrich Schütz, "Das ist je gewißlich wahr"
J. S. Bach, Passacaglia c-moll
Johann Bach, "Unser Leben ist ein Schatten"
Joh. Christoph Bach, "Ich lasse dich nicht"
J. S. Bach , Orgelpartita "Sei gegrüßet, Jesu gütig"
J. S. Bach, Motette "Komm, Jesu, komm"


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28. November 2008

Karl Richter - Zeitdokumente 1

Die Jahre 1949 - 1951 in Leipzig

Heute starten wir eine neue Reihe mit ausgewählten, bisher noch nicht veröffentlichten Zeitdokumenten aus der Ära Karl Richter. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir einige Tausend solcher Dokumente (Konzertplakate, Programme, Kritiken, Zeitungsberichte u. a. samt zahlreichen Fotos) eingescannt, bearbeitet und in das Karl Richter-Archiv eingefügt.

Sicherlich "schlummern" noch manche, uns nicht bekannte Dokumente vor sich hin, und wir wären allen Blog-Besuchern dankbar, wenn sie unser Archiv damit "bereichern" könnten.

Unser erster Blog-Eintrag gilt den Jahren 1949 - 1951 mit Dokumenten, die den damaligen Thomaskantor Karl Richter betreffen.









26. November 2008

Advent und Weihnachten 2008

Weihnachtliches aus Franken



Für die grauen Tage, in denen nach dem Kalender der Herbst in den Winter übergeht, für die Zeit, die als still und beschaulich geschildert wird und doch ausgefüllt ist von der Hektik der Einkäufe, vom „Vorbereitungsgetümmel auf das hohe Fest", sowie für die eigentliche Weihnachtszeit möchten wir Ihnen eine neue DVD und einige CDs mit weihnachtlicher Musik aus unserer Verlagsproduktion empfehlen.



Detaillierte Informationen finden Sie hier...!

23. November 2008

Bach-Kantaten zum Totensonntag

In den Jahren 1966 - 1970 fand jeweils am Totensonntag in der Markuskirche ein Kantatenabend mit Werken von J. S. Bach statt. Folgende Kantaten gelangten in diesen fünf Jahren zur Aufführung:

BWV 20 "O Ewigkeit, du Donnerwort" (1x)
BWV 27 "Wer weiß, wie nahe mir mein Ende" (1x)
BWV 70 "Wachet! Betet! (1x)
BWV 75 "Die Elenden sollen essen" (1x)
BWV 95 "Christus, der ist mein Leben" (2x)
BWV 106 "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" - Actus tragicus (2x)
BWV 117 "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" (1x)
BWV 140 "Wachet auf, ruft uns die Stimme" (4x)
BWV 180 "Schmücke dich, o liebe Seele"

Am Totensonntag 1968 (am 24. November) erklangen die Kantaten 140, 180 und 106 mit den Vokal-Solisten:



Antonia Fahberg, Sopran - Norma Lerer, Alt
Horst Laubenthal, Tenor - Kieth Engen, Bass

und den Instrumental-Solisten:

Otto Büchner, Violine
Konrad Hampe und Max Hecker, Flöte und Blockflöte
Kurt Hausmann und Manfred Clement, Oboe
Martin Spanner, Oboe da caccia
Otto Schmitz, Horn
Oswald Uhl und Johannes Fink, Viola da Gamba
Alexander Teuner, Violoncello
Herbert Duft, Kontrabass
Detlev Kühl, Fagott
Elmar Schloter, Orgel

Karl Richter leitete den Münchener Bach-Chor und das Münchener Bach-Orchester.

Karl Schumann schrieb in der SZ über dieses Konzert:

19. November 2008

Karl Richter über den Choral in den Passionen, Kantaten und Oratorien J. S. Bachs



Karl Richter in den frühen 1960er Jahren

In der selben Hörfunkreihe des Bayerischen Rundfunks "Musik und ihre Interpreten" von und mit Egloff Schwaiger (1964) sagte Karl Richter u. a.:

...Der Choral ist wohl das Phänomenalste bei Bach. Man kann ihn in der verschiedensten Weise interpretieren, man kann ebenso ein Piano wie ein Forte und alles, was dazwischen liegt, rechtfertigen.

Bach hat z. B. "Wenn ich einmal soll scheiden" in allen Tonarten geschrieben, und immer mit einem anderen Satz. Er hat diesen Choral jeweils ganz neu harmonisiert und dabei sogar Dur und Moll ausgewechselt.

Unvergleichlich genial ist auch die geistige Verbindung zu Beginn des Weihnachtsoratoriums: "Wie soll ich dich empfangen?", das ist die gleiche Melodie wie in "Wenn ich einmal soll scheiden" und in "O Haupt voll Blut und Wunden".

