28. Oktober 2005

Johannes Martin erinnert sich an Karl Richter

" ... Als Karl Richter im Juni 1965 einige Schulmusik-Studenten bat, für eine Aufführung der h-moll-Messe in der Meistersingerhalle Nürnberg den Bach-Chor zu verstärken, ahnte ich noch nicht, wie dieses musikalische Erlebnis mein weiteres Leben verändern würde. Die Faszination, die Richters Musizieren bei mir hervorrief, bewog mich, auch weiterhin im Bach-Chor mitzusingen.

Bis zu diesem Tag galt mein Studienziel neben der Schulmusik vor allem dem Klavier. Als ich meiner Klavierprofessorin Maria Landes-Hindemith von den Eindrücken des Nürnberger Konzertes erzählte, meinte sie: "Etwas Besseres kann Dir gar nicht passieren, selbstverständlich singst Du bei Karl Richter mit." Von da an rückte das Klavier in die zweite Reihe, die Zeit zum stundenlangen Üben war einfach nicht mehr gegeben.

40 Jahre später sind Karl Richters Interpretationen für mich immer noch Maßstab, auch wenn ich hin und wieder und gerne Ausflüge in die Originalklangszene unternehme. Und so bin ich vor zwei Jahren mit großer Begeisterung an die Aufgabe herangegangen, Zeitzeugen der Münchner Ära Richters aufzuspüren und nach ihren Erinnerungen zu befragen, um im Jahre 2006, in das Karl Richters 80. Geburtstag und auch sein 25. Todestag fallen, eine Buch-Dokumentation vorlegen zu können, der dann später auch eine DVD folgen wird ..."


(aus dem Vorwort: Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich)
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