Karl Richter an der Orgel des Tschaikowsky-Konservatoriums in Moskau 1968

Bach wählt für den Beginn des Weihnachtsoratoriums auch noch die gleiche Tonart wie für den letzten Choral der Matthäus-Passion, nur lässt er den Anfangschoral des Weihnachtsoratoriums in der Dominante einsetzen, während "Wenn ich einmal soll scheiden" mit der Tonica anhebt. In einem Fall geht es um den Tod, im anderen um die Geburt. Beides ist durch eine Melodie miteinander verbunden.

Im Schluss des Weihnachtsoratoriums, in dem wie ein Brandenburgisches Konzert angelegten Concerto, erscheint diese Melodie noch einmal, jetzt wie eine Fanfarenmelodie in D-Dur, die Freude und Sieg verkündet. Solche Zusammenhänge zeigen, wie Bach gearbeitet hat. Und für einen sensiblen Musiker ist das doch genug, um dynamische Bezeichnungen vermissen zu können.


TIPP: Buch- und Filmdokumentationen zu Karl Richter (deutsch und englisch)

16. November 2008

Karl Richter über seinen Münchener Bach-Chor



Karl Richter und der Münchener Bach-Chor bei einem Motettenkonzert in der Markuskirche München

In der Hörfunkreihe des Bayerischen Rundfunks "Musik und ihre Interpreten" von und mit Egloff Schwaiger (1964) sagte Karl Richter u. a.:

...Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich so viele an Bach so begeistern würden, wenn nicht ein echtes geistiges Bedürfnis da wäre. Darunter ist nicht ein intellektuelles, sondern wirklich ein musikalisch-geistiges Bedürfnis zu verstehen.

Am ausgeprägstesten erlebe ich es an den Mitgliedern des Bach-Chores. Es sind fast lauter junge Menschen, und zwar nicht verschrobene, sondern natürliche und fröhliche Menschen, die manches Opfer bringen. Ich verlange viel von ihnen, viel an Proben- und Konzertzeit, viel an technischem Können und viel an physischem Einsatz, denn ihre künstlerische Arbeit ist anstrengend. Würden sie all das auf sich nehmen, wenn sie nicht in dieser Musik lebten?





TIPP: Buch- und Filmdokumentationen zu Karl Richter (deutsch und englisch)

12. November 2008

Mozart - c-moll-Messe KV 427

Zweimal hat Karl Richter in seiner Münchner Ära Mozarts c-moll-Messe KV 427 aufgeführt, am 7. Oktober 1975 im Kongreßsaal des Deutschen Museums mit den Solisten Gabriele Fuchs, Minako Kuo Matsumoto, Werner Hollweg und Karl-Christian Kohn - und einige Jahre zuvor am 12. November 1968, also heute vor genau 40 Jahren, ebenfalls im Deutsch Museum. Damals sangen Maria Stader (in einer ihrer Paraderollen), Marie-Luise Gilles (kurzfristig eingesprungen für Hertha Töpper), der Tenor Eric Tappy aus der Schweiz sowie Kurt Böhme.

9. November 2008

Karl Richter über BACH-INTERPRETATION



In der Hörfunkreihe des Bayerischen Rundfunks "Musik und ihre Interpreten" von und mit Egloff Schwaiger (1964) sagte Karl Richter u. a.:

...Der Zuhörer soll nie den Eindruck haben, dass man willkürlich in das musikalische Geschehen eingreift. Das ist das Problem der Bach-Interpretation. Heute bemühe ich mich darum, so wenig wie möglich zu machen. Ich halte es aber für richtig, wenn die jungen Musiker, auch bei Bach, ihre Phantasie spielen lassen. Sie sollen ruhig alles mögliche ausprobieren und aus ihren Erfahrungen und Fehlern lernen. Es ist gefährlich, junge Instrumentalisten dazu anzuhalten, auf breite Flächen zu spielen, wenn sie den Atem dazu noch nicht haben. Der ergibt sich erst dann, wenn man viele Jahre an einem Stück gearbeitet hat.

Dieser Atem gilt auch für das Tempo. Man sagt immer, ein Satz darf nur ein Tempo haben. Das ist gewiss wahr. Aber es dauert lange, bis man es findet. Ein Tempo muß in Herz und Geist sitzen. Es ist ein Irrtum, zu glauben, man könne wie eine Maschine ein Tempo metronomgerecht vom ersten bis zum letzten Takt halten. So einfach ist das nicht...




TIPP: Buch- und Filmdokumentationen zu Karl Richter (deutsch und englisch)
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